Jubiläum der Hospizinitiative der Caritas-Sozialstationen im Landkreis Nittenau
Manchmal reicht eine Hand

Diese Hospizhelfer versehen ihren Dienst am Nächsten seit 15 bzw. zehn Jahren. Dafür dankten ihnen Hauptkoordinatorin Zenta Ruml (links), Stellvertreterin Birgit Wölker (Siebte von links), Caritas-Geschäftsführerin Daniela Friedrich (Zweite von rechts) und Bürgermeister Karl Bley (rechts). Bild: sir
Politik
Nittenau
16.11.2014
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Seit 15 Jahren besteht die Hospizinitiative der Caritas-Sozialstationen im Landkreis. Dieses Jubiläum war Anlass für einen Rückblick. Die aktuelle Diskussion im Bundestag war ebenfalls Thema.

Der weltlichen Feier in der Regentalhalle am Freitagabend ging ein ökumenischer Gottesdienst in der Pfarrkirche voraus, den Pfarrer Adolf Schöls und Pfarrer Reiner Eppelein, zelebrierten (Bericht folgt). Dem Anlass entsprechend gestaltete der Musikverein Roding unter Leitung von Johann Häusler sowohl den Gottesdienst als auch den Festakt in der Regentalhalle.

Nicht allein lassen

Streng genommen habe der Aufbau der Hospizinitiative schon 1980 begonnen, so Daniela Friedrich, Geschäftsführerin der Caritas-Sozialstationen, als es unter den ersten Pflegebedürftigen auch die ersten Sterbenden gegeben habe. Für die Schwestern sei es von Anfang an klar gewesen, dass sie die Sterbenden in ihren letzten Minuten begleiten werden. Spätestens ab 1999 habe man zusätzliche Hospizbegleiter gebraucht, verbunden mit einem zukunftsweisenden Konzept.

Die damalige Geschäftsführung, Wilhelm Nees und Maria Lukassen, warb in der Öffentlichkeit für den Hospizgedanken und nahm diesen als einen eigenständigen Arbeitsbereich in das Portfolio der Sozialstationen auf. Die Ausarbeitung des Konzepts und die Schulungen der Ehrenamtlichen hatten Ingeborg Tijssen und Birgit Kramer, übernommen. "Dieses Engagement möchte ich unter der Überschrift 'Berufsethos' und der Identifikation mit den Kranken, die ihren letzten Weg gehen, lobenswert hervorheben", so Friedrich.

Tragendes Fundament

"Das tragende Fundament der Hospizinitiative sind aber unbestritten Sie, unsere ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und -begleiter. Sie scheuen keine Mühe und stellen große Teile ihrer Zeit in den Dienst von schwerkranken und sterbenden Menschen sowie deren Angehörigen", lobte die Sprecherin. Die Hospizinitiative begleite Schwerkranke und Sterbende zu Hause, in Pflegeheimen und Krankenhäusern. Die Koordination übernehmen aktuell Zenta Ruml und Birgit Wölker.

"Die Hospizarbeit liegt uns wirklich sehr am Herzen und es ist uns besonders wichtig, sie am Leben zu erhalten", richtete Friedrich ein persönliches Anliegen an die Anwesenden. Deshalb brauche man Menschen, die nicht unmittelbar ehrenamtlich mitarbeiten können, aber den Hospizgedanken mittragen. Schirmherr, Bürgermeister Karl Bley, betonte, dass das Thema "Betreuung von kranken Menschen auf ihrem letzten Lebensweg" aktueller denn je sei. Er verwies auf die Diskussionen im Bundestag.

Von 17 auf 121 Teilnehmer

1999 hätten sich erstmals 17 Teilnehmer zum Hospizbegleiter-Kurs im Landkreis eingefunden. Insgesamt sei die Zahl nun auf 121 gestiegen. "Es fehlte und fehlt auch heute noch häufig eine angemessene Betreuung schwerstkranker Menschen, die den körperlichen, sozialen, psychischen und spirituellen Bedürfnissen am Lebensende umfassend Rechnung trägt und die Angehörigen und Nahestehenden einbezieht", so Bley. Das Engagement der Hospizhelfer sei nicht hoch genug zu schätzen und weiterhin unerlässlich "Manchmal braucht man nur eine Hand zum Halten und ein Herz, das einen versteht", mit diesem Leitsatz der Hospizinitiative dankte er allen.

Stellvertretender Landrat, MdL Joachim Hanisch nahm auch Bezug auf die derzeit geführte Diskussion um aktive und passive Sterbehilfe. Wichtig sei, dass Kranke in Würde und nicht in Einsamkeit sterben. Er habe Respekt vor der schwierigen Aufgabe der Hospizhelfer. Im Gespräch mit ihnen erfahre man aber, dass diese auch schön und erfüllend sei.

Mehr Unterstützung

Nach den Worten von MdL Alexander Flierl ist Hospizarbeit eine der schwierigsten Aufgaben für Ehrenamtliche. Beim Beginn des Lebens stelle sich die Frage nach dem "Wann?", beim Ende komme das "Wie?" dazu, die Frage nach Sterbehilfe hinzu und ob Hilfsangebote ethisch vertretbar seien. Man dürfe sich nicht damit zufriedengeben, nur kommerzielle Sterbehilfe abzulehnen. Es brauche mehr Initiativen und Unterstützung für Hospiz und Palliativ. Das Jubiläum sei ein guter Anlass die Bedeutung dieser Arbeit ins Bewusstsein zu rücken.
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