Erste Bürgerversammlung in Hof am Regen
Bley stellt sich Fragen und Kritik

Politik
Nittenau
26.10.2016
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Erst Infos, anschließend Diskussion. So wollten es die Anwesenden bei der ersten Bürgerversammlung in Hof am Regen handhaben. Bürgermeister Karl Bley sprach deshalb zunächst über Stadtentwicklung und finanzielle Verhältnisse. Danach moderierte Stadtrat Benjamin Boml die Fragerunde.

Bewohner aus Stefling ärgern sich. Sie müssen zahlen, weil die Hintere Dorfstraße, die Straße "Am Birkenberg" und der Regenstaufer Weg asphaltiert werden. Die Maßnahme hat einen unmittelbaren Zusammenhang mit der Erschließung des Neubaugebiets "Stefling West II". Besonders die Anlieger, die schon länger in der Hinteren Dorfstraße leben, sahen sich benachteiligt, weil die Kosten auch auf sie umgelegt werden. Bley erklärte unmissverständlich, dass daran nicht zu rütteln sei. Baubeginn ist 2017.

Anton Huber, der das Wort ergriff, wollte sich damit nicht zufrieden geben. Er hakte nach, weshalb die von Anwohnern geforderte Anbindung des Neubaugebiets an die Staatsstraße so viel mehr koste, als die noch nicht realisierte Abbiegespur zum Naturfriedhof. Durch die Anbindung könne man sich die Asphaltierung der anderen Straßen sparen, argumentierte er. Bley entgegnete: Weil es sich um eine Staatsstraße handle, müssten damit verknüpfte Normen und Vorgaben eingehalten werden. Huber fragte: "Warum hat es noch keine Anliegerversammlung gegeben?" Bley antwortete, dass er ohne Planung keine Informationen geben könne. "Ich rede nicht ins Blaue hinein."

Erwartungen gedämpft


Das sogenannte schnelle Internet beschäftigte einige Bürger. Vor allem jene aus Untermainsbach, Überfuhr und Weißenhof. Die bisherige Leistung sei keinesfalls ausreichend und auch kaum zukunftsträchtig, hieß es während der Bürgerversammlung. Es gab Fragen zum Verteiler und den Kosten. Bley erklärte, dass die Bürger informiert werden sollen. Gleichzeitig dämpfte er aber die Erwartungen: "Wir leben eben auf dem Land." Technisch gebe es bereits viele Möglichkeiten - aber auch gesetzliche Vorgaben.

Raser ein Problem


Als es um den Lückenschluss des Radweges von Marienthal nach Stefling ging, schickte Bley voraus: "Das ist auch Aufgabe des Freistaats Bayern." Man sei auf die Kooperation der Grundstückseigentümer angewiesen. In dieser Sache seien auch Naturschützer auf den Plan getreten - wegen der Zauneidechsen, die hier lebten. Wegen des Hochwasserschutzes bestätigte Bley auf Nachfrage den Kauf von Wiesen zwischen Untermainsbach und Dobl. Diese diene dem Wasserrückhalt in der Fläche. Es werde ein sehr großes Gebiet durch den Doblbach entwässert.

Außerdem waren die Raser Thema. Zwar gebe es viele Schilder, die auf Geschwindigkeitsbegrenzungen hinweisen, doch kaum jemand halte sich daran. Gerade auf der Hofer Straße nach Stefling sei das ein Problem. Laut Bley ein hausgemachtes, weil die Hofer und Steflinger selbst das Tempo nicht reduzierten. Hier, genau wie am Jahnweg, würden manche Fahrer einen Wettbewerb zu Geschwindigkeitsrekorden starten, wenn Messungen erfolgen - sogar im Rückwärtsfahren.

Es tauchte auch die Frage auf, warum die Stadt 30 000 Euro für das Bürgerfest aufwendet? Bley antwortete: Wenn sich jemand finde, der die Musik bezahle, Licht- und Tontechnik, Bühnenmiete und Gema-Gebühren, dann bräuchte die Stadt diese Ausgaben nicht tätigen. Auch die Kosten für die Geisterwanderung waren Thema. Vorsitzender Albert Meierhofer sagte, dass es sich um Bauhofleistungen handle. Streng genommen dürfte es dann auch die anderen Feste nicht geben, deren Vereine ebenfalls von dieser Leistung profitierten.

Zahlen und FaktenBürgermeister Karl Bley hatte bei der Bürgerversammlung einen ganzen Packen Zahlen dabei:

Die Einwohnerzahl liebt bei 9134 Bürgern, genau die gleiche Zahl wie im vorjährigen Berichtszeitraum.

Das Gesamtvolumen des Haushalts beläuft sich auf 26 537 200 Euro. Im Verwaltungshaushalt sind es 15 964 900 Euro, im Vermögenshaushalt 10 572 300 Euro. Haupteinnahmequellen sind im Verwaltungsetat Lohn- und Einkommenssteuer (4 036 000 Euro), Gewerbesteuer (3 517 600 Euro) sowie Kanal- und Wassergebühren. Die Hauptausgaben sind die Kreisumlage (3 496 900 Euro), Personalkosten (3 103 600 Euro), Gewerbesteuerumlage (638 700 Euro) und Zinszahlungen (254 400 Euro). Im Vermögenshaushalt schlägt auf der Einnahmenseite die Zuführung vom Verwaltungshaushalt zu Buche (1 734 600 Euro) sowie Zuweisungen und Zuschüsse. Hauptausgaben im Vermögensetat sind die Kosten für den Erwerb von Grundstücken und Anlagevermögen, Kredittilgung sowie die Kosten für Baumaßnahmen.

Der Schuldenstand beläuft sich voraussichtlich bis Jahresende auf 10 458 270 Euro, einer leichten Zunahme gegenüber den vergangenen beiden Jahren.

An aktuellen Baumaßnahmen reihte Bley die Abwasserversorgung bei Neuhaus/Kaspeltshub, Entermainsbach, Baugebiet Rosenstraße in Nittenau, die Maßnahme des früheren BayWa-Areals sowie die Nord-Ost-Umgehung auf. (sir)
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