Trauer um großen Musiker

So wird Ewald Tonollo in bester Erinnerung bleiben. Archivbild: Schieder
Lokales
Nittenau
11.06.2015
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Er hat das kulturelle Leben in Nittenau über Jahrzehnte hinweg mitgeprägt. Besonders "seine" Stadtkapelle lag ihm dabei am Herzen. Am Dienstag verstarb Ewald Tonollo im Alter von 80 Jahren.

Als kürzlich das Jubiläum 225 Jahre Blasmusik in Nittenau gefeiert wurde, rangierte sein Name in Abwesenheit ganz oben auf der Liste verdienter Persönlichkeiten. Der vielzitierte Satz "mit Leib und Seele" trifft auf Ewald Tonollo mit Blick auf sein Leben für die Musik vollinhaltlich zu.

Zuerst die Zither

Beruflich absolvierte Tonollo zunächst eine kaufmännische Ausbildung, trat dann beim Bundesgrenzschutz ein und wechselte schließlich als Unteroffizier zur Bundeswehr. Privat praktizierte er sein großes Hobby bereits seit 1946, als das Erlernen der Zither auf dem Programm stand. Zahlreiche Instrumente folgten, von der Trompete über das Saxofon bis hin zur Klarinette.

Bei den Tonollos handelt es sich seit Generationen um eine musikalische Familie und so übernahm Ewald 1975 von seinem Vater den Dirigentenstab bei der Stadtkapelle. Bis 2007 prägte er den Klangkörper in führender Position. Von 1981 bis 2013 fungierte er zusätzlich als Vorsitzender des Vereins Blaskapelle Nittenau.

Hohe Auszeichnungen

Tonollo widmete sich auch der literarischen Forschung. Im Jahr 2000 erschien unter seiner Federführung das Buch "75 Jahre Stadtkapelle Nittenau". Darin ist auch die blasmusikalische Tradition bis zum Jahr 1790 zurückzuverfolgen. Die außerordentlichen Leistungen des Verstorbenen wurden mit zahlreichen hohen Auszeichnungen honoriert. Die Kapelle ernannte ihn zum Ehrendirigenten und Ehrenvorsitzenden. Die Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände verlieh ihm Medaillen in Gold mit Diamant. Die Stadt dankte Tonollo mit der silbernen Bürgermedaille.

Mit Familie trauern

Um ihn trauern auch eine Reihe von Vereinen, denen er als Mitglied angehörte. Zu nennen ist dabei vor allem die Reservisten- und Kriegerkameradschaft, bei der er vor der Fusionierung mit dem Kriegerverein und danach Spitzenämter inne hatte. Die besondere Anteilnahme gilt seiner Familie. Um Ewald Tonollo trauern seine Frau, die Tochter, der Sohn, die beiden Enkel und die drei Urenkel. Das Requiem ist für Freitag, 19. Juni, um 14.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche terminiert. Die Urnenbeisetzung auf dem Friedhof schließt sich an.
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