Pfarrheim soll Namen von Eustachius Kugler tragen
Treffpunkt mitten in der Stadt

So wird der Grundstein im Saal des Pfarrheims allgegenwärtig sein: Pfarrer Adolf Schöls, Kirchenpfleger Christian Elsinger und Pfarrgemeinderatssprecherin Christine Steinert (von links) gaben den Gästen eine konkrete Vorstellung davon. Bild: sir
Lokales
Nittenau
07.06.2015
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Grundsteinlegung und Hebfeier zusammenzulegen, das kommt nicht alle Tage vor. Am Samstag lieferte die Pfarrgemeinde Nittenau den Beleg, dass das sehr wohl funktioniert. Der Rohbau des neuen Pfarrheims ist weitgehend fertig. Platz also, die Konzeption zu erläutern.

Der weltlichen Feier ging ein Gottesdienst in der Pfarrkirche Mariä Geburt voraus, den der Chor "Subito" mit der Rhythmusgruppe umrahmte. Viele Vereine nahmen mit ihren Fahnen teil. So soll es sein: Schließlich ist das Pfarrheim Begegnungsstätte, wie Pfarrer Adolf Schöls mehrfach betonte. Der Ortsgeistliche bediente sich des Slogans "... und do bin i dahoam", um auf den Begriff "Heimat" näher einzugehen. Manche Menschen müssten ihre Heimat verlassen, weil sie dort keine Perspektive mehr haben. Heimat schenke Geborgenheit und gebe Sicherheit. Aber es brauche nicht nur eine geografische, sondern auch eine geistige Heimat. Diese innere Heimat - der Glaube - helfe, das zu bewältigen. Das Pfarrheim solle ein Ort sein, der Heimat bietet für Geselligkeit und Austausch, aber auch für die geistige Heimat. "Der wahre Grundstein ist Jesus Christus, auf den wir bauen können", betonte Pfarrer Schöls.

Kugler im Namen

Das Pfarrheim soll den Namen von Eustachius Kugler tragen, die genaue Bezeichnung werde vom Pfarrgemeinderat festgelegt. Offen stehen wird es nicht nur den Katholiken, sondern auch den evangelischen Christen, der Stadt und den Vereinen. Schöls spendete dem Grundstein den kirchlichen Segen.

Kirchenpfleger Christian Elsinger erinnerte an das 1957 errichtete Wolfgangsheim, das nicht mehr nutzbar war. "Mit dem neuen Pfarrer sollte nicht nur ein pastoraler Neuanfang, sondern auch eine Erneuerung bei den Bauwerken stattfinden", so der Sprecher. Zur Disposition stand ein Standorttausch des Pfarrhofs mit dem Pfarrheim. Die Verantwortlichen setzten aber auf das Grundstück am Marktplatz. Die Realisierung des Neubaus kam fast der Quadratur des Kreises gleich. Gerne hätte man wenigstens einen kleinen Blick auf die Pfarrkirche erhalten wollen. Das ging nicht. In vielen Sitzungen sei versucht worden, die Richtlinien der Stadt, das Raumprogramm der Diözese, die Forderungen des Denkmalamts und die Kosten unter einen Hut zu bekommen. "Nun sind wir hier, um den Grundstein zu legen. Einige werden meinen, wohl etwas spät, wenn schon das Richtfest gefeiert wird", so Elsinger.

Doch nachdem sich die Planung zwei Jahre hingezogen habe, sei man vom Baufortschritt überrascht worden. "Außerdem haben wir uns mit unserem sparsamen Pfarrer geeinigt, Spatenstich, Grundsteinlegung und Richtfest zu einer Feier zusammenzulegen, aber dafür die Bevölkerung einzuladen", betonte Elsinger. Architekt Günter Naumann aus Regensburg erinnerte an die Planungsvorgaben. Bürgermeister Karl Bley meinte, dass bei Pfarrer Schöls eine große Erleichterung zu spüren sei. "Ein zentrales Gebäude der Pfarrei mitten in einer Gemeinde zu bauen, zeugt von der engen Verbundenheit der Bevölkerung mit der Pfarrgemeinde." Bley erinnerte an den gelben Bauhelm, den er dem Geistlichen bei dessen Amtseinführung im Oktober 2012 überreicht habe. Als Bauherr sei er seinen Aufgaben gerecht geworden.

Lebendige Steine

Pfarrer Reiner Eppelein von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde gratulierte zu dem Neubau. Im ersten Petrusbrief heiße es: "Ihr seid die lebendigen Steine." Die Pfarrei sei aufgerufen, das Pfarrheim mit Leben zu füllen. Auf den Eckstein komme es an, der Jesus Christus sei. Pfarrgemeinderatssprecherin Christine Steinert betonte, dass das Pfarrheim ein Heim für alle sein solle, über die Konfessionen hinweg.

In der Rolle, die im Grundstein versenkt wird, sind verschiedene Schriften aus den abgerissenen Gebäuden und Unterlagen, die den Tag der Grundsteinlegung beschreiben. Auch ein USB-Stick befindet sich darin. Inzwischen hatte es zu regnen begonnen. So hielt Zimmerer Josef Böhm von Jobst Holzbau aus Laaber seinen Richtspruch im Neubau.
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