Stehende Ovationen

Alexander Maria Wagner bescherte den Konzertbesuchern einen unvergesslichen Abend. Bild: Schieder
Lokales
Nittenau
21.11.2014
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"Temperatur und Tastenkunst" - so war der Klavierabend mit Alexander Maria Wagner in der Programmankündigung beschrieben. Die Erwartungen des Publikums wurden nicht enttäuscht, sondern vielmehr übertroffen.

Noch vor der Pause freute sich der 19-jährige Pianist über stehende Ovationen. Gundula Liebisch hatte wieder zu einem ihrer Abende voller Kunst und Musik auf Schloss Stefling eingeladen. Die Gäste trafen in Scharen ein, so dass immer mehr Stühle herbeigeschafft werden mussten.

Neue Stiftung

Junge Menschen zu fördern sei ihr ein Anliegen, sagte eine strahlende Gundula Liebisch. Aber darüber hinaus solle man die Menschen nicht über ihr Alter bewerten. Ihren Lebensmittelpunkt hat die Schlossherrin seit einigen Monaten wieder nach Dresden verlegt, wo sie ihre Stiftung "LIOHT" zur Förderung junger Menschen aufbaut. So haben Dr. Michael Foti und Gundula Liebisch die Vormundschaft über Peyman Shirzad übernommen, einem 24-jährigen Mann aus dem Iran, dessen Eltern dort verfolgt werden.

Zurück zum Konzert: Mit "Papillons op. 2" stimmte Alexander Maria Wagner die Zuhörer auf den Abend ein. Mit dem Stück präsentierte er die Leichtigkeit des Seins, ließ die Schmetterlinge tanzen, unbekümmert in der sonnendurchfluteten Natur. Doch wendet sich das Blatt, gerät das zarte filigrane Geschöpf in Gefahr, was sich am temperamentvollen, virtuos gespielten Melodien zeigte. Dann beruhigte sich die Situation wieder.

Der Wechsel von ruhig, sanft dahingleitend und wilden Klängen vollzog sich auch in den nächsten Werken, so auch bei Wolfgang Amadeus Mozart mit "Fantasie c-Moll KV 475" und Sergei Prokofiev mit der "7. Sonate op. 86 B-Dur". Die Melodien luden zum Träumen ein, gerade auch in der besonderen Umgebung des Raumes. Man befindet sich einfach in einem historischen Gebäude. Das gedämpfte Licht, die brennenden Kerzen in den Wandleuchtern verbreiteten eine heimelige Stimmung. Nach dem tosenden Applaus vor der Pause genossen die Besucher einen edlen Tropfen und probierten die Häppchen mit raffinierten Aufstrichen. Das Konzert bot Anlass, schnell mit anderen ins Gespräch zu kommen. Auch das ist ein Anliegen der Schlossherrin.

Das "Inferno"

Anschließend präsentierte Alexander Maria Wagner ein Stück, das er selber komponiert hat: "Inferno". Dieses Wort sage bereits Einiges aus, meinte der Künstler dazu. Und tatsächlich entpuppte sich dieses Stück als überwältigend virtuos. Doch nicht minder temperamentvoll präsentierte sich erneut Robert Schumann, diesmal mit "Carnaval op. 9".

Für das Publikum gab es danach kein Halten mehr. Applaus und Bravo-Rufe erfüllten den Raum. Der Künstler verstand und spielte noch drei Zugaben, ehe er sich zurückzog. Vorläufig, denn nach einiger Zeit setzte er sich noch einmal spontan ans Klavier und spielte einige Werke, sehr zu Freude der Menschen, die den Abend gemütlich ausklingen ließen.
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