Tagung „Mehrsprachen“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München
Für zeitgemäße Dialektpflege

Dr. Ludwig Schießl (links) stellte sich zusammen mit Dr. Monika Margarethe Raml von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und Studiendirektor Hermann Ruch vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung in München zum Erinnerungsbild. Bild: slu
Kultur
Oberviechtach
03.03.2016
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Das Thema "Dialekt und Schule" rückt in Bayern vermehrt in den Fokus. Dr. Ludwig Schießl freut sich über diesen neuen Stellenwert der Mundarten. Als Referent bei der Tagung "Mehrsprachen" hatte er einiges zu sagen.

/München. An der Ludwig-Maximilians-Universität München fand kürzlich die Tagung "Mehrsprachen" statt. Bei diesem linguistischen Kolloquium ging es darum, sprachliche Vielfalt aus der Perspektive verschiedener Disziplinen in den Blick zu nehmen.

Ziele und Grenzen


Im Mittelpunkt dieser zweitägigen Veranstaltung mit fünf Themenbereichen stand die Bedeutung von Sprache für Lehr- und Lernprozesse in Schule und Unterricht, verbunden mit methodologischen Fragen ihrer Erforschung. Einer der Referenten war Dr. Ludwig Schießl in seinen Funktionen als Gymnasiallehrer und Leiter des Oberviechtacher Dialektforums.

Das Thema seines Vortrags im Block "Mehrsprachen als Varietäten des Deutschen" lautete: Aspekte schulischer Dialektpflege auf der Basis eines zeitgemäßen dialektpflegerischen Neuansatzes. Das Thema "Dialekt und Schule" ist in den vergangenen rund 15 Jahren in Bayern vermehrt in den Fokus pädagogischer und curricularer Diskussionen und Planungen gerückt. Die damit einhergehende Wertschätzung des Dialekts allgemein erfordert eine verstärkte Auseinandersetzung mit dem Konzept einer zeitgemäßen schulischen Dialektpflege. Ausgehend von dieser Prämisse und eingebettet in den historischen Hintergrund sowie die aktuelle Lehrplansituation und neuere Forschungsergebnisse beleuchtete Dr. Schießl in seinem Vortrag Motive, Ziele, Inhalte, Möglichkeiten, Grenzen und Beispiele der schulischen Beschäftigung mit dem Dialekt sowie die Bedeutung der Mundarten für sprachliche Lernprozesse.

Loyalität fördern


Den theoretischen Ausgangspunkt seiner Überlegungen und Anregungen bildete der dialektpflegerische Neuansatz, den er in der im Jahr 2012 zusammen mit Siegfried Bräuer herausgegebenen Publikation "Dialektpflege in Bayern. Ein Handbuch zu Theorie und Praxis" entworfen hat. Die Zielsetzung dieser "sprecherorientierten Dialektpflege" besteht in der Aufwertung und im Erhalt des Dialekts als eigenständige, gleichwertige und gleichberechtigte Sprachvarietät des Deutschen sowie in der Stärkung bzw. Förderung von Dialektbewusstsein und Dialektloyalität.

Die skizzierten Maßnahmen und Beispiele aus der Praxis verstand Dr. Schießl als Vorschläge und Denkanstöße, um bei den Adressaten einerseits einen Reflexionsprozess in Gang zu setzen und um ihnen andererseits eine Art Wegweiser, Richtschnur und Leitfaden an die Hand zu geben.
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