Orientierungslauf in Nittenau
Schnelligkeit allein genügt nicht

Kurze Berührung mit dem Chip, und weiter: Nur wer alle Stationen angelaufen hatte, kam in die Wertung. Bilder: Hirsch (2)
Sport
Nittenau
13.06.2016
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"Mit Köpfchen laufen" muss, wer beim Orientierungslauf erfolgreich sein will. "Ausdauer und Schnelligkeit reichen nicht aus", sagt Stephan Schneuwly. Der Vorsitzende der Orientierungslauf-Gemeinschaft Regensburg (OLG) richtete mit seinem Team am Wochenende im Raum Nittenau die Deutschen Meisterschaft in der Mitteldistanz und einen Bundesranglistenlauf in der Langdistanz aus.

Los ging es am Freitagabend mit einem "Stadtsprint durch Nittenau". Die Teilnehmer liefen über die Brücken und unten hindurch, suchten sich den Weg durch die Stadt und durchquerten die öffentlichen Anlagen. Immer wieder den Blick auf die Karte richtend, die ihnen den Weg zu den Computerposten wies. Kurze Berührung mit dem Chip am Arm, und schon ging es weiter. Die Wertungsjury in der Regentalhalle überprüfte, ob der Läufer alle "Posten" in der richtigen Reihenfolge angelaufen hatte. "Fehlt eine Station, dann ist der Teilnehmer disqualifiziert", erklärt Stephan Schneuwly das System. Hat der Ausdauersportler die Bedingungen erfüllt, entscheidet die Zeit über Sieg oder Platzierung.

Am Samstag ging es dann auf die Strecke im Wald bei Süssenbach. 650 Teilnehmer aus der ganzen Bundesrepublik hatten sich für die Deutschen Meisterschaften in der Mitteldistanz angemeldet. "Unser Stadion ist der Wald", sagt Schneuwly. Der Vorsitzende der OLG Regensburg leitet die zweitgrößte Orientierungslauf-Gemeinschaft in Deutschland mit 150 Aktiven. Auf fünf Kilometern ging es quer durch den Wald, über Stock und Stein, rauf und runter. Immer auf der Suche nach dem nächsten Posten. 90 davon waren im Wald verteilt.

Die Wertungsrichter hatten sich 20 unterschiedliche Bahnen ausgesucht, damit sich niemand an seinen Vordermann anhängen konnte. Zwischen 10 und 80 Jahren waren die Teilnehmer alt. In Deutschland sei der Orientierungslauf eher eine Randsportart "mit schätzungsweise 5000 Aktiven", so Schneuwly. Im Gegensatz zu den skandinavischen Ländern, wo "Laufen mit Köpfchen" zum Volkssport gehöre. Als Hochburg des Orientierungslaufs in Deutschland gilt Dresden.

Am Sonntag endeten die Wettkämpfe mit einem Bundesranglistenlauf über die Langdistanz im Bereich Kolmberg im Gemeindegebiet Wald. Die OLG Regensburg hatte sich bei der Organisation den TSV Bernhardswald mit dem Vorsitzenden Alfons Ebneth an der Spitze ins Boot geholt.
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