Tourismus-Zahlen für 2015 im Hauptausschuss vorgelegt
Traumhaftes Plus in der Statistik

Das Regental zieht Bootswanderer an. In Nittenau gibt es aber zu wenige Übernachtungsmöglichkeiten für Tagestouristen, die hier eine Pause einlegen wollen. Bild: Götz
Politik
Nittenau
18.02.2016
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Hermann Riedl vom Tourismusbüro legte dem Hauptausschuss die Übernachtungszahlen für das vergangene Jahr vor. Die Stadt verbuchte 2015 ein Plus von gut 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bild: Steinbacher

Über 34 Prozent Plus bei den Übernachtungszahlen: Jedes Urlaubsziel würde jubeln. Der Wert für Nittenau entspringt aber einer statistischen Besonderheit. Positiv waren die Zahlen dennoch, die Hermann Riedl dem Hauptausschuss am Dienstag vorlegte.

Gut 4900 Übernachtungen mehr als 2014 meldete das Statistische Landesamt für die Stadt im Regental für das vergangene Jahr. Erst der zweite Blick verrät, was hinter dem traumhaften Plus steckt: Die Meldepflicht für gewerbliche Anbieter mit über zehn Betten. Die Statistiker hatten im vergangenen Jahr alle betroffenen Vermieter angeschrieben - und dabei schlafende Hunde geweckt. Drei Anbieter aus Nittenau hätten ihre Übernachtungen bislang nämlich nicht an das Amt gemeldet, wie der Leiter des Touristikbüros, Hermann Riedl, dem Ausschuss erläuterte. Ein Blick in sein Zahlenwerk zeigt dann auch, dass gleichzeitig die Übernachtungszahlen von Privatvermietern um knapp 30 Prozent sanken, weil die Betriebe aus dieser Kategorie fielen.

Urlaub auf dem Bauernhof


In der Summe bleibt trotzdem ein Plus. 27 431 Übernachtungen wurden im vergangenen Jahr gezählt, 1637 mehr als noch 2014. Mit der Zunahme von gut 6,3 Prozent liegt die Stadt am Regen im Rahmen der Steigerungsrate, die die Region "Oberpfälzer Wald" für das vergangene Jahr registrierte. Beinahe die Hälfte der Übernachtungen zählten dabei die fünf Betriebe, die "Urlaub auf dem Bauernhof" anbieten. Zehn Prozent der Urlauber nutzte den Campingplatz, 44 Prozent das übrige Angebot. Die Aufenthaltsdauer in den gewerblichen Unterkünften (inklusive Camping) lag bei durchschnittlich 2,7 Tagen. Trotz der Steigerungsraten bereitet das Angebot in Nittenau Riedl Sorgen. Besonders für Tagesausflügler, für Bootswanderer oder Radlfahrer gebe es zu wenig bis gar keine Unterkünfte in der Stadt. Das einzige Hotel und die beiden Pensionen seien während der Saison beinahe durchgehend ausgebucht.

Vom Seenland profitiert


Auf den Radwegen rund um Nittenau und entlang des Regens sei aber viel los. Riedl ist sich sicher, dass sich das Geschäft lohnen würde. Das belegen die Anfragen bei ihm im Touristikbüro. Riedl ist auch der Ansicht, dass Nittenau stark von der Mitgliedschaft im "Zweckverband Oberpfälzer Seenland" profitiert. Mit neu gestaltetem Werbematerial will sich die Region noch besser präsentieren. "Uns kennen noch zu wenige", sagte Riedl.

Für den Campingplatz, der wohl vor allem wegen des besseren Wetters im vergangenen Sommer ein deutliches Plus an Übernachtungen (von 2184 auf 2799) verzeichnete, regte Riedl die Einrichtung von speziellen Wohnmobil-Stellplätzen an.

Bürgermeister Karl Bley dankte Riedl ausdrücklich für das Engagement, auch beim Planen des Bürgerfests (siehe Kasten) und den weiteren Aufgaben, die er übernommen hat. Der Ausschuss nahm den Bericht zur Kenntnis.

Mehr Engagement gefordertDie Stadt unterstütze die Vereine in vielfältiger Weise, sagte Bürgermeister Karl Bley am Dienstag im Hauptausschuss. Deshalb finde er es schon etwas enttäuschend, dass sich bislang nur 24 der 111 Vereine und Organisationen der Stadt für eine Beteiligung am Bürgerfest angemeldet haben. Er forderte mehr Engagement. Die Stadt habe es bislang bewusst vermieden, gewerbliche Anbieter aufs Fest zu holen. Das könne sich auch ändern. Hermann Riedl hat das Programm für das Festwochenende vom 1. bis 3. Juli schon abgesteckt, entsprechende Verträge mit den Bands seien bereits unter Dach und Fach oder in Vorbereitung. Auftreten werden unter anderem "Regentalsound" und die "Ukulele Fever Band", es gibt aber natürlich auch Blasmusik mit der Stadtkapelle Nittenau und "VA Blech" aus Bruck. Der MTV und "Fakir" werden das Programm für die Bühne hinter der Raiffeisenbank wieder in Eigenregie organisieren. (ch)
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