Kunsthandwerkermarkt im Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum
Brauchtum rund um den Flachs

"Tiffanygeschenkideen" aus buntem Glas beeindruckten die Besucher am Ausstellungstisch der Familie Mauritz/Schwabenbauer.
Kultur
Oberviechtach
08.03.2016
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Holzbildhauer Alfred Tragl präsentierte aus verschieden Hölzern angefertigte Schalen in erstaunlicher Maserung. Bilder: bgl (3)

Es war eine gute Idee, als die Initiatoren des Museumsvereins und des Heimatkundlichen Arbeitskreises vor einem Jahr einen Kunsthandwerkermarkt im Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum ins Leben riefen. Auf Anhieb konnte man bei den Besucherzahlen einen Rekord verbuchen. Dieser Erfolg setzte sich am Sonntag fort.

Für das große Interesse der Bevölkerung sorgte auch das reichhaltige und unterschiedliche Angebot an Kunstobjekten, alles erdacht und angefertigt aus den Händen einheimischer Künstler. Der Vorsitzende des Museumsvereins, Altbürgermeister und Ehrenbürger Wilfried Neuber, begrüßte die Aussteller und den Hausherrn, Bürgermeister Heinz Weigl.

Saison gestartet


Drei gute Gründe waren ausschlaggebend für diesen Termin, erklärte Neuber, denn gleichzeitig mit dem Kunsthandwerkermarkt vollzog die Museumsleitung auch den Start der diesjährigen und 11. Museumssaison und die Eröffnung der Sonderausstellung "A Hentvoll firn Wind". Die Ausstellung befasst sich mit dem Brauchtum und der Geschichte um die Naturfaser Flachs und erklärt den Weg dieses wertvollen Produkts "Vom Lein zum Leinen". Ein umfangreiches Begleitprogramm (siehe Info-Kasten) wurde erarbeitet, das bis zum 1. Mai im Museum angeboten wird. Zur Einführung in dieses Thema übergab Neuber nach einem Musikstück von Hans Kistler auf der Klarinette, der Spezialistin in Sachen Filz, Anita Köstler aus Neualbenreuth das Wort. Diese bedankte sich zunächst für die Unterstützung durch die Museumsverantwortlichen und besonders für die Zuarbeit von Theresa Bauer und erklärte den Sinn der etwas provokanten Überschrift, was der Flachs mit dem Wind zu tun habe. Der Flachsanbau und die damit zusammenhängende Arbeit war früher eine "Knochenarbeit", erklärte Anita Köstler. Aber "der Flachs, bzw. das daraus gewonnene Produkt begleitete den Menschen durch sein ganzes Leben.

"Wahnsinn, was dieses relativ kleine Museum alles auf die Beine stellt", so drückte Bürgermeister Heinz Weigl bei seinem ersten Rundgang durch die Ausstellungspalette seine Bewunderung aus. Damit bedankte er sich auch besonders für die enorme Leistung, die hier durch die ehrenamtlichen Kräfte geleistet wird. Bei der Flachsausstellung beeindruckten ihn besonders Gebrauchsartikel der ehemaligen Marktmühle wie die damals benützten Leinensäcke, die ihn zurück in seine Jugendzeit an die ehemalige Marktmühle erinnerten.

Beim Rundgang durch die Museumsräume und das angrenzende Kulturzentrum konnten die Besucher viel Interessantes aus vergangener Zeit, aber auch viel Neues entdecken und zur Stärkung für den Nachhauseweg wurde meistens auch noch das leckere Kuchenbüffet verkostet. Bei Anita Köstler konnte man zuschauen, wie früher Stoffe mit bunten Mustern bedruckt wurden. Kinder durften ein Leinensäckchen bedrucken und dieses mit nach Hause nehmen. Maria Schießl hatte vielfältige kreative Objekte aus ihrer Kunstwerkstatt für Garten, Ostern, Kommunion und Muttertag im Angebot. Aus verschieden Hölzern angefertigte Schalen in erstaunlich verschiedenartiger Maserung präsentierte der Holzbildhauer Alfred Tragl. Verschiedene "Tiffanygeschenkideen" aus buntem Glas beeindruckten die Besucher am Ausstellungstisch der Familie Mauritz/Schwabenbauer.

Schmuck und Klosterarbeit


Feine Stoffspezialitäten konnte man erwerben bei Sabina Oerters und besonders edler Schmuck sorgte bei Angela Bucher für Glanz und Freude. Mit exquisiten Klosterarbeiten wartete Theodora Schwärzler auf. An ihrem Arbeitstisch konnte man sich Grundkenntnisse der Klosterarbeit aneignen. Sabine Heibl schließlich erklärte, wie man mit Klöppeln ein gefälliges Muster erarbeiten kann.

Ausstellung "Vom Lein zum Leinen"Die Ausstellung "A Hentvoll firn Wind" - "Vom Lein zum Leinen" ist bis 1. Mai jeweils Dienstag und Donnerstag von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt in die Ausstellung ist frei. Auch das Museum ist zu diesen Zeiten geöffnet. Das Begleitprogramm zum Thema Flachs: Vortrag am 17. März um 19.30 Uhr "Flachs, Karriere einer Naturfaser"; Quiz zur Ausstellung (mit Gewinn Stoffdruckkurs) vom 20. März bis 3. April zu den Öffnungszeiten des Museums; Ferienangebot am 31. März, 14 Uhr, "Märchenzeit im Museum" (zum Thema Flachs).

Stoffdruckkurs für Erwachsene: 1. Kurs 9. April von 9 bis 12 Uhr. 2. Kurs von 14 bis 17 Uhr; Anmeldung erforderlich, Kursgebühr 12 Euro zuzüglich Material. Kurs "Heilbalsam, Herstellen unter Verwendung von Leinöl": Kurs für Erwachsene am 13. April um 19 Uhr; Anmeldung erforderlich, Kursgebühr 12 Euro und fünf Euro für Material. Stoffdruckkurs für Kinder am 22. April von 15 bis 17.30 Uhr, Kursgebühr fünf Euro und Material; Anmeldung erforderlich. (bgl)
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