24-Jähriger wegen Beleidigung vor dem Amtsgericht - Erheblich vorbestraft
Noch einmal mit Bewährung

Lokales
Oberviechtach
11.06.2015
3
0
Einen milden Richter fand ein 24-jähriger Arbeitsuchender aus dem Raum Dieterskirchen, der wegen "Beleidigung" vor den Schranken des Oberviechtacher Amtsgerichts stand. Ihm warf die Staatsanwaltschaft vor, dass er Ende März 2014 eine damals 14-Jährige mit ausländerfeindlichen Ausdrücken massiv beleidigt und beschimpft hatte.

Im Vorfeld dieser Tat hatte der Angeklagte immer wieder nach Schulschluss auf das aus dem Stadtgebiet von Oberviechtach stammende Mädchen gewartet und war auch immer wieder mit seinem Auto in der Nähe des Wohnhauses des Mädchens zu sehen. Schließlich hatte er sie gefragt, ob sie seine Freundin werden wolle. Nach ein paar Wochen Freundschaft wollte sich das Mädchen wieder von ihm trennen, was der Angeklagte aber nicht wollte. Als er das Mädchen an einer Oberviechtacher Tankstelle im Kreise von Freunden wieder traf, beschimpfte und beleidigte er sie massiv, worauf das Mädchen heimging und dies ihrem Vater erzählte.

Dieser "griff" sich den Angeklagten, musste aber dafür später ein hohe Geldstrafe zahlen. Während der Angeklagte am Beginn der Gerichtsverhandlung die Tat leugnete und angab, mit den Beleidigungen einen Kumpel gemeint zu haben, ergab die Beweisaufnahme jedoch ein anderes Bild. Schließlich gab er die Beleidigungen zu, bedauerte diese Worte und gab an, dass der Grund dafür "verschmähte Liebe" gewesen sei.

Da der arbeitslose Angeklagte angab, dass er zwar derzeit keine Beziehung, aber schon drei Kinder von zwei verschiedenen Frauen habe und auch für diese Kinder nicht zahlen könne, kam auch nach dem Schuldeingeständnis für Staatsanwaltschaft und Richter keine Geldstrafe in Frage. Beim Verlesen des Auszuges aus dem Bundeszentralregisters wurde klar, dass der Angeklagte mit fünf Eintragungen vor dem Gesetz kein unbeschriebenes Blatt mehr war, sondern wegen Diebstahl, Sachbeschädigung, unerlaubtem Entfernen vom Unfallort und Urkundenunterdrückung vorbestraft war. Auch bei dieser Straftat stand er unter Bewährung, weshalb Staatsanwalt und Richter sehr mit sich kämpfen mussten, um eine Freiheitsstrafe nochmal zur Bewährung auszusetzen.

Hatte die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von drei Monaten auf Bewährung gefordert, so lautete das Urteil auf zwei Monate auf Bewährung, wobei der Richter dieses Urteil mit Aussetzung der Strafe auf drei Jahre als "allerletzte Chance" für den Angeklagten sah, sein Leben doch noch in den Griff zu bekommen. Der Angeklagte und seine Pflichtverteidigerin nahmen dieses Urteil an.
Weitere Beiträge zu den Themen: Straftat (812)Juni 2015 (7772)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.