"Künstlerpfarrer" Robert Hegele stellt im Museum aus
Bibelworte in neuem Licht sehen

Nachdem Pfarrer Robert Hegele (links) seine Skulpturen und Gemälde beschrieben hatte, bedankte sich Museumsleiter Dr. Karl-Heinz Foißner für die Leihgabe der Kunstwerke. Bild: bgl
Kultur
Oberviechtach
09.05.2016
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"Heilende Begegnungen", so nennt Pfarrer Robert Hegele seine Ausstellung, die bis einschließlich 12. Juni im Kulturzentrum in der Marktmühle zu sehen ist. Skulpturen und Gemälde eröffnen dem Betrachter einen neuen Blick auf die Bibel.

Aus Begegnungen mit der Bibel, mit Menschen in den verschiedensten Lebenssituationen, in der Seelsorge, mit Kindern in der Schule, mit Kranken und Sterbenden, mit Menschen in Indien und Guatemala, sind viele Figuren aus Ton und Bronze entstanden. Die präsentierten Darstellungen möchten dem Betrachter helfen, so manche Bibelstelle neu zu sehen, aber auch dazu anregen, eigene Bilder und Vorstellungen mit eigenen Mitteln kreativ umzusetzen.

Mit DNA-Spuren Gottes


Mit diesem einleitenden Bekenntnis zur Bibel erklärte der im Jahr 1944 geborene und in Bruckberg bei Landshut beheimatete Pfarrer seine zahlreichen künstlerischen Erzeugnisse, die auch zum Nachdenken anspornen sollten. Beginnend mit der Bronze-Skulptur "Adam und Eva" zitierte er den biblischen Text: "Gott schuf den Menschen als sein Abbild, als Mann und Frau schuf er sie" und weiter: "Da formte Gott der Herr den Menschen, aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen". Pfarrer Hegele formte den Bibeltext weiter, denn der Lebenshauch des Schöpfers machte den aus der Erdenschwere herangewachsenen Menschen lebendig. Darum tragen der Mensch und alle seine Mitgeschöpfe die DNA-Spuren Gottes.

Werke erläutert


So erläuterte der Künstlerpfarrer reihum seine Kunstobjekte und lieferte gleichzeitig auch die dazu passende Hintergrunderklärung. Die Motive reichten von "Jakob ringt mit Gott", über den Tanz ums Goldene Kalb, von Josef aus dem Hause Davids, vom Guten Hirten und bis hin zum Barmherzigen Samariter sowie der Kreuzigung Jesu.

Besonders hervor hob der Geistliche den "Lebensbaum". Dieser ist als Leuchter dargestellt, auf dem verschiedene Zeiten und Lebenssituationen eingearbeitet sind: Leben in der Familie, Aufbruch ins Leben, eine junge Frau mit ihrem Tanz und die alte Frau mit den offenen Händen - Alter und Sterben werden als Durchgang ins neue Leben gezeigt. Weitere Werke zeigen das Teilen des Brotes und Annahme des Leidenden, das Staunen über die Schöpfung und Schöpfen aus den Quellen im Lesen und Nachdenken.

Mit Staunen über das Können des Pfarrers und Bewunderung darüber, wie er es versteht, Glaubensszenen sichtbar zu machen, folgten die Ausstellungsbesucher den Ausführungen des Künstlers. Aber auch seine Bilder, zum Beispiel aus dem Leben des Apostels Paulus, fesselten die Blicke.

Der Leiter des Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseums, Dr. Karl-Heinz Foißner, bedankte sich bei Pfarrer Robert Hegele für die Ausleihe seiner Kunstwerke. Ein Dank galt auch dem Duo Kistler für die begleitenden Musikstücke. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 12. Juni zu den normalen Museumsöffnungszeiten.
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