"Das Tolle ist: Man bringt Sachen zum Funktionieren"
Marco Leidel bundesweit bester Anlagenmechaniker

Ausbildungsmeister Friedrich Eberwein (links) und Anlagenmechaniker Marco Leidel lieben es zu fachsimpeln. Bild: doz
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Nittenau
15.01.2016
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Oft hören sich Sätze wie eine Aneinanderreihung von Floskeln an. Auch folgende Aussage klingt wie eine Schublade: "Die Ausbildung hat viel Spaß gemacht, weil ich richtig gefordert war." Dabei ist sie recht ungewöhnlich. Denn sie stammt nicht vom Lehrling, sondern vom Ausbildungsmeister.

So etwas kann vorkommen, wenn man den bundesweit besten Anlagenmechaniker-Lehrling betreut. Marco Leidel (20) heißt der - und er hat bei Krones in Nittenau gelernt. Bei Leidel zeichnete sich schon vor dem Vorstellungsgespräch ab, dass er nicht zum Standard gehört. Wie sein Ausbildungsmeister Friedrich Eberwein (46) erzählt, habe sich der damalige Realschüler schon vorher kundig gemacht, was der Beruf Anlagenmechaniker mit sich bringt. Das beeindruckte die Verantwortlichen, und der Regenstaufer setzte sich schließlich gegen rund 60 Mitbewerber durch. Leidel ist ein Anlagenmechaniker mit Anlage zum Durchstarter.

Pokal, Urkunde und viel Lob


Das war vor gut drei Jahren. Mittlerweile hat der 20-Jährige seine Lehre beendet, sie um ein halbes Jahr verkürzt und sogar bundesweit den besten Abschluss als Anlagenmechaniker hingelegt. Dafür hat er eine Urkunde, einen Pokal und jede Menge Lob eingeheimst. Unter 1013 geprüften Auszubildenden ragte Leidel mit der Note 1,1 heraus. Angefangen hat beim Regenstaufer alles ganz unkonventionell. "Irgendwann habe ich mal ein Radl oder ein Mofa gerichtet." Heute spricht er fast romantisch über seine Arbeit: "Das Tolle ist: Man bringt Sachen zum Funktionieren. Wenn etwas nicht klappt, muss man den Fehler suchen." Es begeistert den 20-Jährigen, wenn er komplizierte Anlagen zusammenbauen darf.

"Möglichst hoch aufsteigen"


Bereits vor zwei Jahren hat er eine Techniker-Ausbildung begonnen. Dafür musste er sich die Zustimmung des Betriebs einholen, weil er zu der Zeit noch Lehrling war. Bald fing er an, komplexe Fragen zu stellen. Deshalb auch die Aussage Eberweins, dass er sich gefordert fühlte. Der 46-Jährige erhielt sogar private Anrufe von seinem Auszubildenden: "Er hat mich dann irgendetwas wegen Kupfer gefragt."

Leidel ist durch und durch ehrgeizig. Das merkt jeder, der mit ihm spricht. Er sagt ganz selbstbewusst: "Ich möchte möglichst hoch aufsteigen." Aktuell ist er im Krones-Werk in Neutraubling. Für ihn sei es da "noch interessanter" als in Nittenau. Leidel hat einen eindeutigen Plan. Dazu gehört, dass er seinen Techniker in einem Jahr abschließt und später noch studieren will. Entweder Wirtschaftsingenieurwesen oder Elektrotechnik. Der 20-Jährige will das neben der Arbeit machen. Langweilig wird ihm dabei sicherlich nicht. Wenn alles gut läuft, geht es ihm so wie seinem Ausbildungsmeister: Er wird Spaß haben und richtig gefordert sein.

Azubis bei KronesDas Unternehmen Krones bildet jährlich 130 bis 150 Jugendliche in verschiedenen Bereichen aus. Dabei geht es der Firma wie fast allen: Die Zahl der Bewerbungen ist rückläufig. Laut Pressesprecherin Danuta Kessler-Zieroth waren es vor zehn Jahren noch rund 1500 Schreiben, die Krones erreichten, mittlerweile sei man bei rund 800 angelangt. "Trotz der rückläufigen Quote ist die Qualität immer noch sehr hoch", verriet Kessler-Zieroth. Aktuell beschäftigt Krones deutschlandweit 537 Lehrlinge, in Nittenau sind es 40. (doz)
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