Szenarien eines "Unglücks"

Unter schwerem Atemschutz wurde in der Halle nach einem "Vermissten" gesucht. Bild: Schieder
Lokales
Nittenau
13.10.2014
0
0

Zahlreiche Martinshörner deuteten auf einen großen Einsatz der Feuerwehren hin. Glücklicherweise handelte es sich um eine Übung, an der am Samstag zahlreiche Wehren aus drei Landkreisen teilnahmen. Mehrere Szenarien forderten den Aktiven alles ab.

Aus allen Richtungen kamen Feuerwehrfahrzeuge nach der Alarmierung angebraust, zeitgleich der First Responder und Rettungswägen der Johanniter-Unfallhilfe. Sie alle trafen am "Unglücksort" bei der Firma Schierer ein. Hier brannte eine Lagerhalle. Und damit nicht genug: Vier Schwerverletzte mussten geborgen und versorgt, eine vermisste Person unter schwerem Atemschutz im Innern des Gebäudes gesucht werden.

Die "Bockleiter"

Dieses Schreckensszenario war glücklicherweise nur gestellt und diente zu Übungszwecken. Nichtsdestotrotz wurde der Ernstfall täuschend echt inszeniert. Michael Kerkez, Kommandant der Feuerwehr Nittenau, hatte sich diesen Einsatz ausgedacht, bei dem die Rettungskräfte in mehrfacher Hinsicht stark gefordert waren.

Versorgungsleitungen mussten aufgebaut werden, um den "Brand" in der Halle sowohl von Süden, als auch von Norden her zu bekämpfen. Unter anderem wurden Leitungen vom nahe gelegenen Kleberweiher gelegt. Um die Schlauchstrecke zu verkürzen, erfolgte die Verlegung der Leitungen über den Zaun per "Bockleiter". Um in der Halle keine Wasserschäden entstehen zu lassen, wurde stattdessen die ringsum gelegene Flora mit dem kühlen Nass versorgt. Auch die Drehleiter kam zum Einsatz. Schließlich sollte ein Übergreifen der Flammen auf das benachbarte Baustofflager verhindert und überhaupt der Schaden am bereits brennenden Gebäude so gering wie möglich gehalten werden.

Täuschend echt

Während einige der Feuerwehrleute den Brand bekämpften, lief durch die anderen zeitgleich die Personenrettung. Insgesamt handelte es sich um vier "Schwerverletzte". Die Wunden, neben schrecklichen Brandverletzungen auch böse Schnitte, waren täuschend real durch Nicole Ernst geschminkt worden. Und die Verletzten selbst entpuppten sich als wahre Schauspieler.

Kommandant Michael Kerkez betonte, dass es neben Brandbekämpfung und dem Versorgen der Verletzten auf die Zusammenarbeit der Feuerwehren aus den Landkreisen Schwandorf, Cham und Regensburg ankomme, gekoppelt mit dem Einsatz der Rettungswägen, diesmal der Johanniter-Unfallhilfe. Immerhin mussten drei lange Schlauchleitungen koordiniert werden. Die Herausforderung bestand darin, alles in die richtigen Bahnen zu lenken. "Ich bin zufrieden", lautete das Resümee.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.