"Weimarer Kulturexpress" zeigt am Regentalgymnasium beeindruckendes Theaterstück über Bulimie
Aus Verzweiflung in die Sucht

Wenn alle Gedanken nur mehr ums Essen kreisen, dann wird es gefährlich. Es können krankhafte Essstörungen entstehen. Das wurde im Theaterstück "Die perfekte Leere" deutlich. Bild: sir
Lokales
Nittenau
28.04.2015
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"Die perfekte Leere" erwies sich als recht inhaltsschwer. Dieses Stück von Patric Tavanti zeigte der "Weimarer Kulturexpress", der nicht zum ersten Mal am Regental-Gymnasium auftrat. Behandelt wurde das Thema Essstörungen, insbesondere die Bulimie, eine Suchterkrankung.

Vor Beginn des Theaterstücks wandte sich Schulleiterin Petra Weindl an die Schüler, mahnte, die darin enthaltene Botschaft für sich anzunehmen. Nancy Dölves und Daria Gabriel vermittelten den Spannungsbogen von einem anfänglich harmlos klingenden "nur etwas Gewicht verlieren wollen" bis hin zu einer ernstzunehmenden, zwanghaften Erkrankung.

Bella ist verliebt, schwebt auf Wolke sieben und singt ihrer besten Freundin Stella ein Liebeslied für ihren Freund Julian vor. Umso schlimmer ist es für sie, als Julian die Beziehung mit ihr beendet. Daraufhin tröstet sich Bella mit Süßigkeiten, verkriecht sich in ihrem Zimmer. Stets kreisen ihre Gedanken um eine Frage: "Woran könnte es liegen, dass Julian mit mir Schuss gemacht hat?" Ihre beste Freundin Stella meint, dass es vielleicht auch an ihrem Gewicht liegen konnte.

Die Freundin wird zur Kalorienpolizei, sorgt dafür, dass Bella ihr Essverhalten komplett umstellt. Der Erfolg bleibt nicht aus, die Kilos purzeln. Doch dann signalisiert der Körper von Bella, dass es nun genug ist. Sie verliert kein Gramm Gewicht mehr. Auch hier weiß Stella Rat, gibt ihr vermeintlich gute Tipps, wie sie noch mehr abnehmen kann. Dies ist der Anfang einer Essstörung, einer Sucht, aus der sich niemand ohne professionelle Hilfe mehr befreien kann. Denn Stella selber trägt ein Geheimnis mit ihr herum: Sie ist selber essgestört.

Wieder hat der "Weimarer Kulturexpress" mit seiner Darstellung die Schüler stark beeindruckt. Die beiden Darstellerinnen ließen die Schüler danach nicht allein. Diese hatten die Gelegenheit, ihre Gedanken in einer offenen Diskussion darzulegen.
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