Ausstellung eröffnet am Sonntag, 6. März, im Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum
Rund um den Flachsanbau und Kunsthandwerker-Tag

Im Museum ist auch eine alte Schusterwerkstatt aufgebaut. Bild: bgl
Kultur
Oberviechtach
29.02.2016
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"A Hentvoll firn Wind" - so betitelt sich die Ausstellung, welche am Sonntag, 6. März, im Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum eröffnet wird und bis zum 1. Mai zu sehen ist. Gleichzeitig erfolgt auch die Saisoneröffnung und der Kunsthandwerker-Tag lädt zum Schauen und Stöbern seiner wundervollen Kunstobjekte ein.

Im Dialekt bedeutet "A Hentvoll" eine "Handvoll" und somit auf den Flachs bezogen ein paar ausgereifte Flachspflanzen mit ihren Samenkapseln. Dem Brauchtum zufolge ließ man sie an jeder Ecke des Feldes beim "Flachsraufen" (bei der Ernte) stehen, "um der Erde Ruhe und Nahrung" zu geben, wie es im Volksmund heißt. Anderswo gibt es in Verbindung mit dem Flachs die Geschichte mit dem "Holzfräulein". Der Legende nach wurde bei der Flachsernte an einer Ecke des Feldes einer "Armen Seele" ein kleines Hüttchen errichtet, in der drei "Handvoll" Flachssamen vor Wind- und Wetter geschützt abgelegt wurden.

Diese Brauchtümer sind nicht unbedingt Oberviechtacher Ursprungs, denn fast jeder Ort und jede Gegend besaß ihre eigenen Besonderheiten. Man kann aber daraus ermessen, wie früher mancherorts Arbeit, Brauchtum, Glaube und Aberglaube ineinander verwoben waren.

Am Sonntag, 6. März um 10 Uhr werden Werkzeuge und viel Wissenswertes rund um den Flachsanbau und der Veredlung zum damals sehr begehrten "Leinen" der Öffentlichkeit präsentiert. Alltagsgegenstände beweisen, wie wichtig diese Naturfaser der damaligen Bevölkerung war und wie sorgsam damit umgegangen wurde. Auch ausgefallene Objekte wie der Flachsopferkasten sind zu besichtigen. Anita Köstler aus Neualbenreuth wird um 10 Uhr in die von ihr konzipierte Ausstellung einführen und Sabine Heibl führt vor, wie aus den feinsten Leinenfäden moderne Klöppelkunstwerke entstehen.

Nebenher können sich die Besucher auch mit den in Oberviechtach immer noch zahlreich existenten Hausnamen befassen. Der Eintritt ist frei. Darüber hinaus können sich die Besucher an einem Quiz beteiligen und die Teilnahme an einem Stoffdruckkurs gewinnen. Ebenfalls am 6. März findet von 11 Uhr bis 17 Uhr wieder der populäre Kunsthandwerkermarkt im Kulturzentrum statt. Vielfältige kreative Kunstobjekte für Garten, Ostern, Kommunion und Muttertag befinden sich im Angebot. Einigen Künstlern kann man bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen und der mitgebrachte Nachwuchs wird bei einem eigenen Kinderprogramm beschäftigt.

BegleitprogrammEin umfangreiches Begleitprogramm wurde zum Thema "Flachs bis Leinen" erarbeitet: Donnerstag 17. März, 19.30 Uhr Vortrag "Flachs, Karriere einer Naturfaser". Donnerstag 31. März, 14 Uhr, als Ferienangebot "Spinn, spinn, Spinnerin" - Märchen für Groß und Klein. Samstag 9. April, 9 Uhr bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr, Kurs "Stoffdruck" für Erwachsene. Mittwoch, 13. April, 19 Uhr, Kurs "Herstellung von Heilbalsam mit Leinöl". Freitag 22. April 15 Uhr Kurs "Stoffdruck für Kinder". Nähere Infos und Anmeldung unter Telefonnummer 09671/ 646611 oder auf der Homepage des Museums. (bgl)
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