Pachtvertrag mit dem FC Bergham nicht langfristig verlängert
Rasen bringt FC zum Rasen

Ein Höhepunkt in der Geschichte des FC Bergham war das Spiel gegen die SpVgg Unterhaching vor zehn Jahren. Aktuell sorgt der Verein nicht wegen sportlicher Belange für Diskussionen, sondern wegen eines nicht langfristig verlängerten Pachtvertrags. FC-Vorsitzender Erich Poller schoss in einem Brief gegen den Bürgermeister. Bild: rhi
Politik
Nittenau
11.05.2016
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Weil die Stadt den abgelaufenen Pachtvertrag für den Fußballplatz am Jahnweg mit dem 1. FC Bergham nicht verlängert hat, landete bei Bürgermeister Karl Bley ein Schreiben des Vorsitzenden Erich Poller. Der Vorwurf: Das Stadtoberhaupt soll "fadenscheinige Gründe" für die Nichtverlängerung ins Feld geführt haben.

Dass sich Bley vom laut ihm wohl "in einer emotionalen Verfassung geschriebenen" Schriftstück angegriffen fühlte, wurde in der Stadtratssitzung am Dienstagabend deutlich. Der Bürgermeister betonte: "Es ist schade, die Stadt oder den Bürgermeister an den Pranger zu stellen, als gäbe es persönliche Animositäten - das ist nicht der Fall."

Nicht alleiniger Besitzer


Streitpunkt ist ein Nutzungsvertrag des 1. FC Bergham mit der Stadt, der nach 25 Jahren abgelaufen ist. Das Rathaus will den für den Sportplatz am Jahnweg nicht langfristig verlängern. Zum einen, weil laut Bley in der Nähe Hochwasserschutz-Maßnahmen anstehen; ein Damm wird aufgeschüttet. Zum anderen sei der Fußballplatz nicht vollständig im Besitz der Stadt. Ein Teil gehöre einem Privat-Grundstücksbesitzer, der ebenfalls nicht für mehrere Jahre verlängere. Die Stadt wollte nach Aussage von Bley die Fläche schon einmal erwerben, der Besitzer diese aber nicht veräußern. "Ein langfristiger Vertrag ist nicht möglich, weil wir nicht über die Restfläche verfügen können", betonte Bley. Der Platz könne aber weiterhin vom 1. FC Bergham genutzt werden. Auch wenn ein "vertragsloser Zustand" herrsche, wie Bley auf NT-Nachfrage erklärte.

Für Zündstoff sorgte wohl auch eine Anfrage an den TSV, der den Platz gerne nutzen möchte, was bisher nicht der Fall war. Die Stadt erkundigte sich nach eventuellen Belegungszeiten. Für den 1. FC Bergham war das anscheinend ein Affront. Dabei versicherte Bley: "Wir wollten schlichtweg klären, wo es Überlappungen gibt." Es sei legitim zu hinterfragen, ob der FC Bergham den Platz von früh bis abends nutzt.

"Nachweisbare Gründe


Letztlich waren sich die Stadträte einig. Willi Sturm brachte es auf den Punkt, als er sagte: "Die Vereine müssen sich einigen." Der einstimmige Beschluss, dass der Vertrag nicht langfristig verlängert wird, fiel, wie Bürgermeister Bley betonte, "aus sachlich-nachweisbaren Gründen".

Kein ZuschussDer 1. FC Bergham hatte einen Antrag für die Bezuschussung der jährlichen Unterhaltskosten (rund 8500 Euro) für das Vereinsheim mit Kegelbahnen gestellt. Bürgermeister Karl Bley sagte in der Stadtratssitzung, dass der Betrag in keinster Weise nachgewiesen oder begründet sei. Der 1. FC Bergham begründete seinen Antrag damit, dass die Anlage der Öffentlichkeit zur Verfügung stehe und auch andere Vereine Unterstützung bei den Unterhaltskosten erhielten. Bley erklärte, dass Letzteres nicht der Fall sei: "Das kann ich so nicht nachvollziehen." Das Gremium lehnte den Antrag einstimmig ab. (doz)
Es ist schade, die Stadt oder den Bürgermeister an den Pranger zu stellen, als gäbe es persönliche Animositäten - das ist nicht der Fall.Bürgermeister Karl Bley
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