Wenn Liebe an Grenzen stößt

Heike Adami stellte in Nittenau ihren Debütroman "Fenster zur Freiheit" vor, der eine "Liebe in Arabien" beinhaltet. Bild: Schieder
Lokales
Nittenau
24.12.2014
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Kulturen prallen aufeinander, die Eingewöhnung in der arabischen Welt fällt Sophie schwer. Sie hat einen Mann aus Bahrain geheiratet. Nun geht die Buchfigur auf die Suche nach der Freiheit.

Den Niqab vor dem Gesicht, den Körper insgesamt in einer schwarzen Stofffülle verhüllt - für Frauen im Orient ist diese Verschleierung selbstverständlich. Die gesellschaftlichen Zwänge in den Ländern Saudi Arabiens lassen kein Aufbegehren dagegen zu. An ihre Grenzen stößt dagegen Sophie, eine Europäerin, die als Stewardess einer arabischen Fluggesellschaft ihrer großen Liebe, dem wohlhabenden Latif, begegnet und mit dem Leben einer arabischen Frau konfrontiert wird.

Heike Adami hat diese Geschichte geschrieben, mit dem Titel "Fenster zur Freiheit", in dem sie "eine Liebe in Arabien" aufzeichnet, mit all ihren Schwierigkeiten und Hoffnungen. Eine ähnliche Story habe sie in ihrer Familie erlebt, sagt die Autorin, die mit diesem Werk ihr Debüt gibt. In der Kunstgalerie "horst" las sie aussagekräftige Passagen daraus vor. Galeriebesitzerin Ellen Lankes-Schmatz konnte dazu nur wenige Besucher begrüßen. Am Ende der Autorenlesung herrscht jedoch Einigkeit: "Es hat sich gelohnt." Wie kam die Augsburgerin Heike Adami dazu, in Nittenau zu lesen? Über Facebook haben sich Martina M. Altmann, die ihre Gemälde in der Galerie ausstellte und Heike Adami kennengelernt. Beide verarbeiten ihre eigene "Grenzwelt" in ihren Darstellungen über ihre unterschiedlichen Werke. Grenzerfahrungen ist das, was die beiden verbindet.

Vor Ort recherchiert

Ein Leben in Luxus in einer Villa in Bahrain, der Heimat von Latif, mit Maid, Gärtner und Driver - all das umgibt Sophie, die ihren Mann und ihre Kinder über alles liebt. Die Leser sollen sich in die Situation der Sophie einfühlen können, deshalb habe sie das Buch in Ich-Form geschrieben, schickte Heike Adami voraus. Zu Recherchezwecken sei sie vor Ort gewesen, habe auch die Verhältnisse in Israel und Palästina kennengelernt. Mit einer Vernissage beginnt das Buch, bei der Sophie sich glücklich fühlt. Dann erfährt der Leser per Zeitsprung zurück etwas aus der Kindheit von Sophie, über ihr Leben als Stewardess und schließlich das Kennenlernen von Latif, dessen Heiratsantrag sie annimmt. Die Spannung bei der Lesung steigert sich bei dem Kapitel mit der Geschäftsreise in Saudi Arabien. Sophie begleitet ihren Mann und erlebt bereits bei der Einreise eine Demütigung nach der anderen. Große Probleme werfen bereits der Niqab, die Vollverschleierung, sowie die schwarze Kleidung auf. Stundenlang verharrt Sophie in der großen Hitze bis zum Zusammenbruch. Und auch ihren Pass behalten die Behörden ein. Immer ein paar Schritte hinter ihrem Mann folgt sie ihm, den Blick auf den Boden gerichtet.

Beim Dinner im Hotel erweist sich die Kleidung wiederum als sehr hinderlich. Da beim Niqab nur die Augen frei bleiben, ist allein die Sicht schon eingeschränkt. Essen mit Messer und Gabel ist kaum möglich. Schwarze Seidenhandschuhe lassen ihr das Besteck aus der Hand gleiten. Bei jedem Biss muss der Schleier mit einer Hand kurz angehoben werden.

Kann die Liebe auf Dauer bestehen, angesichts der großen kulturellen Unterschiede? Können durch diese Liebe wenigstens im kleinen privaten Bereich Grenzen überwunden werden, angesichts der äußeren Zwänge, die ein muslimisches Land vorgibt? Die Antwort darauf gibt das Buch, das Heike Adami auf Wunsch der anwesenden Käufer signierte.
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