Mit Gold ein wenig reicher

Exkursionsleiter Ludwig Berger (links) erklärte die Technik des Goldwaschens. Für einen Fund sind allerdings auch ein gutes Auge und viel Geduld erforderlich. Bilder: frd (2)
Freizeit
Oberviechtach
09.08.2016
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Helle Freude bei diesen beiden Goldsuchern: Sie sind fündig geworden - wenn auch nicht unermesslich reich.

Erst hielt sich der Eifer beim Goldwaschen in der Langau in Grenzen. "Da findet man ja sowieso nichts", meinte kleine und große Schatzsucher. Doch plötzlich brach das Goldfieber aus.

Gold erweckte schon immer bei den Menschen Gier, aber auch Freude und Glück. Gold hat mit dem Glauben, aber auch mit Aberglauben zu tun, und das Edelmetall ist ein Stoff, um den sich viele Sagen, Märchen und Geschichten ranken. Viel Wissenswertes können Interessierte in Oberviechtach erfahren, wenn es Zeit ist für eine Goldwanderung. Im ehemaligen Abbaugebiet Langau (Stadtgebiet von Oberviechtach) wird sogar die Praxis noch demonstriert.

Goldbergwerk


Bei der ersten öffentliche Goldwanderung nach Beginn der Schulferien hatte die Touristinformation der Stadt Oberviechtach eine stattliche Zahl an Teilnehmern versammelt. Los ging es im Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum, wo sie Wanderführer Ludwig Berger empfing. Auf Schautafeln und am Beispiel von Exponaten zeigte er die historische Bedeutung von Gold, "dem edelsten aller Metalle", auf. Demnach fand die erste urkundliche Erwähnung des Goldbergwerks in der Langau bereits im Jahr 1318 statt. Über Jahrhunderte hinweg haben zunächst Erzsucher, Geologen und Mineralogen das Gelände durchstreift.

Sieben Gramm pro Tonne


Nach weiteren Recherchen einer namhaften Bergbaufirma in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege wurden auch Grabungen ausgeführt, die schließlich den Kenntnisstand über die Bergbau- und Industriegeschichte der Oberpfalz erweiterten. Bei diesen wissenschaftlichen Untersuchungen ist auch festgestellt worden, dass in einer Tonne Abraum möglicherweise sieben Gramm Gold enthalten sind.

Nach diesen einführenden Informationen und der Besichtigung des Bergbaustollens konnten die Teilnehmer das nachgebaute Pochwerk im Museumshof bestaunen. Ein Modell, das früher im Flurbereich Gütting tatsächlich verwendet wurde. Anschließend begab sich der Gold-Suchtrupp zur Aushändigung des Goldwäscher-Werkzeugsets zur Infostelle des Lehrpfads und zum Gewässer des Forellenbachs. Dort finden sich noch immer Spuren des Bergbaus, sichtbar an den sogenannten "Pingen" und den Abraumhalden.

Vor Ort erklärte Experte Ludwig Berger die Technik des Goldwaschens und gab Tipps, wie man am ehesten der begehrten "Flinserl" habhaft werden kann. Anfangs noch mit mäßigem Eifer, machten sich alle angehenden Goldwäscher an die Arbeit. Erst als ein Teilnehmer der Exkursion das erste, nicht einmal so kleine Goldstückchen gefunden hatte, brach bei allen das Goldfieber aus. Schnell verfeinerten sie ihre Goldwasch-Technik und erinnerten sich an das, was ihnen Ludwig Berger zuvor erklärt hatte.

Neben viel "Katzengold" konnten insgesamt zwei Goldfunde registriert werden. In einem kleinen Glasfläschchen durften die Finder ihre Ausbeute in die eigene Hosentasche stecken. Für alle gab es am Ende das begehrte "Oberviechtacher Goldwäscherdiplom" - und kleine Experten werden ihren Freunden und Bekannten viel über das Goldwaschen im Stadtgebiet von Oberviechtach zu erzählen haben.
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