Prüfungen für angehende Landwirte
Passendes Menü für die Kuh

Prüfling Andrea Schmid konzentriert sich hier auf die Qualität des Futtermittels "Heu" Sie muss das Futter richtig beurteilen können. Die Prüfer schauen ihr aufmerksam auf die Finger. Bild: sir
Wirtschaft
Nittenau
15.07.2016
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Der Beruf des Landwirts ist anspruchsvoll. Wie sehr, wird bei der Abschlussprüfung deutlich. 80 junge Leute aus den Landkreisen Cham, Schwandorf und Regensburg waren zur Prüfung zugelassen, die auch auf Höfen rund um Nittenau abgelegt wurde.

In Oed bei Martin Schindler und Stefan Hartl sowie in Bleich bei Johann Hartl waren die Prüflinge gefordert. Es bestand Gelegenheit, den Jungbauern über die Schulter zu schauen. Bildungsberater Hermann Bolz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Schwandorf begleitet die Prüfungen von der ersten Stunde an, von der Aufgabenstellung bis zur Freisprechungsfeier.

Verschiedene Wege


Von den 80 Prüflingen haben 37 die reguläre Ausbildung durchlaufen. Drei Jahre dauert die "Erstausbildung". Wegen abgeschlossener außerlandwirtschaftlicher Erstausbildung oder dem Abitur sei eine Verkürzung auf zwei Jahre möglich, so Bolz. Die weiteren 43 Prüflinge hatten in den vergangenen beiden Wintern Seminare im Bildungsprogramm "Landwirt" in Schwandorf und Regensburg besucht und dabei zwischen 120 und 160 Seminarstunden absolviert. Zudem müssen sie mindestens eine vierjährige Praxis auf einem landwirtschaftlichen Betrieb nachweisen. Die Erwachsenenbildung und das Bildungsprogramm Landwirt (BiLa) sei ein Seminarsystem, in dem auch den Landwirten in Nebenerwerbsbetrieben Grundwissen vermittelt werde, erläuterte Bolz.

Bei der Abschlussprüfung durchlaufen die Prüflinge in der Regel vier Stationen pro Betrieb, jeweils zwei Stationen zu Pflanzenbau und Tierhaltung. Martin Prey und Johann Hösl fungierten als Prüfer auf dem Hof von Johann und Anita Hahn. Bei der praktischen Prüfung mussten die angehenden Landwirte beispielsweise Krankheiten oder Schädlinge an Pflanzen erkennen, eine Düngeplanung ausarbeiten und auch mit landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten vertraut sein.

25 Liter Milch am Tag


Im Bereich Tier mussten Futtermittel beurteilt werden. Anhand eines Tieres galt es, eine Futterration zusammenzustellen und zu berechnen, bezogen auf Energieinhalt, Eiweiß- und Rohfasergehalt. Ruhig und konzentriert waren die Prüflinge bei der Sache, zeigten, dass sie ihr Handwerk verstehen. So sollten sie eine Futterration für eine Kuh zusammenstellen, unter Berücksichtigung des Gewichts des Tieres und der erwarteten Leitung von 25 Liter Milch am Tag.

Auch in der Landwirtschaft bestehen Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Landwirtschaftsschule baut auf den bereits erworbenen Kenntnissen auf, dient als Vorbereitung auf die spätere Tätigkeit als landwirtschaftlicher Unternehmer und Betriebsleiter sowie auf die Meisterprüfung. Hier werden das nötige Wissen und Können in der Betriebs- und Unternehmensführung sowie die notwendige Handlungs- und Entscheidungskompetenz vermittelt.

In der höheren Landbauschule schließt der Prüfling mit dem Titel "staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt" ab. Möglich sei auch der Besuch der Technikerschule Fachrichtung Landbau.

An die Hochschule


Diese Ausbildung bereitet auf verantwortungsvolle Tätigkeiten im landwirtschaftlichen Umfeld vor. Der staatlich geprüfte Techniker finde einen guten Stellenmarkt in den Bereichen Agrarhandel, Versuchswesen, Beratung und Verwaltung, betonte Bolz. Die Berufsoberschule (BOS) mit Ausbildungsrichtung Agrarwirtschaft vermittle in einem Jahr die Fachhochschulreife. Diese berechtige zu einem Besuch einer Fachhochschule.
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