Sechs Zehntel entscheiden

Die erfolgreichen Fahrer Christian Graßmann sen. (von links), Thomas Zangl, Robert Hochmuth, Robert Stangl, Andre Pollich, Klaus Bredow und Gesamtsieger Richard Rötzer wurden von Schirmherrn Bürgermeister Karl Bley und AC-Vorsitzendem Hans Seebauer mit Pokalen und Preisen ausgezeichnet. Bild: hfz
Lokales
Nittenau
11.08.2015
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Gekonnt bremst Robert Stangl seinen Kadett für die Wende an, beschleunigt den Boliden Richtung Ziel. Bestzeit, 34,62 Sekunden. Doch es reicht nicht ganz. Ein gelber "Prinz" stiehlt dem Lokalmatador beim Automobilslalom des AC Nittenau noch den Titel.

Gut 800 Meter lang ist die neue Strecke, die der AC Nittenau für seinen 40. Slalom auf der Brucker Straße am Sonntag ausgesteckt hat. Sie hat ihre Tücken: Den "Elchtest", dazu kleine Unebenheiten, die beim Anbremsen der Tore das Heck der Boliden leicht werden lassen. Nach der Wende geht's relativ gerade und flott zurück zum Ziel. Ein Vorteil für die leistungsstärksten Rennwagen?

Richard Rötzer vom MSC Hansenried beweist mit seinem gelben NSU TT das Gegenteil. Robert Stangl hat mit seinem Opel Kadett C nach 35,3 Sekunden im ersten in seinem zweiten Lauf eine Spitzenzeit von 34,62 Sekunden hingelegt. Würden die "Prinzen", im Autoslalom allein schon wegen der Abmessungen immer vorne dabei, oder Christian Graßmann sen. auf seinem Polo G 40 ihn schlagen können? Karl-Heinz Thiel vom AC Nittenau, Christian Zollner vom SFK Hansenried und Helmut Kunz (MSC Sophienthal) jagen ihre kleinen, wunderschön gepflegten NSU - Kennzeichen: offene Motorhaube hinten - über die Strecke. Am Ende fehlt etwas Geschwindigkeit. Mit Zeiten um die 35 Sekunden können sie Robert Stangl nicht gefährden.

Dann springt für Richard Rötzer die Start-Ampel auf "Grün". Er hatte noch kurz vor dem Rennen die Übersetzung seines TT geändert, der Motor dreht jetzt röhrend auf der Zielgeraden voll aus. Mit 34,81 Sekunden liegt er schon im ersten Lauf knapp vorne. Sein zweiter Lauf ist nahezu perfekt: Er brennt eine Zeit von 34,50 Sekunden in den heißen Asphalt. "Unglaublich", ist vom Sprecherwagen zu hören.

Der "Pokal der Stadt Nittenau" ging an Rötzer, mit 69,31 Sekunden war er gut sechs Zehntel schneller als Stangl (69,92). Den dritten Platz holte sich Streckensprecher Christian Grassmann sen., der mit seinem Polo G 40 für die beiden Umläufe 70,43 Sekunden brauchte. 92 Starter in 17 Klassen zählte der AC. Vorsitzender Hans Seebauer war sehr zufrieden. Auch mit der neuen Strecke. Die rund 300 Zuschauer konnten vom "Lidl"-Parkplatz aus den ganzen Slalomparcours einsehen, das Autohaus Lacher stellte Parkplatz und Gebäude für die "Grillstation" und das Rennbüro des AC zur Verfügung. Schattige Plätze waren gefragt bei praller Sonne. "Trinken Sie genug", scherzte Christian Grassmann vom Sprecherwagen, "wir empfehlen 34 Liter am Tag". Im Fahrerlager auf dem Parkplatz der Firma Evoguard hatten die Zuschauer Gelegenheit, die Boliden genau unter die Lupe zu nehmen und mit den Fahrern zu fachsimpeln.

Rund 40 AC-Mitglieder sorgten für Auf- und Abbau, Sicherheit und reibungslosen Ablauf. Sanitäter und die Feuerwehr Bergham sicherten ebenfalls mit ab. Ihnen und den Sponsoren dankte Seebauer ganz besonders.

Fotos von Clemens Hösamer
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