Weihnachtsweisen mit Zugabe

Tabea, Johannes, Reiner und Inge Eppelein (von links) bereicherten das Konzert als "Eppelein Singers" im harmonischen Zusammenklang.
Lokales
Nittenau
03.01.2015
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Das Weihnachtskonzert geht am Neujahrstag über die Bühne. Diese Vorgehensweise hat sich bewährt. Und das begeisterte Publikum wird mit einbezogen.

"Ein gesegnetes, gutes, gesundes, zufriedenes, glückliches, erfolgreiches neues Jahr", hieß Pfarrer Reiner Eppelein die vielen Besucher des Weihnachtskonzerts in der evangelisch-lutherischen Erlöserkirche willkommen, "das immer am Neujahrstag stattfindet". In der Tat wurde die Trennwand zum Gruppenraum geöffnet, damit die Gäste Platz finden konnten.

"Quempas" war das Konzert überschrieben. Früher haben die Leute dessen Bedeutung gekannt, so Pfarrer Eppelein. Dieses "Quempas" bezeichne das Lied, mit dem das Konzert eröffnet wurde: "Den die Hirten lobeten sehre" von Michael Praetorius, erläuterte er. Praetorius begegnete den Zuhörern an diesem Abend noch öfter, nämlich beim "Enatus est Emanuel" und beim "Lobt Gott, ihr Christen alle gleich", präsentiert vom Singkreis der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde. Das bekannte "In dulci jubilo" - hier waren im Programm die Namen der beiden Komponisten Johann Walther und Michael Praetorius vermerkt. Praetorius war ein Schüler von Walther. Dargebracht wurde es von den "Eppelein Singers" mit Reiner, Inge, Johannes und Tabea Eppelein, solo und gemeinsam mit dem Singkreis.

Die Gedanken schweifen

Besinnlich wurde es beim Pastorale BWV 590, von Johann Sebastian Bach, das Johannes Eppelein auf der Orgel spielte. Konzentriertes Zuhören wechselte mit dem schweifen lassen der Gedanken. Kaum ein Weihnachtskonzert ohne Bach: Unter Orgelbegleitung ihres Bruders sang Tabea Eppelein mit ihrem herrlichen Sopran seine zwei Lieder "Nun wird mein liebster Bräutigam" und "Bereite dich, Zion". Die "Eppelein Singers" entfalteten wiederum ihre Stimmenvielfalt mit Bachs Chorälen aus dem Weihnachtsoratorium BWV 248. Der Singkreis bewies seine Vielfalt mit ruhigen Tönen wie beim "Liebster Jesu, sei willkommen" von Gaetano Maria Schiassi und Leonhard Schröter mit "Freut euch, ihr lieben Christen" sowie dem rhythmischen Weihnachtslied aus Trinidad "Virgin Mary had a baby boy" aus der Feder von Henry O. Millsby.

Frank Krönes begleitete auf dem Klavier den Singkreis bei "Dormi, Jesu" von John Rutter. Gefordert war das Publikum beim allseits bekannten "Vom Himmel hoch, da komm ich her". Pfarrer Reiner Eppelein sagte, dass es sich um eine einfache Melodie handle, die jeder kenne. Martin Luther nun habe diesen "Schlager oder Gassenhauer" genommen und einen tollen Text dazu gemacht. Und so sei das Weihnachtsgeschehen auf den Marktplatz der Nachrichten gelangt. Die ersten Strophen seien den Menschen allgemein vertraut, doch lohne es sich, alle 15 zu singen, um so dem Geschehen Raum zu geben.

Freude schwang auch mit beim Applaus am Ende des Konzerts nach dem "Nun danket alle Gott" von Sigfrid Karg-Elert, gespielt von Johannes Eppelein auf der Orgel. Die Bitte nach einer Zugabe wurde laut. Noch einmal brachte der Singkreis das "Virgin Mary had a baby boy".
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