Abwasser-Anschluss kostet 2 Millionen Euro mehr als gedacht
Teure Überraschung

Politik
Nittenau
16.12.2015
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Rund 5,3 Millionen Euro und damit 2 Millionen Euro mehr muss die Stadt Nittenau für den Anschluss mehrerer Ortsteile an die Verbandskläranlage ausgeben. Der Stadtrat billigte die Mehrausgaben, die Bürgermeister Karl Bley begründete.

Die 3,3 Millionen Euro, die bisher für den Anschluss der Ortsteile Entermainsbach, Neuhaus, Oed, Tiefenhof und Kaspeltshub veranschlagt waren, reichen nicht. "Auch, weil Fischbach dazukommt", sagte Bley und verwies außerdem auf die allgemeine Preissteigerung, seit das Projekt 2005 geschätzt wurde. Pumpwerke müssen größer ausgebaut werden, als zunächst gedacht, außerdem deutlich mehr Regenwasserkanäle erneuert werden, als zunächst kalkuliert.

"Brauchen wir die Absetzteiche wirklich", fragte Christian Hofstetter angesichts der Kosten. Die müssten sein, entgegnete Bley, um das Regenwasser vorschriftsgemäß ableiten zu können. Auf Nachfrage von Franz Probst (Grüne) sagte Bley, dass der Stadtrat vor mehreren Jahren den Anschluss Fischbachs beschlossen habe - aus Gründen der Wirtschaftlichkeit. Außerdem komme der Fischbach als Vorfluter für gereinigtes Abwasser nicht infrage. Auf 5,3 Millionen Euro Kosten wird der Bauabschnitt 33 nun geschätzt. "Das ist eine Maßnahme, die uns noch ganz gehörig beschäftigen wird", sagte Bley. Teile sind bereits in Arbeit, etwa der Düker unter dem Regen und rund 700 Meter Druckleitung. Der Stadtrat billigte die Mehrkosten. Die Ausschreibung soll schon im Januar 2016 erfolgen.

Der Stadtrat brachte auch die Förderanträge für den Hochwasserrückhalt in den Bereichen Doblbach und Frankenbach auf den Weg. Zu den rund 665 000 Euro Gesamtkosten erwartet die Stadt eine Förderung von knapp 500 000 Euro. Auch vom neu aufgelegten "Kommunal-Investitionsprogramm" (KIP) will die Stadt profitieren. Sie bewirbt sich mit Maßnahmen am Rathaus um Fördermittel. Vorgesehen wären neue Fenster, eine Sanierung des Dachs und der barrierefreie Zugang zum oberen Stockwerk.

Die Integration von Flüchtlingen nannte der Bürgermeister in seinem Jahresrückblick eine er Hauptaufgaben für das kommende Jahr, wenn die Gemeinschaftsunterkunft an der Thanner Straße bezogen wird. Die Nutzung der Angerinsel, das Einzelhandelszentrum auf dem ehemaligen Baywa-Gelände, der Baubeginn der Nord-Ost-Umgehung und der neue Kindergarten sind weitere Themen, die auf den Tisch kommen werden. Dazu die Abwasserbeseitigung und der Radweg entlang des Fuchsensteigs.

"Mir fällt ein Stein vom Herzen", sagte Bley angesichts des Abschlusses der Deponiesanierung in Bleich. Die neue Kindergartengruppe, den Hochwasserschutz und die Erschließung der Gewerbegebiete Waltenried und Hirschenbleschen nannte er als weitere wichtige Maßnahmen in laufenden Jahr. Trotz enger Finanzlage habe die Stadt ihre Investitionen mit einem Haushalt ohne Netto-Neuverschuldung erledigt. Bleys besonderer Dank galt den Rettungsorganisationen, allen Ehrenamtlichen, den Mitarbeitern in den städtischen Einrichtungen und Kindergärten, den Vereinen und Verbänden. Sie hätten auch dafür gesorgt, dass der Veranstaltungskalender in der Stadt wieder prall gefüllt war.

Zweiter Bürgermeister Albert Meierhofer (CSU) erinnerte an den Neubau des Pfarrheims, würdigte die Bau-Aktivitäten in der Stadt. "Wir haben viel erreicht", sagte er, verwies aber auch auf das Stadtentwicklungskonzept ISEK, das noch viele Aufgaben für die kommenden Jahre aufliste. Wie Meierhofer hob SPD-Fraktionssprecher Michael Jäger die gute Zusammenarbeit im Gremium hervor. Er hoffe, dass auch die kommenden Aufgaben ohne neue Schulden zu schultern sein werden. Auf die Finanzen wollen auch die Freien Wähler weiter ihr Augenmerk richten, sagte Otto Storbeck. Franz Probst (Grüne) nannte das ISEK und das Energiekonzept der Stadt wichtige Richtlinien für die Arbeit.
Das ist eine Maßnahme, die uns noch ganz gehörig beschäftigen wird.Bürgermister Karl Bley zum nächsten Bauabschnitt der Abwasseranlage
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