„Ungeziefer“ auf der Bühne

Das engagierte Ovigo-Ensemble freut sich auf die Premiere am 1. Oktober im Pfarrheim Oberviechtach. Florian Wein (Vierter von rechts), Regisseur und Verfasser der Bühnenversion zu Kafkas "Die Verwandlung", zeigt sich mit den Proben sehr zufrieden. Bilder: weu (2)
Kultur
Oberviechtach
16.09.2016
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Welche Rolle werden die drei Zimmerherren (von rechts: Erich Wein, Michael Zanner, Sandro Bauer) spielen? Mutter (Julia Hofmeister, rechts) und Tochter (Julia Ruhland) schauen skeptisch zu.

Franz Kafkas Erzählung "Die Verwandlung" zählt zu den Klassikern der deutschen Literatur. Das Ovigo-Theaterensemble macht aus der brillanten Vorlage einen atemberaubenden Thriller mit Ekel-Faktor.

Die Proben des Ovigo-Theaterensembles zu Kafkas Stück "Die Verwandlung" laufen im Pfarrheim auf Hochtouren. Regisseur Florian Wein, der sich einen Traum verwirklicht hat und eine spezielle Bühnenversion dazu schrieb, verspricht "außergewöhnliche Performance, die über das Normale, was man sonst im Theater sieht, deutlich hinausgeht".

Der Handlungsreisende Gregor Samsa (dargestellt in verschiedenen Rollen von Jana Tölzer, Fabian Schmid, Tobias Heindl und Stefan Malzer) wacht eines Morgens, in ein ungeheueres Ungeziefer verwandelt, in seinem Bett auf. Wie gehen seine Eltern (Julia Hofmeister und Stefan Neubauer) damit um? "Alter Mistkäfer", bezeichnet ihn das Dienstmädchen (Julia Gitter), und als "ein besonderes Exemplar hässlicher Niedertracht".

Grete, Gregors Schwester (Julia Ruhland) kommt zu dem Schluss: "Wir müssen es los werden." Welche Rolle die drei Zimmerherren (Erich Wein, Michael Zanner und Sandro Bauer) spielen und wie Florian Wein das Ungeziefer auf die Bühne bringt, darauf darf man gespannt sein. Jedenfalls verspricht der Regisseur eine Theaterproduktion, die über verschiedene Ebenen für den Zuschauer erlebbar werden wird. Das Publikum wird sich kaum vom Geschehen abwenden können, sondern immer mehr in den Bann gezogen werden und hautnah miterleben, wie hilflos sich der Protagonist Gregor seiner Verwandlung ausgesetzt sieht. Ist Gregor noch zu retten? Gibt es Hoffnung für Gregor Samsa?

"Die Verwandlung" von Franz Kafka auf die Bühne zu bringen, ist ein Jugendtraum von Regisseur Wein. Er ist überzeugt, dass es "ein Publikum gibt, das dies wertschätzt". Besonders fasziniert ihn, mit welchen Worten Kafka das Ungeziefer beschreibt. Kafkas "Verwandlung" ist keine leichte Kost, sondern ein Stück "mit Tiefgang". Sie zeigt, wie das wohlgeordnete Gleichgewicht durch ein plötzlich auftretendes Ereignis in Schieflage gerät. Auf das Publikum kann dies irritierend wirken, denn es sieht sich moralischen Wechselwirkungen ausgesetzt. Dazu zählt besonders der Gegensatz zwischen einem Käfer, dem Ungeziefer, und den Gedanken Gregors, der ein fühlendes Individuum mit menschlichen Zügen und Wertvorstellungen ist.

Bemerkenswert an Florian Weins Stücken ist, dass kein Profischauspieler dabei ist. Es handelt sich um Laien, die allerdings enorme schauspielerische Erfahrung, großes Talent und ausgiebige Spielfreude mitbringen.

Einige arbeiten mit dem Landestheater (LTO) Oberpfalz zusammen, so wie Regisseur Wein selbst und die junge Jana Tölzer, die eine wichtige Rolle spielt. Sie stand auf Burg Leuchtenberg unter anderem bei Pippi Langstrumpf, Schneewittchen und Robin Hood auf der Bühne. Die Karten kosten für die Vorstellungen in Oberviechtach und Neunburg vorm Wald 12 Euro (erm. 6 Euro).

TerminePfarrheim Oberviechtach

Samstag, 1. Oktober, 20 Uhr; Sonntag, 2. Oktober , 19 Uhr.

Schwarzachtalhalle

Samstag, 8. Oktober, 20 Uhr.

W1 Regensburg:

Samstag, 15. Oktober, 20 Uhr; Sonntag, 16. Oktober, 19 Uhr.
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