Über 900 Kinder bei den Waldjugendspielen
Im grünen Klassenzimmer

Ohne Teamarbeit ging es beim Bau eines Dachstuhls nicht.
Vermischtes
Nittenau
03.06.2016
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Landete der Zapfen im Eimer, dann war der Jubel der Mannschaftskameraden groß. Bilder: sir (2)

Die Begeisterung für die Waldjugendspiele ist ungebrochen. 46 Grundschulklassen aus dem Landkreis Schwandorf mit 920 Kindern freuten sich über die Verlegung des Unterrichts ins Grüne. Dort warteten spannende Aufgaben.

/Waldhaus Einsiedel. An drei aufeinanderfolgenden Tagen erfuhren sie in dieser Woche alles Wissenswertes über den Lebensraum Wald, dessen Bedeutung für die Natur und seine Bewirtschaftung. Die 47. Waldjugendspiele fanden unter Federführung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Schwandorf rund um Waldhaus Einsiedel statt.

Die ersten Versuche hatte die Staatsforstverwaltung in Kooperation mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald im Jahr 1970 in Niederbayern und der Oberpfalz gestartet. Die Aktion sollte sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickeln. Über 40 Mitarbeiter der Ämter Schwandorf und Cham standen dieses Mal als Klassenbetreuer und Schiedsrichter an den drei Tagen bereit. Unterstützt wurden sie dabei von Mitarbeitern des Forstbetriebes Roding und den Waldbesitzervereinigungen sowie finanziell durch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Mit der Vorbereitung waren der forstliche Bildungsbeauftragte am AELF Schwandorf, Forstamtmann Fritz Reichert, sowie der Abteilungsleiter des Bereichs Forsten, Forstdirektor Alwin Kleber, betraut.

Jede Klasse erhielt einen "eigenen" Förster als "Paten", der die Schüler für etwa dreieinhalb Stunden auf einem vorbereiteten Waldparcours begleitete und den Kindern viel Wissenswertes über Wald und Forstwirtschaft vermittelte. Entlang des Weges durch den naturnah bewirtschafteten "Einsiedler Forst" warteten auf die Schüler zahlreiche Aufgaben, die es mit Geschick und Wissen gemeinsam zu lösen galt. Dabei kam es vor allem auch auf Teamgeist an.

Tiere suchen


So feuerten sich die Schüler an beim Blätter-Angeln, beim Dachstuhlbau, bei der Ratestaffel, beim Ster-Schlichten, beim Zapfen-Zielwurf und beim Turmbau. Dass es wichtig war, nicht blindlings von einer Station zur nächsten zu laufen, wussten die Kinder im Vorfeld. Denn besondere Aufmerksamkeit verlangten die entlang des Parcours versteckten Tiersuchtafeln. Nur wenn sie entdeckt wurden, gab es zusätzliche Punkte.

Sinn und Zweck der Waldjugendspiele sei, die Kinder spielerisch über unser "grünes Drittel", den heimischen Wald, aufzuklären, über seine Vernetztheit, aber auch seine Verletzlichkeit. Die Grundzüge naturnaher Forstwirtschaft gehörten zu den Themen. "Nur was man kennt, das schätzt man, und nur was man schätzt, das schützt man auch. Unter diesem Motto steht die Idee der Waldjugendspiele", sagte Forstdirektor Kleber im Beisein von stellvertretendem Landrat Arnold Kimmerl, Bürgermeister Hans Frankl (Bruck), zweitem Bürgermeister Albert Meierhofer (Nittenau), Rektorin Margit Schmidbauer (Grundschule Bodenwöhr) und dem leitenden Direktor des AELF Schwandorf, Reinhold Witt. Dabei war auch der Vorsitzende der Waldbesitzervereinigung Neunburg-Oberviechtach, Martin Prey (Niedermurach).

Lehrer als Multiplikatoren


Gleichzeitig sollen den Lehrkräften als wichtige Multiplikatoren die Bedeutung des Waldes sowie die naturnahe, nachhaltige Forstwirtschaft nahe gebracht werden. Die Waldjugendspiele sind als Wettbewerb konzipiert. Die besten drei Klassen werden am Ende des Schuljahres zu einer Siegerehrung eingeladen, bei der jedes Kind einen Preis erhält.
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