Hochwasserschutz-Maßnahmen in Nittenau
Millionen fließen in Schutzwall

In Nittenau wird in den nächsten Jahren einiges für den Hochwasserschutz unternommen. Unter anderem wird die große Regenbrücke neu gebaut. Bild: Wolfgang Steinbacher
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Nittenau
27.05.2016
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Im Jahr 2002 erlebte Nittenau ein Jahrhundert-Hochwasser, das Millionenschäden verursachte. Es war für den Ort "seit der Bombardierung der Stadt 1944 die größte Katastrophe", wie "Der neue Tag" damals schrieb. Um künftig gewappnet zu sein, nimmt die Stadt sehr viel Geld in die Hand.

Vor nicht ganz drei Jahren unterzeichneten Bürgermeister Karl Bley und der Chef des Weidener Wasserwirtschaftsamts eine Planungsvereinbarung zum Hochwasserschutz. Rund zwölf Millionen Euro werden investiert. Laut Bley wird aktuell intensiv geplant. Mittlerweile seien die Voruntersuchungen weitgehend abgeschlossen. Es laufen Gespräche mit den Triebwerksbetreibern. Die Entwurfsplanung soll noch heuer fertiggestellt werden. "Wenn alles glatt läuft, kann Ende 2017, Anfang 2018 gebaut werden", informierte der Bürgermeister bei einem Gespräch mit unserer Zeitung.

Durch die komplette Stadt soll am Regen entlang ein Schutzwall gebaut werden, Dämme sollen entstehen. Ein Teil des Schutzwalls steht schon beim Schulzentrum. Der Bau soll vor Hochwasser schützen, wenngleich Bley betont: "Es gibt keine hundertprozentige Schutzgarantie." Die Krux für den Bürgermeister besteht auch darin, alle Beteiligten zufriedenzustellen: Hauseigentümer, Triebwerksbetreiber und die Stadt. Der Schutzwall soll ein "nicht zu einschneidendes Ergebnis für das Ortsbild" sein.

Ängste entkräftet


Nach Einschätzung von Franz Schreiner, Vorsitzender der Bürgerinitiative (BI) Hochwasserschutz, zeichne sich eine "gute Lösung" ab, die auch landschaftsverträglich sei. Bei der Jahreshauptversammlung der BI habe der Vortrag zweier Herren des Wasserwirtschaftsamts Befürchtungen und Ängste der Anlieger hinsichtlich der Bauten entkräften können. Die Hochwasserschutz-Maßnahmen würden für die Stadt eine Aufwertung bedeuten. Schreiner lobte, dass die BI, die derzeit rund 120 Mitglieder zählt, stets frühzeitig in die Planungen eingebunden wird.

Einhergehend mit den Hochwasserschutz-Maßnahmen wird die große Regenbrücke neu gebaut. Bley forciert den Ersatzneubau für Ende 2018, Anfang 2019. Schreiner erklärte: "Der Durchlass muss auf jeden Fall höher werden." Sowohl Bley, als auch Schreiner berichteten, dass sich die Stadt bereits in den 1980er Jahren mit Hochwasserschutz beschäftigt habe. Laut Bley ist das mangels Finanzierbarkeit nicht weiterverfolgt worden. Schreiner sagte außerdem: "Die Vorschläge haben keine Akzeptanz gefunden. Um die Angerinsel waren drei bis vier Meter hohe Mauern geplant. Ich bin selbst der Meinung, das wäre nicht umsetzbar gewesen."

Verhandlung wegen Kosten


Über die Finanzierung der Hochwasserschutz-Maßnahmen sagte Bley, dass im Regelfall der Freistaat 50 Prozent der Kosten übernehme und die Stadt die andere Hälfte. Der Bürgermeister kündigte aber an, "noch in Finanzierungsverhandlungen einzutreten".
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