Bauausschuss-Mitglieder sprechen sich gegen Bauantrag aus
Stadt will drohenden Ärger vermeiden

Unweit des Krones-Werkes ist ein sogenanntes Mischgebiet, das in der jüngsten Bauausschusssitzung für Diskussionen sorgte, weil die Firma Stilvolles Wohnen dort reine Wohneinheiten errichten will. Bild: sir
Politik
Nittenau
27.01.2016
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Das Landratsamt und die Stadt Nittenau sind sich bei einem Bauantrag nicht einig. Bürgermeister Karl Bley spricht sich klar dagegen aus. Er befürchtet, dass es beim Bau von zwei Einfamilienhäusern zu Problemen zwischen Anwohnern und der Krones AG kommen könnte.

Bereits im Juli behandelte der Bau- und Umweltausschuss den Antrag der Firma Stilvolles Wohnen Walter GmbH. Die Mitglieder hatten sich gegen die Errichtung von zwei Wohnhäusern mit Doppelgaragen ausgesprochen. Grund ist der, dass die Stadt den Charakter des Mischgebietes "Am Sulzbach" beibehalten will. Das heißt, dass auf der Hälfte der Flächen Wohngebäude und auf der anderen Hälfte Gewerbebauten entstehen sollen. Nittenau hat bei der Erstellung des Bebauungsplan aber nicht festgelegt, ob diese 50-50-Regelung für jede Parzelle oder ein größeres Gebiet gilt.

"Keine Gefährdung"


Allerdings beseitigte die Stadt "dieses Manko" nach Aussage von Bley dadurch, dass vor einiger Zeit entschieden wurde, "dass wir den Mischcharakter auf einer Parzelle beibehalten". Das Landratsamt teilte hingegen in einem Schreiben an die Stadt mit: "Die vorliegenden Bauanträge sind noch keine Gefährdung des Mischgebiets-Charakters." Bley äußerte in der jüngsten Ausschusssitzung am Dienstagabend, dass er enttäuscht vom Landratsamt sei. Zum einen weil er sagt: "Der Antragsteller hat das Grundstück unter falschen Voraussetzungen gekauft." Denn er habe im Mischgebiet gar kein Gewerbebau errichten wollen, sondern lediglich Wohneinheiten.

Zum anderen denkt das Stadtoberhaupt an die Probleme, die entstehen könnten. Fällt nämlich der Mischgebiets-Charakter einmal weg, gelten andere Emissions-Bestimmungen als jetzt. Heißt konkret: Anwohner könnten sich über Lärm beschweren, der vom nahe gelegenen Krones-Werk herrührt. Bley prophezeite: "Krones wird sich sehr wohl dagegen wehren, wenn im Betrieb die Nutzung gefährdet ist." Das Unternehmen könnte zivilrechtliche Schritte unternehmen. Logischerweise hat der Bürgermeister kein Interesse daran, dass der in Nittenau angesiedelte Weltmarktführer mit solchen Problemen konfrontiert wird.

Nur Empfehlung möglich


In der Abstimmung über den Beschlussvorschlag ging es darum, sich für oder gegen den Bauantrag auszusprechen. Nittenau kann letztlich allerdings nur eine Empfehlung geben, Baugenehmigungsbehörde ist das Landratsamt. Acht der elf Ausschussmitglieder votierten gegen die Errichtung der Einfamilienhäuser.

Otto Storbeck (FW) ist der Meinung, dass sich die Stadt an den Rat des Landratsamtes halten soll: "Wir haben eine klare Empfehlung einer übergeordneten Dienstbehörde." Bley konterte: "Wir dürfen selbst eine Meinung haben." Neben Storbeck stimmten nur sein Fraktionskollege Dr. Roland Gebhard und Willi Sturm von der CSU für den Bauantrag.
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