Noch eine Reduzierung

Kaum zu übersehen sind die neuen Schilder mit der Tonnagebeschränkung. Vor allem nachts kommen sie durch die gelben Blinklichter zur Geltung. Gottfried Weishäupl, Egid Viehauser, Stefan Moller, Gerhard Domaier und Bürgermeister Karl Bley (von links) erläuterten die notwendige Maßnahme aus ihrer Sicht. Bild: Schieder
Lokales
Nittenau
17.06.2015
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Starke Beschädigungen an der großen Regenbrücke zogen bereits 2014 eine Beschränkung auf zwölf Tonnen nach sich. Da mit weiteren Schädigungen zu rechnen ist, wurde das Verkehrsverbot verschärft. Nun gelten 7,5 Tonnen.

Seit gestern fallen die großen Schilder an den Haupteinfallstraßen auf. Die Hinweistafeln, sogenannte Planskizzen, weisen auf die Brückenschäden, das Verkehrsverbot für Fahrzeuge mit mehr als 7,5 Tonnen und die stattfindenden Polizeikontrollen hin.

Zuständig für das Anbringen der Schilder sei die Straßenmeisterei Neunburg vorm Wald, erläuterte Wilfried Schlosser von dieser Einrichtung. Gerhard Domaier, Sachgebietsleiter Verkehr am Landratsamt Schwandorf, erläuterte vor Ort diese wichtige Maßnahme.Gekommen waren auch Erster Polizeihauptkommissar Egid Viehauser von der Inspektion Burglengenfeld, Polizeihauptkommissar Stefan Moller, Leiter der Polizeistation Nittenau und Bürgermeister Karl Bley. Komplettiert wurde die Runde von Reinhard Fohringer (städtisches Bauamt), Baudirektor Gottfried Weishäupl sowie technischem Amtsrat Armin Wildenauer, beide vom staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach.

Nicht nur das Gewicht

Domaier erinnerte daran, dass 2013 bei der Bauwerksprüfung starke Beschädigungen der Brücke festgestellt worden waren. Man habe sich daraufhin mit den entsprechenden Fachstellen verständigt und die Beschränkung auf zwölf Tonnen festgesetzt. Am 7. Mai 2014 sei die verkehrsrechtliche Bestimmung dazu ergangen. Im Verlauf der weiteren Überwachung der Brücke durch das staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach habe man feststellen müssen, dass ein nicht unerheblicher Anteil des Schwerverkehrs die Brücke trotzdem weiterhin befuhr.

"Problematisch ist dabei nicht nur das Gewicht der einzelnen Fahrzeuge, sondern auch die Häufigkeit der Überquerungen und das Zusammenwirken mehrerer gleichzeitiger Überquerungen (ermüdungslastfallrelevante, hohe dynamische Einzellasten)", so Domaier. "Dieser Zustand wirkte sich weiter und erheblich nachteilig auf die Bausubstanz des Bauwerkes aus." Da zudem bereits gegenwärtig das Unfallrisiko durch plötzlich auftretende Materialermüdung (Fahrbahneinbrüche) nicht mehr kalkulierbar sei, waren dingend weitere Gegenmaßnahmen einzuleiten, so Domaier. Nach Abstimmung mit der Polizei, dem staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach und der Stadt Nittenau erließ die untere Straßenverkehrsbehörde am Landratsamt nun eine ergänzende verkehrsrechtliche Anordnung. Die Tonnagebeschränkung wurde verschärft und auf 7,5 Tonnen festgesetzt.

Busse und Müllabfuhr

Die Verbotsstrecke wurde ausgedehnt auf den Streckenabschnitt zwischen Einmündung Jahnweg und Einmündung der Staatsstraße 2145 aus Richtung Schwandorf (Fischbacher Straße), damit verirrte Lkw-Züge hier noch eine Wendemöglichkeit haben. Verstärkt werden die bisherigen Polizeikontrollen durch die Station Nittenau und die Polizeiinspektion Burglengenfeld. Stefan Moller ergänzte, dass seit fünf Wochen 30 Kontrollen mit einem Zeitaufwand von 20 Stunden erfolgt seien. Sieben Verstöße wurden dabei festgestellt. Grund für die relativ wenigen Beanstandungen sei die weiträumige Umleitung durch die Baumaßnahme Brucker Kreisel. An allen Haupteinfallstraßen nach Nittenau wurden große Hinweistafeln positioniert. Diese weisen nun auch auf die Umfahrungsmöglichkeit über die B 16 hin.

Der Buslinienverkehr und die Müllabfuhr bleiben zugelassen. "Auch Einsatzfahrzeuge wie Rettungswagen und Feuerwehr", ergänzte Bürgermeister Karl Bley, der die Maßnahme zweigeteilt sah. Die Bürger seien froh, wenn der Schwerlastverkehr nach außen verlagert werde. Doch beispielsweise der Imbissstand beim Jahnweg werde dann nicht mehr so häufig aufgesucht. Durch die Beschränkung erfahre die Nord-Ost-Umfahrung eine Steigerung der Priorität, so Bley, und auch der Brückenneubau im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz.

Präsenz der Polizei

Gottfried Weishäupl sagte, dass die erste Ausschreibung bezüglich der Nord-Ost-Umfahrung voraussichtlich bereits im Juli starte. Zur großen Regenbrücke merkte er an, dass es sich um eine orthotrope Fahrbahnplatte handle. Problem sei das Salzwasser. Man könne davon ausgehen, dass die Schädigung weiter fortschreite. Moller wies noch darauf hin, dass der Verstoß gegen die neue Regelung mit der Tonnagen-Beschränkung 75 Euro koste. Hinzu kämen Gebühren und Auslagen von 28,50 Euro. Egid Viehauser sagte zu, dass die PI Burglengenfeld und Amberg die Polizeistation Nittenau nicht im Stich ließen und Unterstützung leisteten. Domaier erhofft sich eine breite Akzeptanz des Verbots, so dass die Schädigung des Bauwerkes nicht weiter zunehme.
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