Tierpädagogisches Konzert ein voller Erfolg
Hündin Mandy fühlt sich in der Krabbelstube tierisch wohl

Mandy sieht so aus, als würde sie gleich wegdösen. Kein Wunder auch bei all den Streicheleinheiten, die sie in der Kinderkrippe bekommt. Bilder: doz (2)
Wirtschaft
Nittenau
25.01.2016
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Die Kinder sehen in Mandy einen sicheren Hafen.

Nadine Potempa (30) hatte den richtigen Riecher. Denn ihr Konzept, das sie für die Johanniter-Krabbelstube "Regentalkinder" entwickelte, kommt tierisch gut an. Das liegt vor allem an Labrador Mandy.

Die Hündin ist der eindeutige Star in der Einrichtung. Wenn Mandy den Raum voller Buben und Mädchen betritt, dauert es nicht lange, bis ein Dutzend Hände sie tätscheln, streicheln und kraulen. Potempa sagt: "Mandy ist aus dem Krippenalltag nicht mehr wegzudenken."

Eltern und Kinder begeistert


Dabei war es laut der Leiterin gar nicht so einfach, dass Mandy in die Kinderkrippe durfte. Zuerst mussten etliche bürokratische Hürden überwunden werden. Gesundheits- und Veterinäramt mussten zustimmen. Der regelmäßige Besuch einer Hundeschule ist ebenso Pflicht wie der Gang zum Tierarzt und Impfungen. Außerdem hat es nach Aussage von Potempa weitere Dinge zu bedenken gegeben: "Zum Beispiel, ob alle Kinder den Hund akzeptieren würden oder auch ob die Eltern einverstanden sind."

Das Fazit nach über einem Jahr mit dem Labrador in der Krabbelstube: Die 36 Buben und Mädchen, alle zwischen einem und drei Jahre alt, lieben ihre Mandy. Viele Eltern sind regelrecht begeistert. Oder anders formuliert, was nicht selbstverständlich ist: "Es gab noch keine negativen Rückmeldungen." Für das neue Krippenjahr gibt es bei den "Regentalkindern" nur noch fünf Plätze. Die Anfragen häufen sich einfach.

Die Vorteile der Tierpädagogik sieht Potempa unter anderem darin, dass sie eine positive Auswirkung auf das Sozialverhalten der Kinder hat. Einfühlungsvermögen spielt eine große Rolle. Außerdem sagt die Leiterin: "Die Kinder lernen das Tier genau kennen, begutachten Fell, Zähne, Zunge und Ohren. Sie übernehmen Verantwortung für den Hund und lernen auch, wie man ein Tier richtig und sorgsam behandelt." Heißt: am Fell ziehen und zwicken ist verboten. Macht aber auch keines der Kinder, versichert die 30-Jährige.

Die Kinder sehen in Mandy einen sicheren Hafen."Regentalkinder"-Leiterin Nadine Potempa

Stressresistente Hündin


Dreimal in der Woche ist Potempas Hündin, die im Mai zwei Jahre alt wird, in der Krabbelstube. Abgesehen vom Brotzeitraum, der für Mandy aus hygienischen Gründen tabu ist, sucht die Hündin stets den Kontakt mit den Kindern. Zwar ist das Büro der Leiterin als Rückzugsraum für Mandy gedacht. Muss sie dort Zeit verbringen, sieht sie das laut Potempa aber eher als Strafe. Stattdessen legt sich der Labrador lieber zwischen die Buben und Mädchen und lässt sich liebkosen. "Ich bin immer wieder überrascht, wie stressresistent Mandy ist."

Und einfühlsam. Das bewies die Hündin etwa, als in der Krabbelgruppe ein vier Monate alter Säugling war. Potempa hatte anfangs Bedenken. Die Labrador-Hündin schlich sich allerdings an das Baby heran, legte sich so hin, dass sie dem kleinen Mädchen nicht ins Gesicht hauchte und ließ sich an den Ohren packen - Hund und Säugling in tiefenentspannter Zweisamkeit. Es ist wohl nicht das ausschlaggebende Ereignis, aber ein Beleg dafür, warum Potempa sagt: "Die Kinder sehen in Mandy einen sicheren Hafen."

Idee und AnmeldungDie Idee des tierpädagogischen Konzepts hat sich Nadine Potempa von einer anderen Johanniter-Krabbelstube abgeguckt. Denn die Osram-Lichtzwergerl in Regensburg haben auch Tiere in ihrer Einrichtung. Dort fühlen sich zwei Minischweine seit einiger Zeit sauwohl. Eltern können ihren Nachwuchs bei den "Regentalkindern" in Nittenau bei der Leiterin unter Telefon 09436/9037713 anmelden. (doz)
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