Männerchor feiert 40-jähriges Bestehen
Wurzeln im Liederkranz

"Frohsinn Biblis", der Chor aus der Partnerstadt von Nittenau, machte seinem Namen alle Ehre. Bilder: sir (4)
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Nittenau
19.10.2016
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Der Vorsitzende des Männerchors Nittenau, Julius Schmatz (rechts), hieß die Gäste willkommen. Als Übersetzer fungierte Oldrich Vaca (links). In der Mitte Chorleiterin Michaela Kangler-Lang.

Gesang verbindet. Das belegte das Konzert zum 40-jährigen Bestehen des Männerchors Nittenau eindrucksvoll. Die Gäste waren teils weit angereist, um im Regentalgymnasium musikalisch zu gratulieren.

So viel vorweg: Der Männerchor Nittenau (MCN) kann stolz auf einen gelungenen Festabend sein. In der Aula des Gymnasiums traten neben den Gastgebern Chöre auf, mit denen der MCN besonders verbunden ist. Mit ihren Melodien zeigten sie einem breiten Publikum im ausverkauften Haus, wie schön und vielfältig Chormusik ist.

"Aus der Traube in die Tonne", mit einem Werk von Kurt Lissmann eröffnete der Männerchor Nittenau unter Leitung von Michaela Kangler-Lang den Abend. Volkslieder, Schlager, Tänze: Das Repertoire der Mitwirkenden umfasste eine ungeahnte Vielfalt und in der Umsetzung auch so manche Überraschung. Der Applaus zwischen den Beiträgen zeigte: Der Funke sprang auf die Zuhörer über.

Aufmerksame Zuhörer


Der Vorsitzende des Männerchors Nittenau, Altbürgermeister Julius Schmatz, stellte die Verbindungen zu den teilnehmenden Chören vor. So besteht seit 1993 eine Städtepartnerschaft zwischen dem tschechischen Prestice und Nittenau. Der Chor "Carmina Prestice" unter Leitung von Ctibor Ott und der Klavierbegleitung Nikola Kalinova machte den Nittenauern seine Aufwartung. Aus der Freundschaftskommune Biblis gestaltete der Gesangsverein "Frohsinn 1894" unter Leitung von Herbert Ritzert den Abend mit.

Eingeladen waren auch der Männergesangsverein 1860 der Patenstadt Regensburg unter Leitung von Alexander Weiß sowie der Männergesangsverein "Geselligkeit" Zeitlarn unter Leitung von Jacinta Correia und Klavierbegleitung von Sigi Boxrucker. Das Publikum, unter ihnen auch Staatsministerin Emilia Müller, stellvertretender Landrat Joachim Hanisch, zweiter Bürgermeister Albert Meierhofer, aus Prestice Stadtrat Jiri Lucak und der Parlamentsabgeordnete Oldrich Vaca, hörte aufmerksam zu, als Schmatz erläuterte, dass der Männerchor eigentlich bereits 110 Jahre alt sei. Damals habe er sich noch Liederkranz genannt. Dieser Liederkranz sei dazu übergegangen, auch Theater zu spielen. Da auch weibliche Rollen besetzt werden mussten, wurden auch Frauen aufgenommen.

Volkslied und Schlager


So nüchtern die Titel im Programm, so bunt und vielfältig gestalteten die Chöre die Stücke. Allen Mitwirkenden gemein war der Charme, mit dem sie das Publikum eroberten. Besonders rhythmische Lieder forderten zum Mitklatschen auf. Textsichere Zuhörer sangen teilweise mit. Die Sänger hielten Blickkontakt, zeigten mit einem Lächeln, dass sie sich über die Reaktionen sehr freuten. Volkslieder wie "Fein sein, beinander bleib'n" sang der MCN, nach der Pause schlug er mit "Ein Lied kann eine Brücke sein" eine ganz andere musikalische Richtung ein.

"Carmina Prestice" sang sich in tschechisch in die Herzen der Zuhörer, Werke von Johann Sebastian Bach, Antonin Dvorak und Bedrich Smetana erfüllten den Raum. Später kamen unter anderem "Raindrops keep falling on my head" hinzu. "You raise me up" gab es als Zugabe. Prächtig amüsierten sich die Zuhörer bei den humorvollen Regensburgern, die mit dem bekannten "Zu Regensburg auf der Kirchturmspitz" eine musikalische Visitenkarte abgaben. "Frohsinn Biblis" machte seinem Namen alle Ehre, beispielsweise mit einem deutschen Schlagermedley der 1960er Jahre. "Singen ist Leben", meinte der MGV Zeitlarn, der auch den durch Udo Jürgens vielbesungenen "Griechischen Wein" präsentierte. "Mir ist ein Mühlstein vom Herzen gefallen", verriet Schmatz vor dem letzten Beitrag im Programm. Er dankte allen Beteiligten für die Unterstützung. Jeder Chorleiter erhielt von Schmatz einen Druck mit der Darstellung von Nittenau des Künstlers Willi Ulfig. Abschließend meinte Schmatz, ans Publikum gewandt: "Das schönste Geburtstagsgeschenk wäre, wenn noch mehr Männer zu den Proben kommen würden." Mit dem Schlusslied "Ein schöner Tag" und der Zugabe "Bajazzo" endete das Jubiläumskonzert.
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