Absage an Mobbing und Gewalt

Lokales
Oberviechtach
06.08.2015
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Die Doktor-Eisenbarth-Schule trägt ab jetzt den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". In einer Feierstunde wurde das Engagement gewürdigt, das zu diesem Zertifikat führte.

Am Festakt nahmen zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Schule teil. "Mit euren Unterschriften setzt ihr ein Zeichen gegen alle Formen von Diskriminierung und Rassismus für ein gewaltfreies und respektvolles Miteinander. Ihr seid mit eurem Engagement ein Vorbild für andere Schüler." Die Urkunde mit diesem Wortlaut wurde den Schülern der Doktor-Eisenbarth-Schule von Moritz Keßler (Landeskoordination Bayern) und Patrick Skrowny (Regionalkoordination) verliehen.

Freundliches Umfeld

Diese Veranstaltung setzte den Schlusspunkt unter die staatsbürgerliche Projektwoche, in der unter der Leitung von Lehrerin Anja Pongratz zahlreiche Gäste die Thematik in Vorträgen und Workshops verdeutlichten. Rektor Rudolf Teplitzky blickte bei seinen einführenden Worten auf die Schule von heute mit all ihren Herausforderungen und Veränderungen. Schulen geraten zunehmend als Ort der Gewalt in das Blickfeld. Dabei werde beobachtet, dass nur wenige Menschen in Gewaltsituationen einschreiten und mit ihrem Wegsehen sowohl bei deutschen als auch bei ausländischen Schülern die Aggression verstärken. Gewalttätig seien nach kriminologischen Untersuchungen vor allem Schüler mit schlechten Schulleistungen, sie empfinden Versagensängste, da sie an den Anforderungen scheitern.

Eine Schule, die Lernen über konkrete Handlungen ermöglicht, kann helfen, das verletzte Selbstwertgefühl wieder aufzubauen. Auch eine positive Atmosphäre mit freundlichem sozialem Umfeld wirke sich positiv auf das Verhalten aus. Deutsche und ausländische Schüler brauchen auch ein positives Lehrervorbild zur Orientierung, das ihnen Grenzen setzt und Regeln vorgibt. "Vielleicht konnte unsere Projektwoche einen Beitrag dazu leisten und mehr Menschen motivieren, mitzuhelfen bei der Gestaltung eines gewaltfreien schulischen Miteinanders", schloss der Schulleiter seine Ausführungen.

Zweite Bürgermeisterin Christa Zapf gratulierte zum anspruchsvollen Titel. Sie dankte Projektleiterin Anja Pongratz, dass sie dieses aktuelle und sensible Thema aufgegriffen und behandelt hat. "Ich hoffe, dass wir alle den Flüchtlingen fair, vorurteilsfrei, hilfsbereit und freundlich gegenübertreten", so ihr Wunsch. MdB Karl Holmeier blickte auf die Projektwoche zurück, an der er auch mit einem Vortrag beteiligt war und meinte: "Mit diesem Projekt setzt die Schule nach außen wirksam Zeichen, dass sie sich gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt wendet." So könne das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen ermöglicht werden.

Die Schule verpflichtet sich mit diesem Titel, regelmäßig Veranstaltungen zu organisieren und auch in Zukunft Verantwortung für das friedvolle Miteinander zu übernehmen. Abschließend bekannte Holmeier: "Ich habe die Partnerschaft gerne übernommen, da ich der Meinung bin, dass bereits in der Schule gezeigt werden muss, dass man Rassismus entgegenwirken muss."

Film und Luftballons

Den Festakt umrahmten der Schulchor mit "Hand in Hand" sowie die Bläsergruppe. In einem Film, den die Schülergruppe mit Fachlehrerin Marina Schießl erstellt hatte, wurden alle Aktionen der Projektwoche dargestellt. Auf dem Parkplatz schickten die Schüler ihre Wünsche mit Luftballons gen Himmel.
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