Jürgen Neuber aus Oberviechtach folgt auf MdL Joachim Hanisch - Kommunalpolitik soll der ...
Wechsel an der Spitze der Freien Wähler

Die Freien Wähler haben einen neuen Kreisvorstand. Das Bild zeigt von links: Ehrenvorsitzenden Joachim Hanisch sowie Benjamin Boml, Albert Krieger, den neuen Vorsitzenden Jürgen Neuber, Ferdi Eraslan, Dieter Jäger, Hans Beck, Christian Tröster und Richard Tischler. Bild: Hirsch
Politik
Nittenau
04.06.2016
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Nittenau/Schwandorf. "Ich habe mich entschlossen, nach 27 Jahren aufzuhören", erklärte Vorsitzender Joachim Hanisch bei der Kreisversammlung der Freien Wähler am Donnerstagabend im Landgasthof Schmidbauer in Muckenbach bei Nittenau. Die Zeit für einen Wechsel sei reif. Dem FW-Kreisverband bleibt der Landtagsabgeordnete aus Bruck aber erhalten. Jetzt als Ehrenvorsitzender.

Zum Nachfolger wählten die Delegierten bei 3 Nein-Stimmen, 4 Enthaltungen und 17 Ja-Stimmen den bisherigen Stellvertreter Jürgen Neuber aus Oberviechtach. Er würdigte die Verdienste seines Vorgängers und ernannte Joachim Hanisch zum Ehrenvorsitzenden. Dieser war 27 Jahre Kreisvorsitzender der Freien Wähler, 5 Jahre stellvertretender Landesvorsitzender, 10 Jahre Bezirksvorsitzender, 28 Jahre Bürgermeister von Bruck und gehört seit 2008 dem Landtag an.

Neuer Stellvertreter


Zweiter Vorsitzender bleibt Dieter Jäger aus Schwandorf. Er erhielt alle Delegiertenstimmen. Zum neuen gleichberechtigten stellvertretenden Vorsitzenden wurde bei zwei Enthaltungen der 33-jährige Benjamin Boml, Ortsvorsitzender und Stadtrat von Nittenau, gewählt. Schriftführer und Referent für Öffentlichkeitsarbeit bleibt Richard Tischler aus Pfreimd. Die Nachfolge des langjährigen Schatzmeisters Albert Maier (Pfreimd) tritt der 44-jährige Christian Tröster aus Pfreimd an. Als Beisitzer gehören dem Vorstand Ferdi Eraslan (Schwandorf), Maria Schlögl (Wernberg-Köblitz), Albert Krieger (Bodenwöhr) und Hans Beck (Bruck) an. Als Kassenprüfer stellten sich Albert Maier (Pfreimd) und Franz Wilhelm (Pfreimd) zur Verfügung.

Auch bei Bundestagswahl


"Die Freien Wähler haben ihren Schwerpunkt in der Kommunalpolitik", sagte Joachim Hanisch in seinem Rückblick: "Und dabei soll es auch bleiben." Als er 1984 in den Schwandorfer Kreistag einzog, stellte die FW-Fraktion vier Mitglieder. Heute seien es doppelt so viele. Bei den letzten Kreistagswahlen bekam die Gruppierung 641 680 Stimmen (plus 43 000). "Schwach dagegen haben wir bei den Europawahlen abgeschnitten", so der Kreisvorsitzende. Für die Bundestagswahlen werden die Freien Wähler erneut einen Kandidaten stellen. "Diesmal sind aber die Chamer an der Reihe", kündigte Joachim Hanisch an.

Der Abgeordnete stellte eine "zunehmende Aushöhlung der kommunalen Selbstverwaltung" fest. Die Pflicht zur europaweiten Ausschreibung führe zu ständiger Kostenmehrung. Obwohl sich "unter Söder" einiges getan habe, "reicht die Breitbandversorgung in Bayern immer noch nicht aus." Im Bundesverkehrswegeplan sei die Oberpfalz "miserabel weggekommen". Die Stromtrassen wären überflüssig, so Hanisch, "wenn wir dezentral Windkraft, Biomasse und Solarenergie ausreichend nutzen würden".

Im Kreistag haben sich die "Freien Wähler" der CSU-Fraktion angenähert. "Hier hat sich die Zusammenarbeit wesentlich verbessert", sagte Fraktionssprecher Jürgen Neuber. Eine Herausforderung bleibe die Jugendhilfe und die Unterstützung benachteiligter Jugendlicher auf dem Weg in die Selbstbestimmung. Beim Breitbandausbau werden die Programme nicht reichen, befürchtet Neuber, "vor allem nicht für die Wirtschaft". Der Öffentliche Personennahverkehr bleibe ein Problem in den Bereichen Oberviechtach, Neunburg, Bruck und Nittenau: "Da muss nachgebessert werden." Kassenverwalter Albert Maier führte 20 Jahre lang die Finanzgeschäfte und hinterlässt seinem Nachfolger "ein gutes finanzielles Polster" mit einem Plus von 55 000 Euro.
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