Thetaer- und Festspielverein spielt Krimi-Dinner
Gift-Cocktail im „Antik“

Nein, es handelte sich um keine natürliche Todesursache. Gift war im Spiel, doch wer hatte es dem Opfer verabreicht? Das war das Rätsel beim Krimi-Dinner des Festspielvereins. Bild: sir
Vermischtes
Nittenau
02.06.2016
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Was beim Krimi-Dinner des Theater- und Festspielvereins Nittenau serviert wurde, war allererste Sahne. Nicht nur die kulinarischen Genüsse waren es, denen kaum jemand widerstehen konnte. Denn zum Dessert gab's Gift.

"Zum Nachtisch blauer Eisenhut" heißt das Stück aus der Feder von Madeleine Giese. Den ließ sich das Publikum schmecken. Die Folgen bekam natürlich nur einer zu spüren. An Motiven für einen Mord mangelte es nicht. Und gerade das machte den Kriminalfall so knifflig, den die Gäste lösen sollten. Denn vor den Augen der zahlreiche Gäste geschah am Freitagabend im "Antik", der Kulturbühne Nittenau, ein spektakuläres Verbrechen. Wer ist denn nun der Mörder? Diese Frage beschäftigte die Ermittler fast den gesamten Abend über.

Schon durchschaut


Verdächtig hatten sich alle vermeintlichen Freunde gemacht, wenn auch aus den unterschiedlichsten Gründen. Mit dem "Kriminaltango" ging's los. Kerzen und Teelichter tauchten den Raum in schummriges Licht, Sekt und Mixdrinks warteten auf die Gäste zum Empfang. Die Augen ruhten erwartungsvoll auf dem Paar, das nach einem Tisch Ausschau hielt. Sebastian Krahl (Albert Meierhofer) und seine etwas hochmütig wirkende Gattin Vanessa (Gerdi Wolf) wurden schließlich von Wirtin Adelheid (Franziska Meißel) zum reservierten Tisch gebeten. "Nessie" nannte der Angetraute seine Frau, nicht umsonst erinnert dieser Name an ein bestimmtes Ungeheuer. Längst hat "Nessie" ihren Mann durchschaut, ahnt oder weiß, dass er es mit der Treue nicht sehr genau nimmt. Sebastian Krahl, ein Verleger, weist einen gewissen Hang zum süßen Leben auf. Neben Weib und Wein ist er auf seinen finanziellen Vorteil aus, auch wenn ihm das sämtliche Sympathien kostet. Oder gar das Leben?

Als Nächste treffen Günther (Arnold Pöppl jun.) und Hanne Berlicher (Christina Schwarz) ein. Günther Berlicher, sehr von seiner Kochkunst überzeugt und Autor des Buches "Die Seele der Rindsroulade", setzt auf die langjährige Freundschaft mit Sebastian Krahl, der dieses Kochbuch verlegen soll. Doch setzt sich der Freund tatsächlich dafür ein? Hanne Berlicher fühlt sich sehr vernachlässigt von ihrem kochwütigen Mann: Sie ist überzeugt davon, dass der lieber mit einem Kalbsschnitzel verheiratet wäre. Die Runde komplett machen Lucas (Fritz Lanzl) und Beate (Margarete Breuer) Schäfer. Der erfolglose Weinhändler scheint selber sein bester Kunde zu sein. Turbulent geht es zwischen den Menügängen zu. Denn im Laufe des Gesprächs wird deutlich, dass Sebastian Krahl nicht einmal vor der minderjährigen Tochter der Schäfers Halt macht und sich mit ihr in einem Hotel getroffen hatte.

Das rief Hanne Berlicher auf den Plan, die wusste, dass sich ihr heimlich Geliebter - ja auch sie hat ein Verhältnis mit dem Verleger - stets am Mittwoch mit seinen Liebschaften trifft. Die Schäfers reagierten nicht minder aufgebracht über den Schwerenöter Krahl, und auch dessen Frau wurde es allmählich zu viel. "Jaja, die Suppe, die man sich einbrockt, die muss man auch auslöffeln", schaltete sich Wirtin Adelheid ein.

Geschickt leitete sie mit ihren stetigen Einwürfen zu dem "Vier-Gänge-Menü" über, das den Gästen serviert wurde. Kreiert wurde das Essen von Christoph Jakob, der mit seinen Helfern in der Küche alle Hände voll zu tun hatte. Bei Salat vom grünen Spargel mit Hirschschinken, gerösteten Kerndln und Nüssen, Pecorino-Spänen und hausgemachtem Bauernbrot sowie der darauffolgenden Ingwer-Karottensuppe rätselten die Gäste angeregt. War es der Wein, der einen der Freunde zusammenbrechen ließ? Und was enthielt das Glas für ein Gift? Beim dritten Gang, Kalbsrahmbraten mit Frühlingsgemüse-Bündchen und gerösteten Serviettenknödeln oder alternativ Grünkernpflanzerln mit glasiertem Gemüse und Paprikadip, wurde bereits heiß diskutiert.

Erdbeeren und Krokant


Bei den Ermittlungen kamen die Gäste untereinander gut ins Gespräch, mutmaßten über die Motivlage: Wer hatte die stärksten Beweggründe? Die Meinungen differierten stark, was sich dann bei der Auswertung der Kärtchen zeigte, die die Gäste ausfüllen konnten. Zu gewinnen gab es Karten für die 100. Geisterwanderung im Juli. Von den über 70 Teilnehmern lagen am Ende nur 18 richtig. Nach der Lösung des Falls und den Applaus für die Darsteller ließen sich die Gäste den Nachtisch noch so richtig schmecken: Weißes Schokoladenmousse mit marinierten Erdbeeren und Krokant. Ohne Eisenhut.
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