Ortenburg-Gymnasium beim Dialektprojekt dabei
Grenzenlose Mundart im Blick

Das offizielle Banner von "MundART WERTvoll" weist am Ortenburg-Gymnasium auf die Bedeutung des Dialektprojekts hin. Bild: slu
Kultur
Oberviechtach
07.01.2016
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Bayerische Dialekte sind ein Ausdruck von Lebensgefühl, Identität und Vielfalt. Die lokalen Unterschiede beleuchtet ein Kooperationsprojekt zwischen dem Ortenburg-Gymnasium Oberviechtach und dem Karl-von-Closen-Gymnasium Eggenfelden. Dafür gibt es heuer einige Termine.

Seit dem Jahr 2010 existiert im Freistaat das von Ministerpräsident Horst Seehofer ins Leben gerufene "Wertebündnis Bayern". Seine Zielsetzung besteht darin, junge Menschen zum Nachdenken über Wertefragen anzuregen, mit ihnen zu diskutieren und sie zum Handeln zu ermuntern. Inzwischen hat sich diese bundesweit einmalige Maßnahme zu einem Erfolgsmodell entwickelt. Im Oktober 2015 wurde die gleichnamige Stiftung gegründet, um die nachhaltige und selbstständige Arbeit des Wertebündnisses sicherzustellen.

Unterschiede beleuchten


Zu den neun verschiedenen "Sparten" dieser Einrichtung zählt auch "MundART WERTvoll". Dabei geht es darum, bayerische Dialekte als Ausdruck von Lebensgefühl, Identität und Vielfalt zu wertschätzen sowie ihre Beherrschung im situativen Sprachgebrauch als Stärke und Bereicherung für den Sprecher zu erkennen und zu fördern.

Im Projektjahr 2014/15 wurden vier schulische Dialektprojekte initiiert und unterstützt. Aufgrund der dabei gewonnenen positiven Erfahrungen wird im laufenden Schuljahr eine zweite Runde mit fünf Vorhaben starten. Unter ihnen befindet sich auch ein Kooperationsprojekt zwischen dem Ortenburg-Gymnasium Oberviechtach und dem Karl-von-Closen-Gymnasium Eggenfelden, das von Studiendirektor Dr. Ludwig Schießl betreut und zusammen mit seinem Sohn, Studienrat Stefan Schießl (Eggenfelden), koordiniert wird. Der Titel des Projekts lautet: "Mundartgrenzen - grenzenlose Mundart". Auf wissenschaftlicher Grundlage werden die Merkmale und Gemeinsamkeiten des Nordbairischen und des Mittelbairischen sowie die Unterschiede zwischen diesen Dialektlandschaften in den Einzugsgebieten der beiden Gymnasien aus dialektgeographischer, phonologischer und lexikalischer Sicht beleuchtet.

Präsentation


Die Erarbeitung des Materials für die Abschlusspräsentationen am 30. Juni (Eggenfelden) und 7. Juli (Oberviechtach) erfolgt an den beiden Standorten durch Schüler und Lehrer in szenischer, literarischer, musikalischer und digitaler Form unter Einbeziehung externer Experten, wie beispielsweise Prof. Dr. Anthony Rowley von der Kommission für Mundartforschung an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München.

Insgesamt acht Arbeitstreffen der Beteiligten in München dienen dazu, den jeweiligen Sachstand vorzutragen und die Weichen für das weitere Vorgehen zu stellen. Dabei ist den Verantwortlichen und den Partnern von "MundART WERTvoll" daran gelegen, dass die verschiedenen Vorhaben im Sinne von Nachhaltigkeit einen hohen Nachahmungswert aufweisen.

Nach Beendigung der Projektrunde werden sie von Prof. Dr. Klaus Wolf von der Universität Augsburg in einem Abschlussbericht umfassend evaluiert.
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