Prägende "Grenzwelt"

Maria M. Altmann (Mitte) freute sich zusammen mit zweitem Bürgermeister Albert Meierhofer und Galerie-Besitzerin Ellen Lankes-Schmatz über den regen Austausch mit den Besuchern bei der Vernissage. Bild: Schieder
Lokales
Nittenau
29.11.2014
0
0

Stacheldraht und dröhnende Hubschrauber zur Überwachung: Wer an der Demarkationslinie aufwuchs, wird diese Eindrücke nie vergessen. Die Verarbeitung kann verschiedene Formen annehmen. Eine davon ist die Malerei.

"Martina Maria Altmann ist eine Powerfrau", stellte Ellen Lankes-Schmatz die Malerin vor, die derzeit ihre Werke in der Kunstgalerie "horst" ausstellt. Denn der Weg zur Kunst war lang. Bei der Vernissage nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit, mit Martina M. Altmann ins Gespräch zu kommen und ihre persönlichen Eindrücke beim Betrachten der Gemälde zu schildern.

Die Erzählungen

Die Ausstellung, die am 20. Dezember endet, trägt nicht umsonst den Titel "Grenzwelt". Es handelt sich dabei um Erfahrungen bereits in der Kindheit, die Martina M. Altmann beim Malen aufgreift. Bereits im Alter von etwa neun, zehn Jahren hat sie das Thema "Grenze, Eiserner Vorhang" berührt, da sie in unmittelbarer Nachbarschaft zur Grenze der früheren Tschechoslowakei lebte.

Geprägt haben sie die Erzählungen ihrer Eltern und Großeltern. Ausflüge zur Grenze und die Erkundungstouren im Jägershofer Grenzwald kamen dazu. Bilder von zugewachsenen, verwilderten ehemaligen Straßen, von Wachtürmen, Panzersperren, Zaun und Stacheldraht sowie das Geräusch des tschechischen Hubschraubers sowie der stets darauf folgende obligatorische und mahnende Blick auf die Landkarte - all das hat sich bei Martina M. Altmann tief eingeprägt.

Mehrere Techniken

Wen verwundert es da, dass ihre Diplomarbeit den Titel "Grenzwelt" trägt? Sie bearbeitete das Thema Grenze, Leben und Kindheit am Eisernen Vorhang von Mitte 2010 bis Ende 2013 in der Meisterklasse von Professor Piotr Sonnewend intensiv und legte im Mai 2014 die Prüfung im Fachbereich Malerei und Grafik erfolgreich ab. In den letzten zwei Jahren entstanden zu diesem Thema bereits viele Arbeiten in unterschiedlichen Techniken und mit unterschiedlichem Material. Verwendung finden hauptsächlich Acrylfarben, Ölkreide und Graphit, gelegentlich auch Öl, Pastell und Aquarell. Als Malgrund dienen überwiegend Wollpappe und Leinwand, meist großformatig und gespannt auf selbst gebauten Rahmen, aber auch Papier und sonstiges bemalbares Material.

Weg in die Kunst

Aktuell beschäftige sie sich zusätzlich mit Draht und Beton, um auch eine dreidimensionale Ausdrucksweise zu finden. 1974 wurde Martina Maria Altmann in Neukirchen bei Hl. Blut geboren. Heute arbeitet sie hier sowie in Plauen. Zunächst hatte die Künstlerin den Beruf der Bekleidungsfertigerin erlernt, anschließend absolvierte sie eine Ausbildung zur Bürokauffrau. Danach bildete sie sich weiter zur staatlich geprüften Informatikerin, ehe sie den Weg der Kunst beschritt.

Die Ausstellung ist noch bis 20. Dezember zu sehen. Zweiter Bürgermeister Albert Meierhofer sagte, berufsbedingt habe er früher direkt an der Grenze zu Tschechien zu tun gehabt. Und so könne er die Erinnerungen der Künstlerin gut nachvollziehen, mit dem "Eisernen Vorhang" direkt vor Augen.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.