Professor Kurt Seibert spielt an vier Abenden Stücke von Ludwig van Beethoven
Berühmte Sonaten im Rathaus-Foyer

Lokales
Nittenau
06.08.2015
0
0
Die 32 Klaviersonaten von Beethoven sind so etwas wie der Große Katechismus der Klaviermusik. Es gibt wohl wenige fortgeschrittene Klavierschüler und Hobbypianisten, die sich nicht an der "Mondscheinsonate" oder der "Pathetique" versucht hätte und es gibt sicher weltweit keinen Klavierstudenten, der nicht irgendwelche Klaviersonaten von Beethoven studiert hat. Professor Kurt Seibert wird die bekanntesten Sonaten an vier Abenden im Rathaus vorstellen. Auftakt ist am Sonntag.

Die Sonaten gehören zum Standardrepertoire aller Aufnahme- und Abschlussprüfungen der Hochschulen und zum Standardprogramm fast aller Klavierwettbewerbe. Warum sollte man sie dann noch spielen? Die Antwort ist einfach: Sie sind allesamt Meisterwerke und stellen sicher einen Höhepunkt der Musikkultur Europas dar.

Neu studiert

Kurt Seibert kann als Künstler und Hochschullehrer auf eine lebenslange Beschäftigung mit Beethovens Musik verweisen. Als Künstler zuerst durch seine bedeutenden Lehrer geprägt, war er immer auf der Suche nach einem eigenen Weg und in seiner mehr als vierzigjährigen Tätigkeit als Hochschullehrer war er auch ständig mit unterschiedlichen Herangehensweisen seiner Studenten aus verschiedenen Kulturkreisen konfrontiert: Von der Suche nach "deutschem" Pathos und deutscher Innerlichkeit bis zum Bestreben, Konkurrenten bei Wettbewerben mit "Schnelligkeit" und technischer Brillanz zu übertreffen. Nach seiner Emeritierung hat sich Kurt Seibert nun vorgenommen, alle 32 Klaviersonaten noch einmal neu zu studieren und auf dem Hintergrund seiner Erfahrungen zu gestalten.

Die vier Konzerte in Nittenau sind ein erstes Ergebnis dieser Arbeit. Zur Aufführung kommen sowohl berühmte und bekannte Sonaten, wie die "Mondscheinsonate", die "Pathetique" und die "Appassionata", als auch die drei ersten, Joseph Haydn gewidmeten, mit denen der 25-jährige Beethoven in Wien als eigenständiger und moderner Komponist auf den Plan tritt.

Blick in die Romantik

Die Reihe schließt mit den beiden letzten Klaviersonaten des schon ertaubten Meisters, die von seinen Zeitgenossen nicht mehr verstanden wurden und erst durch Franz Liszt und Hans von Bülow im 19. Jahrhundert entdeckt und dem Publikum bekannt gemacht wurden: Die die Romantik vorwegnehmende Sonate Op. 110 und die Sonate Op. 111, die immer wieder Künstler und Schriftsteller fasziniert hat.

Karten für 15 Euro sind im Touristikbüro der Stadt Nittenau, (Telefon 09436/902733) erhältlich. Die Sonntagskonzerte (2. und 9. August) beginnen um 16 Uhr. Am 5. und 7. August ist das Rathaus abendlicher Treffpunkt, Beginn ist um 19.30 Uhr. Parkplätze am Rathaus (Gerichtsstraße 13) stehen zur Verfügung.
Weitere Beiträge zu den Themen: August 2015 (7425)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.