Stadtmuseums-Leiterin gibt Ausblick auf neue Saison
Kirche und Flüchtlinge im Fokus

Der Besucher-Andrang blieb heuer im Stadtmuseum aus. Vor allem die Schüler und Klassenausflüge fehlten laut Leiterin Carolin Schmuck in diesem Jahr. Bild: Götz
Politik
Nittenau
11.11.2016
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Hut ab. Stadtmuseums-Leiterin Carolin Schmuck blickte auf die abgelaufene Saison zurück. Sie sprach vor dem Hauptausschuss über die Ausstellung mit Kopfbedeckungen, neue Projekte und warum 2016 so wenig Besucher kamen.

Vor allem das Leader-geförderte Kooperationsprojekt "Tracht im Blick - Die Oberpfalz packt aus" stand heuer im Fokus. Neun Museen beteiligten sich daran. Nittenau widmete sich unter dem Titel "Alles reine Kopfsache" den Hüten, Hauben und Mützen. Außerdem waren zwei Jubiläen in der abgelaufenenen Saison Thema: 40 Jahre Männerchor und 110 Jahre Liederkranz.

Insgesamt kamen 1142 Besucher ins Museum. Weit weniger, als in den vergangenen Jahren. Schmuck hat eine Erklärung: Heuer seien es vor allem viele Erwachsene (über 800) gewesen. Normalerweise machen Kinder die Hälfte der Besucher aus. Allerdings sei das Thema Kopfbedeckungen nicht im Lehrplan vorgesehen. Deshalb resümierte die Museums-Leiterin: "Hohe Breitenwirkung, wenige Klassen."

Jubiläum der Feuerwehr


Die kommende Saison steht im Zeichen des Reformationsjahres: Vor 500 Jahren veröffentlichte Martin Luther die 95 Thesen. Schmuck schlägt die Brücke zu Nittenau und stellt das Leben mit der Kirche in der Stadt in den Mittelpunkt. "Mit der Kirche leben die Menschen seit nahezu 1000 Jahren in Nittenau." Eine breite Palette von Themen könnten verwoben werden. Man werde Bezug nehmen können auf Therese Mauser, die vor 100 Jahren starb, und Eustachius Kugler, der vor 150 Jahren zur Welt kam. "Wir bekommen Leihgaben aus seinem persönlichen Besitz", informierte Schmuck. Auch das Jubiläum der Feuerwehr komme zur Geltung. Es gebe Anknüpfungspunkte wie den Kirchenbrand 1759, der eine erste Teil-Barockisierung nach sich zog.

Außerdem plant die Museums-Leiterin einen Rückblick auf 65 Jahre Volksbildungswerk (VBW). Zu den Mitgliedern des Hauptausschusses sagte Schmuck: "Es bleibt noch Platz, um ein Thema anzusprechen, das vor 100 Jahren aktuell war: die Aufnahme von Flüchtlingen." Menschen aus dem Elsass, die aus dem Kriegsgebiet evakuiert worden seien. Die elsässischen Flüchtlinge kamen laut Schmuck im März 1917 nach Nittenau und kehrten nach etwa zwei Jahren in ihre Heimat zurück.

Pachtverträge und HundehausDie Mitglieder des Hauptausschusses stimmten einer Anpassung von Pachtverträgen mit den Sportvereinen zu. Laut Bürgermeister Karl Bley sind die Verträge schon in die Jahre gekommen und sollen vereinheitlicht und 25 Jahre laufen. Mit der Anpassung soll eine Gleichbehandlung gewährleistet werden. Bei den Vereinen handelt es sich um den TSV Nittenau, den 1. FC Bergham und den SV Fischbach. Die Stadt behält sich nach Aussage des Bürgermeisters die Nutzung der Sportplätze in Absprache mit den Vereinen vor, etwa für Schulen.

Im Gremium war auch das neue Hundehaus im Schwandorfer Tierheim Thema. Auf den "Tierschutzverein Stadt und Landkreis Schwandorf" kommen Kosten von rund 190 000 Euro zu. 100 000 Euro kann der Verein aus eigener Kraft stemmen. Mit 45 000 Euro beteiligt sich der Landkreis, das entschied der Kreisausschuss. Über die gleiche Summe besteht noch ein Fehlbetrag. Die 33 Kommunen könnten sich beteiligen. Im Hauptausschuss erklärte Bürgermeister Karl Bley, dass die Stadt eine Pauschale von 50 Cent pro Einwohner an den Tierschutzverein zahlt (insgesamt 5000 Euro), damit die Stadt an das Tierheim Hunde und Katzen abgeben darf. Außerdem beteiligt sich die Stadt indirekt schon an der Finanzierung des Hundeshauses durch die Kreisumlage. Die Mitglieder einigten sich darauf, sich mit 450 Euro zu beteiligen. (doz)


Mit der Kirche leben die Menschen seit nahezu 1000 Jahren in Nittenau.Stadtmuseums-Leiterin Carolin Schmuck
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