Oberviechtacher Arzt veröffentlicht sein drittes Buch
Dr. Ried und sein „Geheimnis“

Spannende Urlaubslektüre: Das neueste Buch des Oberviechtachers Dr. Alexander Ried gibt es in der örtlichen Buchhandlung Forstner zu kaufen. Der Titel lautet: "Geheimnis - Ein Sarah-Kobler-Krimi". Bild: Portner
Kultur
Oberviechtach
19.08.2016
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"Ich lese einfach selber gerne Krimis, bei denen Frauen ermitteln." Zitat: Dr. Alexander Ried

Er ist Vater von drei kleinen Kindern, Notarzt, Kreis- und Stadtrat sowie Vorsitzender des JU-Ortsverbandes. Trotzdem findet Dr. Alexander Ried (34) Zeit zum Schreiben. Sein drittes Buch trägt den vielsagenden Titel "Geheimnis".

Dr. Alexander Ried, Arzt und Kommunalpolitiker, ist seit 2011 verheiratet und wohnt in seinem Heimatort Oberviechtach. Das Buch "Tödliches Spiel" erschien 2012, im Geburtsjahr der ersten Tochter. Der Roman spielt in Regensburg und in Oberviechtach und taucht tief in die virtuelle Welt zum Thema Cyber-Mobbing ein. Das zweite Buch wurde ein Thriller ("Wenn Vertrauen verdirbt ... - Larissas Schwestern) und handelt von der glamourösen Modewelt Münchens. Die Widmung galt diesmal der 2013 geborenen Tochter Marietta.

Keine Frage. Auch zur Geburt von Sohn Johannes kam nun ein Buch heraus, welches unter dem Titel "Geheimnis" in Berlin spielt. Zum Inhalt: Ein Enthüllungsjournalist wird erschossen aufgefunden. Auf einem Zettel in seiner Wohnung steht der Name einer Staatssekretärin. Als diese auch noch bei Ermittlungen des BKA auftaucht, wittert Kommissarin Sarah Kobler eine Spur. Die Jagd nach einem aufregenden Geheimnis beginnt. Beim Interview mit der NT-Lokalredaktion erzählte der Autor, wie er seine vielen Interessen unter einen Hut bringt.

Bezieht sich die Widmung "Für Johannes. Aller guten Dinge sind drei" auf die Anzahl der Kinder oder Bücher?

Es bezieht sich auf beides. Sofern es kein weiteres Kind mehr geben würde, wäre da ja auch noch meine Frau, der ich ein Buch widmen könnte. Sie unterstützt mich in vielen Feldern und damit hat sie sich das auch verdient. Letztlich ist es sicher so, dass ich mich mit diesen Ermittlerteam im aktuellen Krimi über die Zeit des Schreibens und Korrigierens sehr angefreundet habe und auch schon eine Ideensammlung für eine Fortsetzung begonnen wurde. Derzeit arbeite ich allerdings an der Fortsetzung von "Wenn Vertrauen verdirbt...", da die vielen positiven Rückmeldungen einfach danach verlangen, die Geschichte weiter zu erzählen. Aktuell habe ich sechs Storys auf meinem PC, die ich bearbeite und die ich letztlich auch irgendwann erzählen möchte.

In allen drei Büchern spielen Frauen die Hauptrolle. Sind Männer langweiliger?

Nicht langweiliger, anders. Es ist glaube ich so, dass ich bisher über eher männlich besetzte Themen geschrieben habe. Da waren fanatische Computerspieler und beim zweiten Mal sehr machtbewusste, teils skrupellose Charaktere vertreten. Die Geschichten werden spannender, wenn man sie Frauen erleben lässt. Bei den literarischen Kriminalkommissaren dominieren inzwischen ohnehin die Frauen. Ich lese einfach selber gerne Krimis, bei denen Frauen ermitteln, von daher lag das nahe. Ich habe aber tatsächlich schon vor längerer Zeit einen Krimi begonnen, bei dem zwei Männer den Job als Ermittler inne haben. Diese Story braucht allerdings noch etwas Reifeprozess. Zum anderen gibt es einen fertigen Plot über einen jungen Mann, der mit einer ganz speziellen Fähigkeit in die Geisterwelt eintauchen kann und dort die Welt retten muss. Auch diese Geschichte wird kommen.

