Zeitzeugen sind wir alle

Lokales
Nittenau
08.10.2015
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"Zeitzeugen sind wir alle", unter diesem Motto steht der besuch eines besonderen Gasts am Montag, 12. Oktober, um 19 Uhr im Stadtmuseum. Ernst Grube, Jahrgang 1932, kann auf ein langes Leben zurückblicken. Geboren in München, als Sohn eines kommunistischen Vaters und einer jüdischen Mutter, sind seine Erinnerungen an die Kindheit eine akzentuierte Gratwanderung innerhalb der deutschen Geschichte. Die Ausgrenzung als jüdisches Kind und die Geborgenheit in der aufrechten Standhaftigkeit des Vaters geben den Rahmen für die Biografie, die Grube auch an Schulen erzählt. Er ist stellvertretender Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau und Sprecher des Landesvorstands Bayern der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes. Er weiß seine persönliche Geschichte samt der Deportation nach Theresienstadt einzubetten in die großen Zusammenhänge.

Aber nicht nur das: Zu seiner Nachkriegszeit gehört, dass er bereits als Jugendlicher zur VVN, also zur "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes" gegangen ist. "Ich war tätig im Sinne eines Erbes. Die ermordeten Kommunisten, Sozialdemokraten, Christen wie Dietrich Bonhoeffer haben der nachfolgenden Gesellschaft ja ein Erbe hinterlassen: Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg! Für Menschenrechte! Hilfe für Menschen, die als Gruppe verfolgt werden!" so Ernst Grube in einem Interview. Ernst Grube wird am Montag, 12. Oktober zuerst am Regentalgymnasium und um 19 Uhr im Stadtmuseum sein. Der Eintritt ist frei, die Ausstellung "Kindheit und Jugend in Kriegs- und Nachkriegszeit" ist letztmalig ab 18 Uhr zu besichtigen.
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