Offenes Singen mit Volks- und Wirtshausliedern kommt gut an
Repertoire selbst „gemixt“

Peter Jürgens und Josef Hauer (von links) begleiteten auf dem Akkordeon, während Organisator Leonhard Bayerl die anwesenden Gäste beim Gesang unterstützte. Bild: nid
Freizeit
Oberviechtach
19.04.2016
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Zurückversetzt in längst vergangene Zeiten fühlte man sich, wenn man der Einladung des Oberpfälzer Volksliedkreises (OVK) zu seinem "Offenen Singen " folgte. Es war ein Abend der Volksmusik, den sich die Teilnehmer selber gestalten und mixen konnten.

Der Oberpfälzer Volksliedkreis geht auf das Jahr 1955 zurück und hat seine Wurzeln in Fronberg bei Schwandorf, wo ihn der aus Cham stammende Volksmusikpfleger Otto Peisl gegründet hat. Seit 2013 leitet Leonhard Bayerl aus Niedermurach als Vorsitzender den über die Grenzen des Landkreises Schwandorf hinausreichenden Verein.

Als Schwerpunkte in der Heimat- und Volksmusikpflege gelten die Bewahrung des Volksliedes und des traditionellen Musizierens, die Förderung der geistlichen Volksmusik, die Pflege der Tracht und des regionalen Volkstanzes, sowie die Lebendighaltung des Brauchtums. Letzteres gelingt aber am Besten, wenn die Bevölkerung direkt mit eingebunden wird, so auch beim "Offenen Singen" in der Tafernwirtschaft der "Wirts Hilde" in Obermurach. Hier fanden sich zahlreiche Liebhaber des alten Liedgutes ein, so dass die Gaststube gut gefüllt war.

Der Vorsitzende begrüßte die Gäste, die bis aus Vohenstrauß angereist waren. Alle Altersgruppen waren vertreten, darunter Anton Ernstberger mit 98 Jahren. Zur besseren Orientierung durch den Liederdschungel wurden Gehefte ausgegeben, aus denen man Vorschläge zum gemeinsamen Gesang entnehmen konnte. Dabei entstand eine gute Mischung von Volks- und Wirtshausliedern, bis zum Bereich des "Bänkelgesangs".

Die Titel erstreckten sich beispielsweise von den "zwei rehbraunen Augen", dem "lustigen Zigeunerleben", dem "Mädchen aus dem Polenstädtchen", über die Bergvagabunden und den Heimatliedern wie "Nun ade du mein lieb Heimatland" und "Nach meiner Heimat ziehts mich wieder. Wobei vor allem die Texte der Bänkel- und Küchenlieder oft mit eher nachdenklich stimmendem Inhalt ausgestaltet sind, wie zum Beispiel "Der alte Jäger" oder "Im grünen Wald, da wo die Drossel sang". Doch die lustigen Anekdoten, Geschichten und Witze von Leonhard Bayerl und Ernestine Niederalt lockerten auf, so dass die Anwesenden nicht um Lachsalven herumkamen. Das Ehepaar Niederalt präsentierte dazu noch Gedichte vom Ebnet Anderl und lustige Grabinschriften.

Musikalisch begleiteten Josef Baumer und Peter Jürgens den schmetternden Gesang der anwesenden Gäste mit ihren Harmonikas. Aber auch Hubert Teplitzky kam nicht drum herum, sein Instrument auszupacken. Sehr zufrieden waren nach ein paar Stunden nicht nur die Schar der Laiensänger, sondern auch Leonhard Bayerl, der sich wunderte, was an altem Liedgut noch im Erinnerungsvermögen gespeichert ist.
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