Gartenbauverein Pirkhof wartet mit Informationen auf
Neophyten auf dem Vormarsch

Das Drüsige Springkraut schleudert seine Samen mehrere Meter weit. Bei ihrem Vortrag stellte Kreisfachberaterin Heidi Schmid noch weitere problematische Pflanzen vor, die sich immer mehr ausbreiten. Bild: weu
Freizeit
Oberviechtach
11.03.2016
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Japanischer Staudenknöterich und Ambrosia breiten sich immer mehr aus. Kreisfachberaterin Heidi Schmid stellte auf der Jahreshauptversammlung des Gartenbauvereins Pirkhof noch weitere gefährliche Pflanzen vor. Zwei Beschlüsse bezogen sich auf Ehrenmitglieder und mehr Geld.

-Pirkhof. "Was wären unsere Ortschaften ohne Gartenbauvereine?", fragte Zweite Bürgermeisterin Christa Zapf bei der Jahreshauptversammlung des Gartenbau- und Ortsverschönerungsvereins (GOV) Pirkhof im Gasthaus Hösl in Lukahammer. Den engagierten Mitgliedern sei zu verdanken, dass die Orte gepflegt, schön und liebenswert sind und somit auch Fremde ansprechen, stellte sie fest. Zusammenarbeit der Vereine, Jugendarbeit und Pflege der Tradition kennzeichnen den Verein aus und dafür sprach sie ihren Dank aus.

Kinder setzen Kartoffeln


Josef Bodensteiner leitete die Versammlung in Vertretung der Vorsitzenden Melanie Roth. Nach dem Totengedenken, das besonders Margareta Zimmermann galt, ließ er das abgelaufene Jahr Revue passieren. Der saisonal wechselnde Blumenschmuck sowie Arbeitseinsätze in Pirkhof, Lukahammer und Gartenried standen im Mittelpunkt des Vereins mit seinen 71 Mitgliedern. Das Dorffest und die Beteiligung am Festzug der Feuerwehr Oberviechtach standen ebenso auf dem Programm wie der Vereinsausflug und die Sonnenblumenaktion der Kinder.

Als interessanten Vortrag bezeichnete er die Likörherstellung aus Früchten und Kräutern mit Jeanette Ring. In seinem Ausblick wies Bodensteiner besonders auf die Kinderaktion "Wer hat die schwerste Kartoffel" hin, für die am 13. April um 16 Uhr die Pflanzkartoffeln ausgegeben werden. Eine einstimmig angenommene Satzungsänderung bezog sich darauf, dass bei Ernennung von Ehrenmitgliedern nicht mehr die Mitgliederversammlung zustimmen muss, sondern dass die Vereinsleitung dies beschließen kann. Nach kurzer Diskussion wurde auch eine Beitragserhöhung um zwei Euro auf zehn Euro beschlossen, da der Bau eines Unterstellplatzes für Gartengeräte ansteht.

Kreisfachberaterin Heidi Schmid stellte das Jahresprogramm des Kreisverbandes vor (wir berichteten). Im Mittelpunkt des Vortrags standen "Neophyten". Dies sind gebietsfremde Pflanzen, die eingeschleppt wurden und den heimischen Pflanzen den Lebensraum streitig machen. Sie breiten sich flächendeckend und reichblühend aus. Von den etwa dreißig Neophyten, die als problematisch gelten, da sie andere Arten verdrängen oder eine Gefahr für die Gesundheit darstellen, stellte die Kreisfachberaterin fünf vor. Der Japanische Staudenknöterich, der sehr schnell wächst und bis zu vier Meter hoch werden kann, ist sehr bekannt. Dies trifft auch für das Drüsige Springkraut zu, das seine Samen zu tausenden mehrere Meter weit schleudert.

Hochgradig giftig


Die über zwei Meter hohe Herkulesstaude (Riesen-Bärnklau) verursacht bei einer Berührung in Verbindung mit Sonnenlicht verbrennungsähnliche Schäden an der Haut. Die Ambrosia (Beifußblättriges Traubenkraut) steht schon länger auf der Liste der gefährlichen Pflanzen. Ihre Pollen können Allergien auslösen. Man findet sie häufig in der Nähe von Futterhäuschen, da die Verbreitung über Vogelfutter erfolgt. Eine für Weidetiere hochgradig giftige Pflanze ist das Jakobskreuzkraut, das leberschädigend und embryonenschädigend wirkt. In Heu und Silage gehen die Bitterstoffe der Pflanzen verloren, aber die Giftstoffe nicht. Erkrankungen von Weidetieren könnten das Jakobskreuzkraut als Ursache haben.

Zum Abschluss der Versammlung zeigte Heidi Schmidt noch eindrucksvolle Bilder vom "Tag der offenen Gartentür 2015" in Lind.
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