Platz für alle Kinder schaffen

Die Stadt hat in den vergangenen Jahren kräftig in die Kinderbetreuung investiert. Jüngstes Beispiel: Die Krippe an der Brucker Straße. Dessen ungeachtet besteht auch heuer Handlungsbedarf. Bild: Mayer
Lokales
Nittenau
22.01.2015
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Die Kommune hat den gesetzlichen Auftrag, im Zuge der Daseinsfürsorge die Kinderbetreuung zu gewährleisten. Das kostet Geld und schlägt sich auch im Haushalt nieder. Die Verantwortlichen werden entsprechend handeln.

Das Kreisjugendamt trägt die Gesamtverantwortung für die Planung des Kinderbetreuungsangebots. Neu ist, dass dies auch für Kinder mit bestehender oder drohender Behinderung gilt. Diese Ausführungen wurden bei der Stadtratssitzung am Dienstagabend (wir berichteten) dem Verwaltungsbericht voraus gestellt.

Bis zu 282

Nittenau hat bislang seine Hausaufgaben gemacht, doch zeigt die neue Bedarfserhebung, dass weitere Plätze geschaffen werden müssen. Aktuell stehen in der Stadt am Regen 48 Krippenplätze zur Verfügung. In Fischbach gibt es keine solche Einrichtung. 217 Kindergartenplätze, davon 38 in Fischbach, decken bislang diesen Sektor ab. Die Bedarfserhebung ergab für die nächsten Jahre einen Anstieg der Zahlen.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten: Alle 217 Kindergartenplätze im Stadtgebiet sind belegt (20 Plätze außerhalb). Das Kreisjugendamt rechnet mit einem steigenden Bedarf auf 282 im Jahr 2016/2017. Die vorhandenen Krippenplätze reichen derzeit aus. Doch auch hier ist ein wachsendes Elterninteresse prognostiziert, vor allem auch was Fischbach anbelangt.

"Wir brauchen eine Marschroute," forderte Monika Kulzer. Es sei umgehend mit den Trägern der Einrichtungen zu reden. Auf Nachfrage von Albert Herzog bestätigte Bürgermeister Karl Bley, dass es mit dem Fischbacher Pfarrer ein Gespräch gegeben habe. Der Ball liege nun bei der Kirchenverwaltung. Hier scheint die Bereitschaft für ein entsprechendes Projekt durchaus zu bestehen. Wie Bley weiter berichtete, habe die Kirchenverwaltung in Nittenau diesbezüglich bereits abgewunken.

Stellenmarkt leer

"Die Stadt hat in der zurückliegenden Zeit Millionenbeträge in Kinderbetreuungseinrichtungen investiert", ergänzte der Bürgermeister. Nun müsse man sich eben "weitere bauliche Gedanken machen", ebenso über mögliche Notgruppen bis zur Realisierung der Projekte. Tina Schmidt verwies auf eine Container-Lösung nach Regensburger Vorbild. Als Standort biete sich die "Turnerwiese" hinter dem Rathaus an. Karl Bley entgegnete, diese Möglichkeit sei mit hohen Kosten und Auflagen verbunden. Die Suche nach geeigneten städtischen Räumen für die Notgruppen werde aufgenommen.

Noch einmal ergriff Monika Kulzer das Wort und machte auf einen Umstand aufmerksam, der ebenfalls zu berücksichtigen sei: "Wir müssen auch deshalb frühzeitig handeln, weil bei den Erzieherinnen der Stellenmarkt leer gefegt ist." Die Stadt verfolgt zusammen mit Roding, Walderbach und Reichenbach in einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) das integrierte räumliche Entwicklungskonzept. Laut Bürgermeister sollen bis 2030 Handlungsfelder und Maßnahmen festgelegt werden, die den EU-Förderrichtlinien entsprechen.

Für Nittenau böten sich Projekte wie das "Haus am Fluss" auf der Angerinsel und der Ökonomiehof Fischbach an. Es laufe ein Wettbewerb und hier liege die ARGE nicht schlecht. Sie habe bereits zwei Hürden genommen und sei momentan eine von fünf aussichtsreichen Teilnehmern in der Oberpfalz.
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