Neues Heim für Flüchtlinge

Die ehemalige Geflügel-Schlachterei an der Thanner Straße in Nittenau wird zur Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge. Im Frühjahr 2016 sollen die ersten Asylbewerber hier einziehen. Bild: Götz
Politik
Nittenau
25.08.2015
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In Nittenau wird eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge entstehen. Ludwig Scheuerer von der Regierung sicherte zu, dass die Einrichtung mit 20 Appartements und 12 Einzelzimmern mit Personal ausgestattet wird. Im Frühjahr 2016 sollen die ersten Asylbewerber einziehen.

Bürgermeister Karl Bley erinnerte bei einer Pressekonferenz am Montag im Rathaus daran, dass die "FeBau & ACM GmbH" drei Bauvoranfragen für ein Flüchtlingsheim gestellt hatte, die im Stadtrat scheiterten. Die Anfrage für die ehemalige Geflügelschlachterei an der Thanner Straße wurde im Juni positiv beschieden, nun liegt die Baugenehmigung des Landratsamts vor. Deshalb sei jetzt der richtige Zeitpunkt, über weitere Einzelheiten zu informieren, sagte Bley: "Über ungelegte Eier brauchten wir nicht zu reden."

Weiter Wohnraum nötig

Die Geschäftsführerin der FeBau, Rosemarie Fechter, stellte mit ihrem Sohn Roland, der für "das Organisatorische zuständig" sei, die Baumaßnahme vor. Etwa zwei Drittel des Gebäudes werden umgebaut, ein kleiner Teil abgerissen. Der von der Straße abgewandte Bau bleibt unberührt. Ihr schwebe vor, dort eine Lehrwerkstatt einzurichten, sagte Fechter. Über die Investitionssumme wollte sie nichts sagen: "Das können Sie sich selber ausrechnen". Der Umbau soll bis ins Frühjahr 2016 erledigt sein. Er habe erste Kontakte mit den Nachbarn gehabt, sagte Roland Fechter. Dabei seien der Bau eines Zauns und weitere Einzelheiten besprochen worden. Die Anlieger hatten mit einer Unterschriftenliste gegen das Vorhaben protestiert.

Landrat Thomas Ebeling verwies darauf, dass der Landkreis mit Stand Ende Juli selber gut 770 Flüchtlinge beherberge. Gemeinschaftsunterkünfte bestehen in Teublitz, Neunburg vorm Wald und Pfreimd. In Schwandorf-Dachelhofen wird auch bald eine neue entstehen. Für diese Unterkünfte ist die Regierung zuständig. Der Landkreis ist für die dezentrale Unterbringung verantwortlich. "Wir werden auch weiter nach adäquatem Wohnraum für Flüchtlinge suchen", sagte Ebeling.

Ludwig Scheuerer (Regierung der Oberpfalz) verwies darauf, dass in größeren Unterkünften eine bessere Betreuung möglich sei. Auch Sprachunterricht sei so leichter zu organisieren. Wie viele Asylbewerber in Nittenau Platz finden sollen, ließ er offen. Die Belegung könne variieren. In der Baugenehmigung ist laut Bürgermeister von knapp 70 Personen die Rede, "so genau kann man das aber nicht sagen". Scheuerer sicherte zu, dass die Unterkunft in Nittenau mit Personal besetzt werde: "Das erleichtert Vieles". Die Anlieger bat er, der Einrichtung "eine Chance zu geben". Die Lage mit großen Freiflächen hält er gerade für Familien für ideal.

Bei Belegung dazugelernt

Der Chef der Polizeiinspektion Burglengenfeld, Egid Viehauser, ging auf Sicherheitsbedenken ein. Vorfälle mit Asylbewerbern im Schutzbereich habe es zuletzt keine gegeben. Auch innerhalb der Unterkünfte komme es kaum zu Reibereien, seit bei der Belegung versucht werde, auf die Herkunft der Flüchtlinge zu achten: "Da hat man dazugelernt". Bürgermeister Bley setzt darauf, dass sich trotz der Bedenken eine Willkommenskultur entwickelt. Schließlich hätten die Vorfahren mancher "Alteingesessenen" selbst ein ähnliches Schicksal erlebt wie die Asylbewerber heute. "Meine Mutter zum Beispiel war auch ein Flüchtling", sagte Bley.
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