Regionaltisch veranstaltet "Slow Food"-Abend
Gute Küche braucht Zeit

Christian Frankerl (zweiter von links), Initiator des Regionaltisches Schwandorf, sowie Mitorganisatorin Franziska Dobler (links) ließen sich das Menü schmecken. Genauso wie etwa 50 weitere Gäste. Bild: sir
Vermischtes
Nittenau
07.10.2016
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Angenehmes Ambiente, ein schön gedeckter Tisch. Essen ist mehr als eine reine Nahrungsaufnahme. Essen lässt sich zelebrieren, in Gemeinschaft und in Ruhe, ohne abgelenkt zu sein. "Slow Food" - bewusst ist dieser Begriff gewählt, um so einen Gegensatz zum weitaus bekannteren "Fast Food" zu bilden.

Im April 2015 ist der Regionaltisch Schwandorf ins Leben gerufen worden. Initiator war Christoph Frankerl. Einmal im Monat treffen sich Gleichgesinnte, darunter inzwischen viele Stammgäste, in Gasthäusern, die unter den Gesichtspunkten der Slow-Food-Bewegung kochen. Der Ursprung von Slow Food ist in Italien zu finden. "Slow Food ist Egoismus", erklärte Frankerl, der die Gäste diesmal im Gasthaus Jakob willkommen hieß. "Denn wir wollen gut essen, einen schönen Abend haben und uns wohlfühlen."

Regional und saisonal


"Gut, sauber, fair", so lauten die Grundsätze, die unbedingt berücksichtigt werden müssten. Gut, das beginne bereits bei der Auswahl des Rohstoffes, der naturbelassen zubereitet werden soll. Sauber heißt, dass keine chemischen Zusätze verwendet werden sollen. Und fair bedeute, dass alle Spaß haben sollen und die Bediensteten auch sauber entlohnt werden sollen. Grundlage bilden regionale und saisonale Produkte. Bei Slow Food werde auf die Herkunft des Essens und deren Produktion geachtet. Massentierhaltung lehnt die Bewegung ebenso ab wie gentechnische Manipulationen. "Natur und Mensch dürfen nicht ausgebeutet werden", sagte Frankerl.

Vielmehr soll die regionale Wirtschaft gestärkt werden, der Mensch sich seiner Verantwortung bewusst sein. "Slow Food will nicht dogmatisch sein, sondern zum vernünftigen Nachdenken anregen und das Handwerk fördern", so Frankerl. Zufällig fiel das Treffen des Regionaltisches auf den Welt-Vegetarier-Tag. Und so bot es sich an, das Essen entsprechend auszurichten, verriet Franziska Dobler, Ortsprecherin von Bündnis 90/Die Grünen Schwandorf. Sie war eine Mitorganisatorin des Regionaltisches. Bereits im Vorfeld fragt sie bei den Köchen an, ob sie sich an der Bewegung beteiligen wollen. Im Brauereigasthof Jakob war Juniorchef und Koch Christoph Jakob gerne dazu bereit.

So ist ein Abend in Kooperation mit den Grünen entstanden. Elisabeth Bauer, Kreisrätin und Stadträtin sowie Ortsvorsitzende, dankte für die gemeinsame Veranstaltung. Der Grundgedanke von Slow Food spiegle gerade auch die Philosophie der Grünen von Nachhaltigkeit und fairem Handel wider. Dies sei ein hoher Anspruch und setze Wissen voraus. Schwierig sei es, anhand der Deklaration klare Aussagen über die Herkunft der Produkte zu erhalten. Denn Begriffe wie Region und Heimat seien nicht gesetzlich geschützt und dehnbar.

Applaus fürs Menü


Stilvoll eingedeckt mit Kerzen, herbstlicher Deko und farblich abgestimmten Servietten freuten sich die zahlreich erschienen Gäste über das Vier-Gänge-Menü. Es gab hausgemachtes Trebernbrot mit Erdäpfelkas, Tombinambur-Schaumsuppe mit Landei und Blauen Schweden, Bio-Ziegenkäse-Tascherl mit roter Bete und Rohrnudeln mit Ingwer-Zwetschgen. Verdienter Applaus der Gäste war Christoph Jakob sicher, der den regionalen Bezug der Gerichte nach dem Essen kurz erläuterte.
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