Fachmann Hans-Peter Etter spricht bei Lehrerverband über Ordnungsmaßnahmen
Pädagogische Gratwanderung

Vermischtes
Nittenau
29.03.2016
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Seit acht Jahren informiert der verbandspolitische Leiter der Rechtsabteilung des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands (BLLV), Hans-Peter Etter, mit verschiedenen Rechtsthemen die Mitglieder des Kreisverbands Nittenau und gibt ihnen damit Rechtssicherheit im Berufsalltag. Kürzlich stand ein heikles Thema an: "Ordnungsmaßnahmen als Erziehungsmaßnahmen - eine pädagogische Gratwanderung".

Schulische Ordnungsmaßnahmen müssten dann getroffen werden, so Etter, wenn andere Erziehungsmaßnahmen nicht mehr ausreichten. Das könne vom schriftlichen Verweis durch Lehrkräfte, über Ausschluss von einem Fach (bis zu vier Wochen) bis hin zur Androhung und Entlassung von der Schule durch die Lehrerkonferenz reichen. Zweck einer Ordnungsmaßnahme sei unter anderem die Ahndung von Pflichten- und Regelverstößen, aber auch, Personen und Sachen vor Schaden zu bewahren, dem Schüler das Unrecht seines Verhaltens einsichtig zu machen und ihn von künftigen Störungen und Fehlverhalten abzuschrecken.

Dabei, so der Rechtsexperte, gelte es, den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu berücksichtigen. Kollektivstrafen seien unzulässig. Etter ging auch auf die Wegnahme etwa von Handys oder anderer störender, unterrichtsfremder Gegenstände ein und gab den Lehrern Formulierungshilfen bei der Verhängung von Ordnungsmaßnahmen mit. Zudem informierte Etter darüber, dass derzeit die Schulordnungen geändert werden. So würde zum Beispiel das Wort "Probearbeiten" in der Grundschule durch den Begriff "Schriftliche Leistungserhebungen" ersetzt, wodurch auch alternative Formen wie Portfolioarbeit entsprechend gewertet werden können. Klaus Beiderbeck, Vorsitzender des Kreisverbandes Nittenau, dankte dem Rechtsreferenten.
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