Wohnen wie im Süden

Lokales
Nittenau
09.10.2014
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Der Bau- und Umweltausschuss hatte bei seiner Sitzung am Dienstagabend mächtig zu tun. Nicht weniger als 16 Baugesuche kamen auf den Tisch. Expandieren wollen zwei Verbrauchermärkte. In einem Fall stößt dies auf Probleme.

Die Voranfragen reichten von der Neuerrichtung einer Heizanlage mit Ferienwohnung über den Bau von Einfamilienhäusern bis hin zu Nebengebäuden. Gleiches gilt für die Bauanträge, wobei auch ein Projekt mit Wohnhaus und Praxisgebäude in Bergham das Gremium passierte. Zweierlei fiel auf: Zum einen liegt offenbar das "Toskana-Haus" voll im Trend, zum anderen herrscht in Fischbach rege Bautätigkeit.

Mit Kunden-Toilette

Der Verbrauchermarkt Lidl im Gewerbegebiet "Hirschenbleschen" will räumlich expandieren. Die Verkaufsfläche erhöht sich durch den Anbau auf insgesamt 1162 Quadratmeter (bisher 695) und die überbaute Fläche von 1225 auf 1789 Quadratmeter. Es kommt ein Backshop hinzu, die Getränkerückgabe soll neu geregelt werden. Dem Vorschlag des Seniorenbeirats folgend, wird auch eine Kunden-Toilette installiert. Der Ausschuss stimmte den Plänen zu.

Dass der Netto-Markt an der Regental-Straße erweitern möchte, beschäftigt die Verantwortlichen seit geraumer Zeit. Nun lag der Antrag vor, die Verkaufsfläche von 821 auf 1321 Quadratmeter und das überbaute Areal von 1290 auf 1808 Quadratmeter zu steigern. Bekanntlich stehen Überlegungen im Raum, das Vorhaben mit dem benachbarten ehemaligen BayWa-Gelände zu verknüpfen. Ob dies gelingt, ist derzeit eher fraglich.

Waldfriedhof thematisiert

Insofern blieb dem Gremium nur die Ablehnung des Antrags, da dieses Vorhaben einen großflächigen Handelsbetrieb darstelle, der laut Baunutzungsverordnung einem Sondergebiet zuzuordnen sei, hieß es in der Sitzungvorlage. Dem Bauherrn wurde empfohlen, eine Ausweisung des Grundstücks als Sondergebiet anzustreben. Bei den Anfragen brachte Jürgen Kuprat (SPD) die angespannte Parksituation beim Kindergarten St. Josef auf die Agenda. Bürgermeister Karl Bley (SPD) verwies eindringlich auf die Straßenverkehrsordnung. Den freien Platz der abgerissenen Gebäude an der St. Wolfgang-Straße kann sich Werner Götzer (SPD) als Parkfläche vorstellen. Stellplätze würden im Zentrum dingend benötigt. Gegen eine solche Maßnahme sprächen eine Reihe von Gründen, antwortete Bley. Den geplanten Waldfriedhof bei Stefling thematisierte Willi Sturm (CSU). Er werde immer wieder von Leuten angegangen und gelange immer mehr zu der Überzeugung, dass "die Befürwortung des Vorhabens die größte Fehlentscheidung war". "Ich finde nichts Schlechtes dran", entgegnete der Bürgermeister. Auf emotionaler Ebene werde "von den Wortführern Stimmung gemacht", auf sachlicher ließen die bislang eingegangenen Stellungnahmen keine negativen Aspekte erkennen. Die Thematik komme nach Eingang aller Anmerkungen ausführlich zur Sprache.
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