Schwimmmeister berichtet im Hauptausschuss
Freizeit- und Erholungsbad Nittenau „renovierungsbedürftig“

Ins Nittenauer Freizeit- und Erholungsbad kamen heuer rund 48 000 Gäste. Bild: Götz
Politik
Nittenau
10.11.2016
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Schwimmmeister Andreas Hanka sprach im Hauptausschuss über die abgelaufene Saison. Er brachte viele Zahlen und einige Verbesserungsvorschläge mit. Bürgermeister Karl Bley bezeichnete das Bad als renovierungsbedürftig. Er will prüfen, ob die Stadt von einem Sonderfonds profitieren kann.

Heuer strömten laut Hanka zwischen Anfang Mai und Mitte September rund 48 000 Gäste ins Freizeit- und Erholungsbad. Am Spitzentag im Juni kamen 1608 Männer, Frauen und Kinder. Die Ausgaben (rund 148 000 Euro) überstiegen die Einnahmen (67 000 Euro) um über die Hälfte. Allerdings arbeiten Bäder in der Regel defizitär.

Hanka machte am Dienstagabend dem Gremium einige Verbesserungsvorschläge. Mit einer Beckenabdeckung könnten Kosten gespart werden. Kasse und Eingang für das Bad wünscht sich der Schwimmmeister am Campingplatz-Eingang - für einen "optimalen Personaleinsatz". Hanka berichtete, dass viele Probleme beim Ein- oder Aussteigen im Schwimmbecken hätten. "Wir sind nach wie vor kein behindertengerechtes Bad." Für das Plantschbecken hätte er gerne einen kleinen Handlauf. Hanka erklärte, dass der Parkplatz zu klein sei. Ein kompletter Austausch der Sanitäranlagen sei notwendig. Allerdings sprach der Schwimmmeister von einer "optionalen" Maßnahme.

Liegen und Infrarotkamera


Die Stadt kaufte Liegen von einem Restposten. Das Angebot kam laut Hanka bei den Badegästen gut an. Deshalb schlug er vor, weitere Liegen zu kaufen. Bürgermeister Karl Bley zeigte sich offen und erklärte: "Wir müssen beim Haushalt 2017 überlegen, wie viel wir ausgeben." Hanka könnte sich außerdem eine Infrarotkabine vorstellen, die zwischen 5000 und 7000 Euro kostet. Eine Saunalandschaft wäre zu teuer. Den Mitgliedern des Hauptausschusses sagte er außerdem, dass es im kommenden Jahr notwendig sei, mehrere große Bäume zu pflanzen. Viele Bäume müssten "schon seit Jahren" wegen Kernfäule und Bruchgefahr gefällt werden.

Monika Kulzer (SPD) brachte noch den Vorschlag eines Sonnensegels für das Kinderplantschbecken ein. Bley informierte, dass schon einmal Angebote eingeholt worden seien. Kostenpunkt: 8000 bis 15 000 Euro. Hanka sagte, dass ein solches Segel an heißen Tagen zum Nachteil werde, da das Wasser an den schattigen Plätzen nicht warm werde.

Liste des Innenministeriums


Bürgermeister Bley erklärte, dass das 40 bis 50 Jahre alte Bad renovierungsbedürftig sei. Die SPD-Fraktion fordert für den Doppelhaushalt 2017/18 einen Sonderfonds zur Sanierung von öffentlichen Schwimmbädern in Höhe von 15 Millionen Euro jährlich. Das Innenministerium listete außerdem auf, welche Bäder "dringend sanierungsbedürftig" sind (wir berichteten). Nittenau fällt nicht darunter. Bley erklärte gegenüber unserer Zeitung: "Wir müssen schauen, ob wir die förderfähigen Voraussetzungen erfüllen. Sollte das so sein, werden wir uns in jedem Fall bemühen, dass wir aufgenommen werden."

Aus dem HauptausschussDie Mitglieder des Hauptausschusses bewilligten in ihrer Sitzung am Dienstag mehrere Zuschussanträge:

Der SV Fischbach erhält für die Erneuerung der Spielfeldumrandung für die Stockbahnen in Fischbach 292,74 Euro. Die Maßnahme kostete rund 2900 Euro.

Die Feuerwehr Nittenau erhält für die Restaurierung der beiden historischen Vereinsfahnen 1032,92 Euro. Die Feuerwehr hat rund 10 300 Euro aufgewendet.

Rund 3000 Euro bekommt der TSV Nittenau für die Sanierung der Stockbahnen (Kosten etwas über 30 000 Euro). Für die Anschaffung eines Aufsitzmähers für die Fußballabteilung (Kosten: 4800 Euro) erhält der Verein zudem 480 Euro Zuschuss. (doz)


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