Sie haben sich mit ihren Handlungsorten immer weiter von Oberviechtach entfernt. Gibt es einen Grund dafür, dass der Krimi ausschließlich in Berlin spielt?


Einen kleinen Schlenker gibt es ja. Ermittler Tom Rester ist gebürtiger Bayer und geht gern in den Wald. Er vermisst die Heimat. Das war eine kleine Reminiszenz an Oberviechtach. Für diesen Plot brauchte ich einfach die große Politik, die Nähe zur Macht. Vielleicht ist es auch so, dass ich zu viele lokale Bezüge vermeiden will. Da wird schnell etwas reininterpretiert und Leute denken, sie würden sich wiedererkennen.


Warum wurde es diesmal ein Krimi, beziehungsweise gab es ein Schlüsselerlebnis zur Handlung?

Ja, gibt es. Ich habe irgendwann ein Buch gelesen, wo die Thematik, angerissen wurde. Allerdings nur sehr peripher und eher nebensächlich. Ich hab mir gedacht, dass man daraus hätte viel mehr machen können. Ich hatte nun diese Idee als Basis für die Story und habe über ein halbes Jahr überlegt, wie man dieses Geheimnis verpacken könnte und mich letztendlich für einen klassischen Krimi entschieden. Außerdem war es aus der Sicht des Autors auch eine ganz neue Erfahrung für mich. Das zweite Buch habe ich ja aus der "Ich-Perspektive" geschrieben, auch, um die Vor- und Nachteile dieser Schreibtechnik auszuprobieren.

Was sagt die Familie dazu?

Bisher bekomme ich durchweg positive Rückmeldungen. Es ist sowieso schon so, dass Tanten regelmäßig den aktuellen Stand meines Schreibens einholen. Von daher war ein neues Buch auch irgendwann Pflicht. Ich freue mich über jede positive Rückmeldung und sehe auch an den Zahlen vom Verlag, dass die Bücher gelesen werden. Das freut mich und motiviert mich weiter zu machen und mir neue und vor allem spannende Storys auszudenken. Bevor ich "Geheimnis" begonnen habe zu schreiben, habe ich meiner Frau und meiner Mutter den Plot vorgestellt. Erst nachdem sie gesagt haben, "so kannst du es machen", habe ich angefangen zu schreiben.

Ein Buch zu schreiben kostet Zeit. Wie schaffen Sie das neben Familie, Beruf und Kommunalpolitik?

Ich benötige sicher mehr Schlaf als mir meine Kinder und meine Notarzttätigkeit oft genehmigen. Jeder Tag hat 24 Stunden. Die muss man sich einteilen. Ich versuche sehr genau zu planen und nichts auf die lange Bank zu schieben. Dinge erledigen sich nicht, wenn man sie auf morgen verschiebt. Also versuche ich effektiv zu sein. Ich nutze freie Zeiten einfach um zwischendrin etwas runterzukommen und zu entspannen. Da hilft mir das Schreiben. Am Abend bin ich dann häufig mit meinen Büchern beschäftigt, statt mich auf die Couch vor den Fernseher zu setzen.

Haben Sie noch weitere Hobbies?

Ich gehe gerne fotografieren, wenn es die Zeit zulässt, oder mit den Kindern Pilze suchen. Der Sport könnte natürlich etwas mehr sein. Diesen Sommer habe ich am Wochenende viel Zeit in den Garten investiert. Da gibt es noch jede Menge zu tun. Außerdem versuchen meine Frau und ich auch mal etwas zu zweit mit Freunden zu unternehmen, um Kraft für den Familienalltag zu sammeln.

Was gefällt Ihnen an Oberviechtach besonders gut?

Mir gefällt die Landschaft und, dass man sich, auf die Menschen hier verlassen kann. Ich empfinde Oberviechtach schon als große Gemeinschaft und nicht als anonymen Verbund von Leuten die zufällig an einem Ort wohnen. Wir haben unsere Feste, unsere Vereine und das Wissen, dass man zusammen viel schaffen kann. Die Leute hier packen an, wo andere noch diskutieren.

Titel: "Geheimnis - Ein Sarah-Kobler-Krimi" von Alexander Ried. Die Erstausgabe ist am 6. Juni 2016 im Verlag "Books on Demand" erschienen; ISBN: 9783741209116; flexibler Einband; 312 Seiten.

Ich lese einfach selber gerne Krimis, bei denen Frauen ermitteln.Dr. Alexander Ried
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