Volksmusikpfleger Alois Gillitzer erzählt Kindern, wie das Christfest einst gefeiert wurde
Als es Weihnachten noch "Hutzlbröih" gab

So viele Kinder wie zur Vorlesestunde von Alois Gillitzer kommen nicht oft in die Stadtbücherei. Aufmerksam lauschten die Buben und Mädchen der warmen Stimme des Heimatdichters. Bild: frd
Freizeit
Oberviechtach
16.12.2015
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Die für heuer letzte Vorlesestunde in der Stadtbücherei war etwas Besonderes: Diesmal war der bekannte Heimatdichter und Kreisvolksmusikpfleger Alois Gillitzer aus Niedermurach zu Gast und schilderte den Buben und Mädchen, wie Weihnachten früher gefeiert wurde.

Gillitzer las den Kindern aus seinem 2001 erschienenem Buch "Oberpfälzer Weihnachtsgeschichten" vor. Er hatte sich daraus Episoden wie "Woarum da heilige Aomd niat am 23. Dezember is" ausgesucht und schilderte seine Kindheitserinnerungen über das Fest. Über den Heiligen Abend "dahoam" erzählte Alois Gillitzer, dass an diesem Tag schon der Vormittag viel zu langsam verlief und es am Heiligen Abend "Hutzlbröih" gab, da dieser besondere Tag des Jahres bis zum Abend hin ein Fasttag gewesen war.

Er selbst half an diesem Tag nach besten Kräften im Haus, damit der Tag auch für ihn schneller verging, ehe es hieß "Kinder ins Bett". Was die an diesem Tag ausnahmsweise gerne befolgten, denn sie wussten, dass sie schon bald ein Glöckchen zur Bescherung wieder wecken würde. Und auch wenn den Buben und Mädchen einige der Geschenke, die das Christkind ins Haus gebracht hatte, ein wenig bekannt und nur neu angestrichen vorkamen, so war die Freude darüber doch sehr groß und ihre Augen strahlten mit den Christbaumkugeln und dem glitzerndem Lametta am Baum um die Wette.

Die Kinder erfuhren auch, warum der Heilige Abend nicht schon am 23. Dezember ist. Als nämlich der Erzengel Gabriel der Jungfrau Maria verkünden wollte, dass sie dazu auserwählt ist, Jesus zur Welt zu bringen, verlangte ihr Schutzengel als Nachweis einen himmlischen Ausweis. Doch da der Erzengel diesen nicht vorweisen konnte, musste er zum Himmel zurückfliegen und diesen Ausweis holen. So konnte er die frohe Botschaft erst einen Tag später überbringen.

Nach einer kleinen Pause, bei der es - so kurz vor Weihnachten - auch Süßigkeiten gab, las Alois Gillitzer den Kindern noch eine Geschichte vor, ehe er sich wieder auf den Heimweg machte. Die Kinder blieben ein wenig nachdenklich zurück. Der Erzähler hatte sie in eine Zeit mitgenommen, in der an Weihnachten nicht nur die Geschenke zählten, sondern noch die Geburt Christi im Mittelpunkt der Festlichkeiten gestanden hatte.
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