Nittenau nun Mittelzentrum
Freude über Aufwertung der Stadt

Nittenaus Bürgermeister Karl Bley sieht in der Aufstufung Nittenaus zum Mittelzentrum den Lohn für jahrelange Anstrengungen. . Bild: Götz
Politik
Nittenau
24.05.2016
118
0

Die Aufstufung Nittenaus zum Mittelzentrum ist für Bürgermeister Karl Bley ein Thema, das ihn schon seit seinem Amtsantritt im Jahr 2002 beschäftigt. Deshalb ist die Freude groß, dass es nun geklappt hat. Schließlich geht es um mehr, als nur das Prestige.

Bley erklärte gegenüber unserer Zeitung zwar, dass die Aufstufung "sicherlich eine Angelegenheit des Images" sei. Dennoch verspricht sich der Bürgermeister, wie er es nennt "eine Etablierung von Versorgungseinheiten". Zu denen zählen etwa ärztliche Einrichtungen, Bankfilialen, Seniorenheime, Apotheken, Schulen, das Postverteilerzentrum. Alles Einrichtungen, die Nittenau vorweisen kann und die nach Einschätzung des Bürgermeisters wesentlich für die Aufstufung gewesen seien. Eine solche Infrastruktur ist für eine Stadt mit etwas mehr als 9000 Einwohner nicht selbstverständlich.

Andere Landkreis-Gemeinden seien hochgestuft worden, weil sie einstmals eine Kreisstadt waren. Etwa Oberviechtach, Neunburg v. Wald und Nabburg. "Ihnen ist das in die Tasche gelegt worden", sagte Bley. Nittenau sei aber vergleichbar, betonte der Bürgermeister immer wieder.

Er schrieb regelmäßig an politische Vertreter wie den ehemaligen bayerischen Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP), Sozialministerin Emilia Müller (CSU) oder die Landtagsabgeordneten Franz Schindler (SPD) und Joachim Hanisch (FW). Jedes Mal, wenn die Fortschreibung des Landesentwicklungsprogramm (LEP) auf der Agenda stand, habe sich Bley zu Wort gemeldet. Beim LEP handelt es sich um ein Zukunftskonzept, das sich mit der Entwicklung des Freistaats beschäftigt.

Kritik von Schindler


Die Hartnäckigkeit hat nun Früchte getragen. Allerdings darf die Bekanntgabe als unglücklich bezeichnet werden. Bley erfuhr von der Aufstufung via E-Mail von Jürgen Kuprat (SPD), 3. Bürgermeister Nittenaus. Bis Ende vergangener Woche lag der Stadt noch kein offizielles Schreiben vor. Publik wurde die Aufstufung Nittenaus sowie von Pfreimd und Wernberg-Köblitz (gemeinsam mit dem bereits bestehenden Mittelzentrum Nabburg) durch eine Pressemitteilung des Landtagsabgeordneten Alexander Flierl (CSU). "Damit wird der Bedeutung dieser Orte für die Versorgung der Bevölkerung mit allen notwendigen Infrastruktureinrichtungen Rechnung getragen und deren weitere gute Entwicklung unterstützt", heißt es darin.

Landtagsabgeordneter Franz Schindler (SPD) übte trotz der Freude über die Aufstufung Kritik: "Zwar ist die Vorgehensweise des Finanzministers, die Aufstufung ohne die gesetzlich vorgeschriebene Beteiligung des Landtags, ohne Einbindung der kommunalen Spitzenverbände und ohne ein Gutachten zur Fortschreibung des Landesentwicklungsprogramms vorzulegen, einfach so zu verkünden, stillos und ein Affront gegenüber dem Landtag, doch im Ergebnis richtig."

Entscheidend sei, dass es sich bei der Aufstufung nicht nur um einen Titel ohne Mittel handele, sondern dass die künftigen Mittelzentren Nittenau, Pfreimd und Wernberg-Köblitz auch die Förderung erhalten würden, die ihnen zusteht. Konkrete Vorteile für die Orte, die aufgestuft wurden, sind laut Finanzminister Markus Söder bessere Chancen bei der Vergabe von Einrichtungen wie Krankenhäuser, Gymnasien, Gerichte oder Finanzämter.

58 Kommunen aufgestuft


Bürgermeister Bley sagte über die Bekanntgabe der Aufstufung: "Die Art und Weise ist schon etwas ungewöhnlich." Dennoch will er das nicht zu sehr in den Fokus rücken: "Entscheidend ist das Ergebnis und das stimmt mich froh. Die langjährigen Bemühungen, sich für die Aufwertung einzusetzen, haben sich gelohnt." Sie sei eine Würdigung der Anstrengungen der vergangenen Jahre. Bayernweit wurden 58 Kommunen aufgestuft.
Entscheidend ist das Ergebnis und das stimmt mich froh. Die langjährigen Bemühungen, sich für die Aufwertung einzusetzen, haben sich gelohnt.Bürgermeister Karl Bley über die Aufstufung zum Mittelzentrum
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.