26-Jähriger geht im Vollrausch auf Discobesucher und Polizisten los - Bewährungsstrafe mit ...
Nur "trocken" von Haftstrafe befreit

Lokales
Oberviechtach
24.01.2015
6
0
(frd) Eine "letzte Chance" gab Richter Christian Dirmeier einem 26-jährigen Weidener. Dieser wohnt derzeit in Oberviechtach, will aber die Eisenbarth-Stadt bald wieder verlassen, da diese ihm nach einer Eskalation in einer Discothek "kein Glück gebracht hat".

Wie der Anklagevertreter dem Facharbeiter einer Spezial-Tiefbaufirma vorwarf, habe dieser im April 2014, nach einem Streit in einer Oberviechtacher Disco, mehrere Gäste mit einem Baseballschläger bedroht. Dabei habe er angekündigt, er werde nun einem von ihnen den Schädel damit einschlagen. Auch als zwei alarmierte Polizeibeamte eintrafen, wollte der rabiate Gast den Schläger nicht herausgeben. Beim Versuch, ihm diesen zu entwinden, stürzten sowohl der Angeklagte, als auch die beiden Beamten, eine mehrstufige Treppe hinunter. Die Polizisten zogen sich Prellungen und Abschürfungen zu. Damit war der Tatbestand der Körperverletzung und des Widerstandes gegen die Vollzugsbeamten erfüllt.

Zudem beschimpfte der Bauarbeiter die Beamten noch auf das Übelste, weswegen er sich am Donnerstag auch wegen des Tatbestandes der Beleidigung vor dem Amtsgericht Schwandorf, Nebenstelle Oberviechtach, zu verantworten hatte. Gleich zu Beginn der Verhandlung räumte der Angeklagte die Vorwürfe uneingeschränkt ein, gab aber an, dass er die Tat unter starkem Alkoholeinfluss ausgeübt habe, was auch ein Test mit einem Ergebnis von 2,3 Promille bestätigt hatte. Da der Mann in seinem Strafregister schon weitere vier Straftaten (fahrlässige Trunkenheit, Unfallflucht, Beleidigung und Sachbeschädigung) stehen hatte, und er erst im Februar 2013 vom Amtsgericht Vohenstrauß zu vier Monaten Freiheitsstrafe mit einer zweijährigen Bewährungszeit verurteilt worden war, stand er also noch unter Bewährung. Die Staatsanwaltschaft konnte sich deshalb vorgestern beim Antrag nur sehr schwer auf eine achtmonatige Haftstrafe mit nochmaliger Bewährungszeit durchringen.

Nur deshalb, weil der Angeklagte bereits im Vorjahr eine ambulante Alkoholberatung aufgesucht und sich auch für eine viermonatige stationäre Entgiftungstherapie angemeldet hat, gab ihm Richter Dirmeier noch einmal eine "letzte Chance". Denn der Angeklagte habe den Grund für seine Entgleisungen erkannt und wolle für Abhilfe sorgen. Das Urteil lautete schließlich auf sieben Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf vier Jahre Bewährungszeit.

Zusätzlich muss der Angeklagte die viermonatige stationäre Alkohol- Entgiftungstherapie durchstehen. Ansonsten droht ihm der Widerruf der Bewährung und er muss den Freiheitsentzug "absitzen". Da der Weidener bereits einen Berg von Schulden angehäuft hat, wurde von einer finanziellen Bewährungsauflage abgesehen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Straftat (812)Januar 2015 (7958)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.