Adventsabend zum Atemholen

Alle Mitwirkenden der "Weihnacht im Museum". Ernestine Niederalt (Dritte von links) zeichnete für das Programm verantwortlich. Bilder: bgl (2)
Lokales
Oberviechtach
15.12.2014
15
0

Der Namenstag der heiligen Lucia war am 13. Dezember. Christina Niederalt verkörperte bei der "Weihnacht im Museum" diese Heilige und trat mit vier brennenden Kerzen auf dem Kopf vor das Publikum. Mehrere Gesangsgruppen stimmten Adventslieder an und Ernestine Niederalt las Texte.

Die "Oberpfälzer Weihnacht im Museum" ist längst zu einem Markenzeichen der Oberviechtacher Vorweihnachtszeit geworden. Ernestine Niederalt stellte wieder ein breitgefächertes Programm mit viel Musik, Gesang und Zwischentexten über das Brauchtum zusammen und leitete den Ablauf.

Über 100 Besucher

Als von der kleinen Empore des Veranstaltungsraums Bastian Ruhland mit seiner Trompete "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit" erklingen ließ, wurde es ruhig im Saal. "Was Weihnacht ist, haben wir fast vergessen, Weihnacht ist mehr, als ein festliches Essen. Weihnacht ist mehr als lärmen und kaufen und durch neonbeleuchtete Straßen zu laufen." Mit diesem Gedicht von Rotraud Schöne eröffnete der Vorsitzende des Museumsvereins, Altbürgermeister Wilfried Neuber, unter dem Motto "Atem holen im Alltagshasten" die Feier im bis zum letzten Platz gefüllten Veranstaltungsraum des Kulturzentrums in der Marktmühle. Gut 100 Besucher folgten der Einladung und erlebten bei freiem Eintritt ein Paket an besinnlichen und künstlerischen Beiträgen in Erwartung des Erlösers der Welt. Die Harfenistin Veronika Miller-Wabra spielte mit ihrer Konzertharfe ein Solostück und die "Vöichtacher Sängerinnen" (Fanny Hauser, Angelika Vogl, Johanna Borutta und Erna Niederalt) mit Zitherbegleitung von Eva Borutta stimmten "Da Nebel zöigt eina" an.

In ihrer Betrachtung der Adventszeit stellte Ernestine Niederalt als Sprecherin der verbindenden Texte im Dialekt fest, dass es "wenns draußen staad wird" keine andere Jahreszeit gibt, die den Menschen inwendig so packt und anspricht wie diese. Über Jahrhunderte altes, lebendig gebliebenes oder auch neu entdecktes Brauchtum füllt in diesen Tagen das Leben. Daraufhin stimmten alle Gäste mit ein in das Lied. "Wir sagen euch an den lieben Advent".

Dem folgte ein Sängerinnen-Duo, das schon seit ihrer Kindheit zusammen singt und durch ihre zahlreichen Rundfunkauftritte bayernweit für Bekanntheit sorgte, die "Geschwister Steindl" aus Hiltersried, jetzt Maria Schneider aus Köfering und Erna Niederalt aus Oberviechtach. Sie besangen die kalte Winterzeit mit dem Lied "Und da Raureif göith um". Mit "Schöi staad wird's im Wold" reihte sich der "Eisenbarth-Xang" (Max Mathes, Sepp Niederalt und Leonhard Bayerl) in die Reihe der Gesangsgruppen ein. Das Duo Josef Niederalt und Maria Schneider besang ebenfalls die kalte Jahreszeit.

Brauchtum im Dezember

Im weiteren Textbeitrag befasste sich Ernestine Niederalt mit den unterschiedlichen Namensfesten und Bräuchen. Das beginnt unter anderem mit dem "Frauentragen" am ersten Adventsonntag und setzt sich fort am 4. Dezember mit der Hl. Barbara und den "Barbarazweigen". Eine große Rolle spielte im Namenstagskalender immer am 13. Dezember das Fest der um das Jahr 300 den Märtyrertod erlittenen heiligen Lucia. Als Darstellerin dieser Heiligen, weiß gekleidet und mit vier brennenden Kerzen auf dem Kopf, trat Christina Niederalt vor das Publikum, welche beim anschließenden Hirtenspiel mit Bastian und Lena Ruhland und Wolfgang Flierl den Engel verkörperte.

Zwischen weiteren Liedvorträgen sorgte mehrmals auch Maria Schneider für Abwechslung in der Rolle als Nachtwächter. Zum Finale der gelungenen Veranstaltung sangen alle Mitwirkenden das Lied "Pfüat Gott es liab'n Leitl'n all", worauf sich das Publikum mit einem langem Applaus bedankte. Wilfried Neuber bedankte sich bei allen Mitgliedern des Museumsvereins für die Treue und bei allen, welche mit dem Verein freundschaftlich verbunden sind. Als kleine Geste lud er im Anschluss zu Glühwein und Weihnachtsleckereien ein.
Weitere Beiträge zu den Themen: Dezember 2014 (1863)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.